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Arbeitsschutzbelehrung: Denken Sie besonders an nicht deutschsprachige Kollegen

© Djohan Shahrin – Shutterstock
Arbeitsschutzbelehrung

Wer sicher arbeiten will, muss genau wissen, was er zu tun hat, und deshalb zu seinen Aufgaben unterwiesen werden. Das gilt auch für ausländische Kollegen, die mit den Gepflogenheiten hierzulande wenig vertraut sind, oder für Personen, die nicht in der Lage sind, komplexe Zusammenhänge schnell zu erfassen. Grundsätzlich gilt: Guter Wille kann die Deutschkenntnisse nicht ersetzen, die man am Arbeitsplatz braucht. Als Vorgesetzter, als Elektrofachkraft oder als Fachkraft für Arbeitssicherheit müssen Sie sich deshalb etwas einfallen lassen, wenn ein Kollege Sie nicht versteht. Es empfiehlt sich daher, auch bei der Arbeitsschutzbelehrung verschiedene Sprachen zu berücksichtigen.

Arbeitsschutzbelehrung im multinationalen Kontext

Nicht nur auf Baustellen, auch in vielen Betrieben geht es heute international zu. Das ist zwar interessant, kann aber schnell riskant werden, wenn nicht deutschsprachige Kollegen eine Arbeitsanweisung und/oder eine Arbeitsschutzbelehrung nicht richtig verstehen und sich selbst und andere deshalb in Gefahr bringen.

Schnell entstehen dann gefährliche Situationen, etwa, wenn die ausländischen Mitarbeiter Tätigkeiten übernehmen, für die sie nicht qualifiziert sind, wenn sie keine geeignete Persönliche Schutzausrüstung (PSA) tragen bzw. diese nicht richtig anwenden oder wenn sie mit ungeeigneten Werkzeugen oder anderen Arbeitsmitteln umgehen.

Gerade ausländische Kollegen wissen oft nicht, wie man sich im Notfall verhält und wo sich Rettungsmittel, Feuerlöscher oder der Erste-Hilfe-Kasten befinden. Prüfen Sie deshalb: Verstehen Ihre ausländischen Kollegen Unterweisungen zu Sicherheitsvorkehrungen und zur richtigen Schutzkleidung? Und wissen sie, warum Arbeitsschutz so wichtig ist?

So helfen Sie ausländischen Kollegen bei der Arbeitssicherheit und beim Gesundheitsschutz

  • Schon bei der Einstellung sollten Sie oder der Firmeninhaber herausfinden, wie hoch die Sprachkompetenz eines Bewerbers ist. Bei geringen Kenntnissen bietet sich ein Sprachkurs an, für den Ihr Betrieb vom Bundesamt für Migration womöglich Fördergelder beziehen kann.
  • Arbeiten mehrere Beschäftigte einer Nationalität in Ihrem Betrieb, kann es sinnvoll sein, einen sprachkompetenten Vertreter dieser Gruppe zum Ansprechpartner in Fragen des Arbeitsschutzes zu machen.
  • Scheuen Sie sich nicht nachzufragen – wie es oft auch bei deutschen Mitarbeitern erforderlich ist –, ob Unterweisungsinhalte oder andere Anweisungen tatsächlich verstanden wurden. Bitten Sie die ausländischen Kollegen, das Gesagte in eigenen Worten wiederzugeben.
  • Viele Berufsgenossenschaften bieten Broschüren und Unterweisungstexte inzwischen in mehreren Sprachen an, beispielsweise auf Türkisch. Auch Filme oder Schilder mit Piktogrammen können helfen, wichtige Inhalte des Arbeitsschutzes zu vermitteln.
  • Geeignet sind auch Unterlagen in sogenannter leichter Sprache, die auch bei geringen Deutschkenntnissen gut verstanden werden.
  • Ermuntern Sie ausländische Kollegen, sich in Teambesprechungen einzubringen – einfach, indem Sie nach deren Sichtweise fragen.

Arbeitsschutzbelehrung: Verständlich unterweisen

Viele Vorschriften fordern vom Arbeitgeber, Beschäftigte in für sie verständlicher Form und Sprache zu unterweisen. Der Begriff wird in der DGUV-Information 211-010, die sich mit der Erstellung von Betriebsanweisungen beschäftigt, klar definiert.

Darin heißt es, „dass das Sprachniveau dem der Beschäftigten anzupassen ist und unnötige Fremdwörter und Umschreibungen vermieden werden“ sollen. Des Weiteren wird festgelegt: „Soweit die Beschäftigten nicht ausreichend der deutschen Sprache mächtig sind, kann es erforderlich  sein, Betriebsanweisungen in andere Sprachen zu übersetzen.“

Autor: Sabine Kurz

 

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