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Arbeitsschutz bei Azubis: So schaffen Sie Sicherheitsbewusstsein bei jungen Beschäftigen

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Auszubildene Arbeitsschutz

Auszubildende und jüngere Beschäftigte sind im Beruf besonders unfallgefährdet. Immer wieder spielen dabei Unwissenheit und Leichtsinn, fehlende Aufsicht und unzureichende Unterweisung eine Rolle. Aber resignieren gilt nicht: Arbeitsschutz ist auch eine Frage der Führung und Motivation. Für Sie als Fachkraft für Arbeitssicherheit (SiFa) und für alle Vorgesetzten besteht hier erhöhter Handlungsbedarf. Wie Sie beim Thema Arbeitsschutz Azubis mit einbinden können, erfahren Sie hier.

Manchmal müssen es keine aufwendigen Sicherheitsmaßnahmen sein. Es gibt viele einfache und schnell umsetzbare Schritte, um das Thema Arbeitsschutz Azubis und jungen Beschäftigten näher zu bringen. Ein erster Schritt liegt darin, den jungen Beschäftigten ein Vorbild zu sein: Wenn der Nachwuchs miterlebt, dass der Chef und ältere Kollegen immer wieder gegen die Schutzbestimmungen verstoßen, werden es die jungen Kollegen mit diesen Bestimmungen auch nicht so genau nehmen. Das gute – oder schlechte – Vorbild, Führung und Motivation erweisen sich darum gerade bei der Sicherheitserziehung für Jugendliche als prägende Faktoren.

So schaffen Sie Sicherheitsbewusstsein

Als SiFa sollten Sie alles daransetzen, dass den jungen Kollegen sicherheitsgerechtes Verhalten von Anfang an in Fleisch und Blut übergeht. Mit den für Jugendliche vorgeschriebenen halbjährlichen Sicherheitsunterweisungen ist es dabei nicht getan – vielmehr muss Arbeitsschutz von allen im Betrieb Tag für Tag praktisch vorgelebt werden. Das können Sie nicht allein: Vielmehr sind dabei besonders auch Vorgesetzte und Meister gefordert.

Das bedeutet, Sie müssen dafür sorgen,

  • dass alle Kollegen sichere Arbeitsweisen anwenden.
  • die Bedeutung sicherer Arbeitsweisen erklären.
  • selbst ein gutes Beispiel geben.
  • den Aufbau einer Sicherheitskultur fördern.
  • sicheres Verhalten belohnen.

An diesen Schutzmaßnahmen für Azubis müssen alle mitwirken

  • Einschätzen, welche Fähigkeiten Auszubildende besitzen und für welche Aufgaben sie sich (nicht) eignen.
  • Zuweisen von Aufgaben nach den Fähigkeiten des Einzelnen.
  • Einrichten wirksamer Kontrollen und Sicherheitsvorkehrungen zur Unfallverhütung, z. B. Schutzvorrichtungen, Verbote, Überprüfungen an Ort und Stelle, Beaufsichtigen und ggf. Disziplinieren.
  • Kontinuierliches Verbessern und Vereinfachen sicherer Arbeitsweisen.
  • Informieren und Unterweisen über gute praktische Lösungen.
  • Vorführen der richtigen Vorgehensweise, wenn nötig, auch wiederholt.
  • Prüfen, ob eine Vorgehensweise und die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen richtig verstanden worden sind.
  • Beraten und motivieren, z. B. durch die Beteiligung an Gefährdungsbeurteilungen.
  • Unterrichten junger Arbeitnehmer, wo sie im Fall Ihrer Abwesenheit Hilfe bzw. Rat erhalten und wie sie sich in Zweifelsfällen verhalten sollen.
  • Sicherstellen, dass sie die Notfallmaßnahmen kennen.
  • Ausgeben aller Unterlagen zu sicheren Arbeitsweisen und der zur Tätigkeit gehörenden Schutzausrüstungen.
  • Einprägen von Werten, Erläuterung der Bedeutung von Sicherheit und Gesundheitsschutz, Förderung der richtigen Einstellung, Sensibilisierung und eigenes vorbildliches Verhalten.

So beteiligen Sie die Jugendlichen am Arbeitsschutz

Sicherlich gehört zu den vorstehend beschriebenen Verhaltensweisen eine beachtliche Portion Disziplin und Geduld seitens der Vorgesetzten, die sie – trotz Einsicht und guten Willens – in der Hektik des Tagesgeschäfts nicht immer aufbringen werden. Zu empfehlen ist darum, die Azubis und Jugendlichen selbst von vornherein ganz praktisch an Arbeitsschutzmaßnahmen in ihrem Aufgabenumfeld zu beteiligen. Bewährt haben sich dazu z. B. folgende organisatorische Maßnahmen, die auch in Ihrem Betrieb funktionieren:

  • Benennen Sie für jedes Ausbildungsteam (oder jeden Ausbildungsjahrgang) einen Azubi als Arbeitsschutzbeauftragten. Dieser erledigt im Umfeld der Ausbildung unter Anleitung die Arbeiten eines Sicherheitsbeauftragten im Kleinen. Das bedeutet: Er meldet Arbeitsschutzrisiken, analysiert Arbeitsunfälle, sucht nach Abhilfemaßnahmen für Gefährdungen und ist der Multiplikator unter den Azubis – das steigert das Verantwortungsbewusstsein eines jeden Einzelnen für den Arbeitsschutz. Dazu sollte die Ausbildungsleitung ihn in alle Arbeitsschutzthemen einbeziehen.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Azubis regelmäßige Arbeitsschutzbesprechungen durchführen: Wo gibt es Sicherheitsmängel? Was kann besser gemacht werden?
  • Lassen Sie die Azubis an Arbeitsschutzbegehungen mitwirken. Mitwirken heißt: Sie sollen ruhig selbst Abläufe hinterfragen und Beobachtungen äußern. Das bringt oft wertvolle Einsichten, weil die jungen Kollegen (noch) nicht betriebsblind sind.
  • Ermuntern Sie sie, Verbesserungsvorschläge zur Optimierung von Arbeitsplätzen und Arbeitsabläufen zu unterbreiten.
  • Lassen Sie die Azubis an Unfallanalysen und Gefährdungsbeurteilungen teilnehmen.

Und nicht zuletzt: Feiern Sie die erfolgreiche Arbeit Ihrer Azubis auch gelegentlich einmal – so macht Erfolg Spaß und motiviert lang anhaltend!

Autor: Rafael de la Roza

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