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Drohnen erobern den Luftraum – wie Sie Ihren Betrieb schützen und die Drohnen sicher nutzen

© Dmitry Kalinovsky – Shutterstock
Drohnen

Etwa eine halbe Million Drohnen wurden in Deutschland bereits verkauft. Auch immer mehr Unternehmen setzen Drohnen ein, andere wollen ihren Betrieb vor unerwünschten Besuchern aus der Luft schützen. Lesen Sie hier die wichtigsten arbeitsschutz- und sicherheitsrelevanten Aspekte zum Einsatz von Flugrobotern.

Drohnen und ihre Bezeichnungen

Die kleinen unbemannten Luftfahrzeuge sind unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt (s. Kasten). Ob UA, UAV oder AUS, in Deutschland werden die Fluggeräte meist als Drohnen bezeichnet.

  1. UA (Unmanned Aircraft) oder UAV (Unmanned Aerial Vehicles) = unbemannte Luftfahrzeuge
  2. UAS (Unmanned Autonomos Systems) = unbemannte autonome Systeme
  3. Multicopter = Luftfahrzeug mit mehreren Rotoren, z. B. Bicopter (2), die häufigen Quadrocopter (4) oder
  4. die besonders flugstabilen Heaxcopter (6 Rotoren) usw.

Die Bundeswehr setzte Drohnen schon vor 20 Jahren im Kosovokrieg ein. Dann kam allmählich die zivile Nutzung der Flugroboter hinzu, zunächst durch einzelne Unternehmen wie etwa seit 10 Jahren die Werksfeuerwehr der BASF Ludwigshafen. Durch die weiterentwickelte Technik zu immer raffinierteren Einsatzmöglichkeiten und kostengünstigen Geräten steigt seit einigen Jahren nicht nur die Anzahl der Hobbypiloten. Auch das Interesse an Drohnen für den gewerblichen Einsatz wächst rapide und damit die Zahl der Unternehmen, die Drohnentechnologie aktiv nutzen. Dies betrifft auch Sicherheitsaspekte, der Arbeitsschutz ist damit gefragt.

Das hat der Gesetzgeber im März 2017 beschlossen und gilt ab 1. Oktober 2017:

Die neue Drohnenverordnung (Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten) tritt zum 1. Oktober in Kraft.

Dann gilt:

  • Ab 0,25 kg Drohnengewicht besteht eine Kennzeichnungspflicht mit Namen und Anschrift des Piloten.
  • Ab 2 kg muss die Kenntnis nachgewiesen werden durch eine gültige Pilotenlizenz oder eine Prüfung durch eine vom Luftfahrt- Bundesamt anerkannte Stelle.
  • Ab 5 kg besteht eine Erlaubnispflicht der Landesluftfahrtbehörde, ebenso für Flüge bei Nacht.
  • Luftfahrzeuge und Heißluftballons haben „Vorfahrt“, Drohnen müssen ausweichen.

Es bestehen Flugverbote:

  • über Wohngrundstücken (ab 0,25 kg) oder wenn das Gerät optische, akustische oder Funksignale übertragen oder aufzeichnen kann
  • ab 100 m Höhe (außer Modellfluggelände)
  • in Kontrollzonen von Flugplätzen
  • über sensiblen Bereichen, z. B. Polizei- und Rettungseinsätze, Krankenhäuser, Gefängnisse, Menschenansammlungen usw.

Bei Maßnahmen zum Schutz vor den Gefahren durch Flugroboter sind 2 unterschiedliche Situationen zu unterscheiden: Zum einen müssen Sie die Sicherheit von Mitarbeitern, Anlagen und Arbeitsstätten im Blick haben, wenn Ihr Unternehmen selbst Drohnen einsetzt. Zum anderen geht es um den Schutz vor unerwünschten Besuchen fremder Drohnen.

1. So setzen Sie Drohnen sicher ein

Die kleinen Flugroboter sind nicht nur bei Hobbypiloten beliebt. Es kommen immer mehr Geräte für den professionellen Einsatz in Unternehmen auf den Markt. Die Modellpalette reicht von wenigen Gramm leichten Fliegern in der Größe eines Kolibris bis zu Drohnen mit einer Spannweite von mehreren Metern. Je nach Größe und Motorleistung können Sie die Geräte nahezu beliebig mit Kameras, Sensoren, Messgeräten, Waffen, Werkzeugen usw. ausrüsten. Experten erwarten bis 2020 einen weltweiten Markt für Drohnen und die von ihnen erbrachten Dienstleistungen von mehr als 120 Milliarden US-Dollar. Solche professionellen Drohnen

  • überwachen gewerbliche Gebäude und Betriebsgelände.
  • inspizieren Stromleitungen, Windräder, Kühltürme, Pipelines und andere Industrieanlagen, insbesondere schwer zugängliche Bauteile wie etwa Rohrbrücken.
  • übernehmen riskante Aufgaben, entnehmen z. B. Proben aus Kläranlagen oder öffnen ferngesteuert schwer zu erreichende Ventile.
  • begutachten Sturm- oder Brandschäden aus der Luft.
  • erkunden und vermessen Flächen, z. B. in der Archäologie oder bei der Flächennutzungsplanung.
  • überfliegen im „Precision Farming“ land- und forstwirtschaftliche Flächen, um den Bedarf an Düngung, Bewässerung oder Pflanzenschutzmaßnahmen zu ermitteln.

