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Schwerer Arbeitsunfall: Kopf in Drehmaschine eingeklemmt

© Kadmy – fotolia.com
Arbeitsunfall, Betriebsanweisung Drehmaschine

Ein misslicher Arbeitsunfall ereignete sich in einem Maschinenbauunternehmen. Ein Polymechaniker wurde bei Instandhaltungsarbeiten so unglücklich in einem Drehautomaten eingeklemmt, dass er dort schwer verletzt eine Stunde lang ausharren musste, bis er befreit werden konnte.

Arbeitsunfall trotz jahrelanger Berufserfahrung

Das war passiert: Das Unfallopfer war seit 20 Jahren beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt und bediente so auch die Unfallmaschine. Außerdem war der Mitarbeiter für die Störungsbeseitigung an der jeweiligen Maschine zuständig. Am Unfalltag justierte er den Werkzeugrevolver der Drehmaschine neu und diese Instandhaltungtätigkeit führte schließlich zum Arbeitsunfall.

Nach Abschluss dieser Arbeit musste er ein Schutzblech am Werkzeugrevolver, das er für die Instandhaltung entfernt hatte, wieder anschrauben. Dazu beugte er sich tief in den Bearbeitungsraum der Maschine, um die Schrauben festzuziehen.

Als er dabei das Gleichgewicht verlor, versuchte er noch, sich mit der rechten Hand am Maschinengehäuse festzuhalten. Dabei betätigte er versehentlich den Vorschubtaster auf der Bedienungskonsole. Dadurch verschob der Werkzeugrevolver sich nach links und klemmte den Kopf und den Oberkörper des 50-Jährigen gegen die Werkstückspindel.

Der Mechaniker erlitt Platzwunden am Kopf, Knochenbrüche im Gesicht und einen komplizierten Armbruch. Er steckte eine Stunde lang in der Maschine fest, bis er befreit werden konnte.

Diese Fehler haben zu dem Arbeitsunfall geführt:

  1. Die Drehmaschine war während der Instandhaltungsarbeiten nicht, wie vorgeschrieben, ausgeschaltet und gegen Wiedereinschalten gesichert.
  2. Der Überwachungsschalter, der bei offener oder abmontierter Schutztür die Maschine zwangsweise stillsetzt, war mit einem losen Gegenstück blockiert worden.
  3. Dadurch konnte eine unkontrollierte Handbewegung die Maschine in Gang setzen und das Unglück auslösen.

Diese Sicherheitsaspekte müssen Sie bei der Instandhaltung beachten.

So vermeiden Sie Arbeitsunfälle mit der Drehmaschine

Der erste Schritt der Unfallvermeidung ist die Risikobeurteilung mittels Gefährdungsbeurteilung. Diese ist gesetzlich vorgeschrieben und ohne Gefährdungsbeurteilung sollten Sie auch neue Drehmaschinen nicht starten oder „nur mal kurz ausprobieren.“

Der zweite Schritt betrifft Ihre Arbeitsorganisation. Definieren Sie feste Prozesse, wie die Maschine zu bedienen ist. Dies halten Sie in einer Betriebsanweisung fest. Beachten Sie dabei auch das Thema Schichtwechsel und legen Sie fest, welche Informationen beim Wechsel ausgetauscht werden müssen. Denn wenn die Maschine in der einen Schicht bspw. neu geölt wurde, weiß dies der neue Kollege nicht und Unfälle sind vorprogrammiert. Die Betriebsanweisung für die Drehmaschine hängen Sie gut lesbar in Nähe des Arbeitsortes auf.

So erstellen Sie rechtssichere und praxistaugliche Betriebsanweisungen

Zuletzt nutzen Sie die Betriebsanweisung, um Ihre Mitarbeiter zu unterweisen. Stellen Sie häufige Fehlerquellen dar und sensibilisieren Sie die Kollegen für die Gefahr. Unterweisen Sie die Kollegen regelmäßig (mind. 1 mal jährlich) zu den besonderen Gefährdungen bei Sonderbetriebsarten von Maschinen und Anlagen. Hätte der Maschinenbediener sich an alle Sicherheitsregeln gehalten, wäre der Unfall sicherlich nicht passiert.

Autor: Sabine Kurz

 

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