Praxisfall

Die alte Flasche ganz hinten im Regal

In fast jedem Lager gibt es eine Ecke mit Gefahrstoffgebinden, die einiges mit archäologischen Fundstücken gemeinsam haben: verstaubt, lange übersehen und mit einer Beschriftung, die schon bessere Zeiten gesehen hat. Doch während man bei einer alten Tonscherbe beherzt zugreifen darf, ist bei unbekannten oder auffälligen Chemikalien genau das die falsche Reaktion. Hier gilt: Nicht anfassen ist kein Zögern, sondern eine aktive Sicherheitsentscheidung.
Svenja Dammasch

Svenja Dammasch

30.09.2026 · 1 Min Lesezeit

In einem Ausbildungslabor greift ein Auszubildender nach einer alten Flasche Diethylether. Das Öffnungsdatum fehlt. Am Flaschenboden hat sich ein kristalliner Satz gebildet. Weil er nur wenig Lösemittel braucht, will er die Flasche trotzdem verwenden. Eine Kollegin bemerkt die Ablagerung und stoppt ihn. Sie öffnet die Flasche nicht, schüttelt sie nicht und versucht auch nicht, den Inhalt selbst zu prüfen. Stattdessen informiert sie die Laborleitung. Diese sperrt den Bereich und veranlasst eine fachkundige Bewertung. Das Gebinde wird später durch ein spezialisiertes Unternehmen entsorgt.

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