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Baumaschinen: Wie Sie Fahrerunfällen beim Auf- und Absteigen vorbeugen

© GRIFA Softstep
Auf- und Abstieg bei Baumaschinen

Dass sich bewegende Erdbaumaschinen, Baufahrzeuge, Traktoren und anderes „schweres Gerät“ eine Unfallquelle darstellen – insbesondere beim Rückwärtsfahren –, sieht jeder sofort ein. Doch viele unterschätzen eine zweite häufige Unfallursache mit ebenfalls oft schweren und langwierigen Verletzungen, bei der das Fahrzeug stillsteht: das Auf- und Absteigen der Baumaschine.

Beim Auf- und Absteigen von Baumaschinen zeichnet sich oft ein ähnliches Unfallmuster ab:  Der Fahrer eines Baggers, Kippers, Traktors o. Ä. stellt sein Fahrzeug ab, öffnet die Kabine, steigt herunter und stürzt dabei ab oder knickt um. Solche Stürze oder rasante Abstiege führen oft zu Bänderrissen oder Verstauchungen. Auch Zerrungen und Brüche des Fersenbeins kommen vor, die Ausfallzeiten können daher entsprechend lang werden.

Ein Unfalltyp mit vielen möglichen Gründen

Wenn man diesen Unfallhergang genauer betrachtet, kann man auch mehrere mögliche Fehlerquellen beobachten.

  • Mal sind die Tritte der Baumaschinen verschmutzt oder rutschig,
  • der Fahrer steigt vorwärts statt rückwärts ab,
  • mal lässt er Stufen aus oder springt herunter,
  • oder die Baumaschine wurde ungünstig abgestellt und der Fahrer knickt am Boden um.

So bleibt das Auf- und Absteigen von Baumaschinen sicher

Auch für einen vermeintlich banalen Bewegungsablauf wie das Absteigen und Aufsteigen (hier passieren ebenfalls Unfälle!) von einer Maschine oder einem Fahrzeug gelten Regeln, die Unfällen vorbeugen. Diese Regeln sollten Sie Ihren Fahrern und Maschinenbedienern in einer Unterweisung vorstellen und deren Sinnhaftigkeit erläutern, z. B.:

  1. Beim Auf- und Absteigen sind stets die vorgesehenen Aufstiege, Steighilfen und Haltegriffe benutzen.
  2. Ein Abspringen von der Maschine oder dem Fahrzeug ist verboten.
  3. Wer rückwärts auf- oder absteigt, erhöht sein Unfallrisiko.

Darüber hinaus fordert die DGUV-Regel 101-003 explizit für den Umgang mit beweglichen Straßenbaumaschinen:

  • Tritte, Stufen, Holme, Griffe und andere Haltevorrichtungen usw. möglichst sauber halten.
  • Auch im Führerstand auf Sauberkeit achten und Ordnung halten.
  • Geeignetes Schuhwerk tragen, auf Baustellen und Straßenbaustellen sind in der Regel Sicherheitsschuhe vorzuschreiben.
  • Beschädigungen wie z. B. verbogene Stufen oder abgerissene Tritte umgehend reparieren.

Achten Sie bei Neuanschaffungen auf den Stand der Technik nicht nur bei den technischen Funktionen, sondern auch beim sicheren Auf- und Abstieg. Was früher eher eine Steigleiter war, ist bei modernen Fahrzeugen einer Treppe mit festen Trittstufen nachempfunden. Prüfen Sie bei Ihren älteren Modellen die Möglichkeiten einer Nachrüstung.

Unterweisungs-Tipp: Verletzungsrisiko durch Waage demonstrieren

Platzieren Sie eine für diesen Zweck geeignete Waage an genau der Stelle, wo der abspringende Fahrer auf dem Boden auftrifft. Wer dann vom Fahrzeug auf diese Waage springt, wird erschrecken, welche Gewichtskräfte dabei schlagartig auf seine Bänder, Knochen und Gelenke wirken. Ihr Betriebsarzt kann die konkreten Verletzungsrisiken dabei verdeutlichen. Die Berufsgenossenschaft der Landwirte (SVLFG) führt solche Versuche mit
Traktoren auf Messen vor.

unterweisung-plus.de

Alternativlösung – Sicher rauf und runter per Softstep

Die Griener Fahrzeugtechnik aus Pfullendorf hat eine neuartige ergonomisch Auf- und Abstiegshilfe für Baumaschinen namens Softstep entwickelt. Dabei senkt sich die unterste Stufe beim Betreten ab und gleitet mitsamt dem ausgestiegenen Fahrer sanft zu Boden. Dieses System ermöglicht eine Einstiegshöhe von 30 cm bei einer Bodenfreiheit von 70 cm und arbeitet unabhängig von Strom, Druckluft oder Hydraulik. Ein Nachrüsten ist für die meisten Maschinen und Anlagen möglich. Dieses System wurde mit dem Sicherheitspreis der BG RCI ausgezeichnet und für Mitgliedsunternehmen der BG BAU ist es gut zu wissen: Es gibt für diese Investition bis zu 50 % Zuschuss!

Instandhalter nicht vergessen!

Diese Problematik des Abspringens betrifft nicht nur Ihre Fahrer. Denken Sie auch an alle Mitarbeiter, die die Maschinen prüfen, warten oder reparieren. „So treten z. B. immer wieder Fußverletzungen und Verstauchungen auf, weil das Reparaturpersonal von den Maschinen aus Bequemlichkeit abspringt und nicht die Abstiegshilfen benutzt“. Dieser Satz entstammt einem Bericht zur Praxis der Instandhaltung von Baumaschinen aus dem Jahr
1982. Kaum zu glauben, dass eine seit einem Vierteljahrhundert bekannte Unfallursache immer noch vielerorts ignoriert wird.

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Autor: Friedhelm Kring


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