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Leben retten – der Defibrillator hilft!

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Defibrillator

Etwa 120.000-mal pro Jahr kommt es in Deutschland zum sogenannten plötzlichen Herztod. Ursache ist meist ein Herzkammerflimmern. Nur wenn Beobachter schnell reagieren und die Herzaktivität per Defibrillation wiederherstellen, steigen die Überlebenschancen.

Zu wissen, wie ein Defibrillator angewendet wird, rettet leben. Der plötzliche Herztod kann jeden treffen, nicht nur alte und herzkranke Personen, sondern auch jüngere. Er kann zu Hause auftreten, beim Sport oder am Arbeitsplatz.

Diese medizinischen Fakten sollten Sie kennen

  • Ursache des plötzlichen Herztods ist fast immer Herzkammerflimmern. Dabei rast das Herz und schlägt unkontrolliert bis zu 400-mal in der Minute.
  • Beim Herzkammerflimmern kann der Herzmuskel nicht mehr geordnet kontrahieren und damit kein Blut mehr durch den Körper pumpen. Umso wichtiger ist in einem solchen Fall, schnell zu reagieren und geeignete Hilfe zu leisten.
  • Kammerflimmern bedeutet immer akute Lebensgefahr. Binnen 30 Sekunden tritt Bewusstlosigkeit ein, dann setzt die Atmung aus. Nach 5 Minuten ist die Überlebenschance bereits auf 50 % gesunken. Bis der Notarzt eintrifft, ist es oft zu spät
  • Die einzige wirksame Behandlungsmethode gegen lebensbedrohliches Kammerflimmern und Herzrhythmusstörungen ist die sogenannte Defibrillation durch Stromstöße/Elektroschocks.

Fazit: Bei Kammerflimmern zählt jede Sekunde, da sind im Betrieb die Ersthelfer vor Ort gefragt! Wenn die Kollegen binnen 3 Minuten nach Eintritt des Kammerflimmerns eine Defibrillation durchführen, steigt die Überlebenschance Ihres Mitarbeiters auf über 70 %.

Wichtiges Hintergrundwissen
Bei einem gesunden Herz erzeugt der Sinusknoten regelmäßig elektrische Impulse, die in einer definierten Reihenfolge durch die verschiedenen Bereiche des Herzens fließen. Dadurch kontrahieren die einzelnen angesprochenen Bereiche und entspannen sich. Durch innere (z. B. ein Herzinfarkt) oder äußere Ursachen (z. B. ein Stromschlag) kann dieser Vorgang gestört werden. Das Herz zuckt unkoordiniert, es flimmert. Die einzige Möglichkeit zur Behandlung stellt ein erneuter elektrischer Schock durch einen Defibrillator dar, um das Herz wieder in seine gewohnte Ordnung zu bringen. Eine Herz-Druck-Massage hilft an dieser Stelle nur zur Überbrückung der Zeit bis zum Einsatz des Defibrillators. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Überlebenschance von Personen mit Herzkammerflimmern bei einer frühen Herz-Lungen-Wiederbelebung und Defibrillation, das heißt innerhalb der ersten 3 Minuten nach Auftritt des Kammerflimmerns, bei etwa 70 % liegt. Im Vergleich dazu liegt die Überlebenschance von Personen mit früh begonnener Herz-Lungen-Wiederbelebung, aber erst später Defibrillation etwa durch den Rettungsdienst, bei knapp 10 %.

Der automatisierte externe Defibrillator

Die gute Nachricht: Es sind inzwischen automatisierte externe Defibrillatoren (AED) erhältlich. Sie können auch von Laien bedient werden und sind für den Betroffenen oft die einzige Möglichkeit, die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte lebend zu überstehen. Viele Unternehmen, Kommunen, Organisationen, Verkehrsträger usw. haben daher solche AEDs bereits angeschafft. Und noch mehr Menschen könnten gerettet werden, wären Defibrillatoren weiter verbreitet.

Diese Geräte zur effizienten Wiederbelebung bei Herzstillstand kosten um die 2.000 €.

So machen Sie richtig Gebrauch vom AED

Nach der Anschaffung eines AED gilt es einiges zu beachten, damit der Defibrillator auch wirklich verwendet werden kann.

Suchen Sie deshalb einen geeigneten Platz für die Anbringung. Er sollte jederzeit erreichbar, zentral, gut sichtbar, z. B. Eingangsbereich mit hohem Personenverkehr hängen, damit im Notfall jeder weiß, wo der Defibrillator zu finden ist. In einer Ecke im Abstellraum nützt Ihnen der AED leider wenig.

  1. Bringen Sie das Rettungszeichen E 017 an (s. Grafik).

    Defibrillator
    Rettungszeichen E010
  2. Aktualisieren Sie Ihre Flucht- und Rettungspläne mit den Standorten der AED.
  3. Lassen Sie Ihre betrieblichen Ersthelfer speziell schulen und die Anwendung des AED am Simulator üben. Auch die Erste Hilfe bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung muss sitzen.
  4. Ernennen Sie einen Gerätebeauftragten, der die Gerätebereitschaft (Akku, Elektroden) regelmäßig prüft und das Medizinproduktebuch (Gerätedaten, Wartung usw.) führt.

Vergessen Sie auch die Betriebsanweisung nicht! Beim AED handelt es sich um ein Arbeitsmittel, das in kurzer Zeit eine 1000 Volt Spannung und 10 Ampere Stromstärke abgibt. Sie sollten daher Verhaltensregeln in Ihrer Betriebsanweisung festhalten und Mitarbeiter in der Verwendung unterweisen.

Die Arbeitskollegen können nichts falsch machen

Nehmen Sie das Thema Defibrillator in Unterweisungen auf oder binden Sie den Betriebsarzt ein. Ihre Mitarbeiter sollten wissen: Niemand muss Sorge haben, etwas falsch zu machen. Die Furcht davor, einem Arbeitskollegen Elektroschocks zu verabreichen, ist nachvollziehbar, aber in diesem Fall unbegründet. Stellen Sie klar:

  • Die Anwendung der Defibrillatoren ist kinderleicht.
  • Die Geräte arbeiten weitgehend automatisch. Sie erfassen den Zustand des Betroffenen (EKG) und zeigen an, was zu tun ist, wo die Elektroden anzubringen sind usw.
  • Die AEDs geben den Strom nur dann frei, wenn es notwendig ist. Versehentliche oder falsche Elektroschocks sind ausgeschlossen.
  • Auch nach Abgabe eines Elektroschocks ist der Betroffene in keiner Weise „aufgeladen“ und kann problemlos berührt werden.
  • Falsch handelt nur, wer nicht handelt und die Anwendung des „Defi“ scheut.

Ein Erste-Hilfe Kurs oder eine Auffrischung nimmt Ihren Mitarbeitern oft die Angst vor der Verwendung des Defibrillators. Ansonsten sollten vor allem Ihre gesetzlich geforderten Ersthelfer geübt sein im Umgang mit dem AED.

Neue DGUV-Information zum betrieblichen Einsatz von AEDs

Autoren: Holger Kück, Friedhelm Kring

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