Drohnen als Hilfsmittel

In einigen Fällen ermöglichen Drohnen es, dass Anlagen bei laufendem Betrieb inspiziert werden können, die zuvor abgeschaltet werden mussten, um die Sicherheit der inspizierenden Mitarbeiter zu gewährleisten. Dazu kommen immer mehr Spezialanwendungen. So werden z. B. inzwischen Systeme entwickelt, bei denen Drohnen per Stromkabel mit einem Flurförderzeug verbunden sind, damit viele Stunden in der Luft bleiben können und eigenständig Inventuraufgaben in Lagerhallen durchführen. Gerade das Ausrüsten von Drohnen mit Kameras für Überwachungs- und Inspektionsaufgaben kann auch ein Gewinn für den Arbeitsschutz sein. Denn die Arbeiten lassen sich zudem kostengünstiger und flexibler durchführen. Wenn eine Drohne Aufgaben übernimmt, für die Sie ansonsten Menschen einsetzen müssten, senken Sie erheblich das Unfallrisiko. Noch halten sich die maßgeblichen Akteure wie BAuA und DGUV zurück. Aber es könnte sein, dass demnächst Empfehlungen ausgesprochen werden, Drohnen als Stand der Technik für Instandhaltungs- und Überwachungsaufgaben einzusetzen, zumindest in solchen Fällen, in denen durch Drohnen die Gefahren für Industriekletterer, beim Verwenden von Leitern, dem Aufbau von Kranen oder Gerüsten usw. vermieden werden (Substitutionsgebot!). Entscheidend ist dann, welche neuen Gefährdungen ein Drohneneinsatz mit sich bringt. Wenn Ihr Unternehmen mit dem Einsatz von Drohnen liebäugelt, sollten Sie sich den folgenden Checkfragen stellen. Jedes Nein zeigt an, wo Sie noch Sicherheitsfragen klären oder Maßnahmen festlegen müssen.

Kurzcheck: Drohnen sicher einsetzen

Haben Sie geprüft, welche Aufgaben Drohnen übernehmen könnten, um z.B. Industriekletterer, Leitern, Gerüste, Krane usw. zu vermeiden und damit die Gefährdung für Menschen zu vermindern?

Ja

Nein

Sind Ihnen die geltenden Vorschriften und rechtlichen Rahmenbedingungen beim Einsatz unbemannter Luftfahrzeuge bekannt?

Ja

Nein

Haben Sie die Genehmigung der Zuständigen Luftfahrtbehörde eingeholt?

Ja

Nein

Haben Sie vor dem Kauf Ihre Anforderungen an Funktionalität, Zuverlässigkeit und Sicherheit der Drohnen festgelegt?

Ja

Nein

Bietet der Hersteller oder Händler an, Ihre Mitarbeiter in den Einsatz von Drohnen durchgeführt?

Ja

 

Nein

 

Haben Sie eine Gefährdungsbeurteilung für den Einsatz von Drohnen durchgeführt?

Ja

Nein

Haben Sie dabei auch ungeplante Situationen berücksichtigt, wie einen Absturz, ein Ausfallen des GPS-Signals, einen Ausfall der Steuerung usw. und die Gefährdung Ihrer Mitarbeiter in solchen Situationen?

Ja

 

Nein

 

Haben Sie geklärt und festgelegt, ob Betriebsanweisungen notwendig werden, und diese ggf. erstellt?

Ja

Nein

Haben Sie geklärt und festgelegt, welche Mitarbeiter die Drohnen einsetzen dürfen und welche Qualifikation die Piloten mitbringen müssen?

Ja

Nein

Haben Sie festgelegt, wer für Instandhaltung, Inspektion und Wartung zuständig ist?

Ja

Nein

Haben Sie Bereiche festgelegt, in denen Drohnen nicht eingesetzt werden dürfen, wie z.B. Stromleitungen, Masten, Antennen usw.? Ja

Nein

Haben Sie Flugverbote festgelegt für Bereiche, wo eine Drohne abgelagerte Stäube aufwirbeln könnte, die dann – mit der Drohne als Zündquelle – explosionsgefährliche Atmosphären bilden könnten? Ja

Nein

Haben Sie Einsatzgrenzen für Drohnen festgelegt, z.B. in Abhängigkeit von Wind- und Wetterbedingungen? Ja

Nein

Haben Sie geklärt, wie Sie die Überwachung durch Drohnen mit anderen Sicherheitsmaßnahmen und externen Security-Dienstleistern sicher kombinieren?

Ja

Nein

Haben Sie den Drohneneinsatz mit Ihrem Versicherer abgestimmt? Ja

Nein

Haben Sie Aspekte des Datenschutzes geklärt, wenn Ihre Kameradrohnen auch Mitarbeiter erfassen, z.B. wer die Aufnahmen auswerten darf, auf welche Weise und wie lange sie gespeichert werden, usw.? Ja

 

Nein

 

2. So schützen Sie Ihr Unternehmen vor unerwünschten Besuchen fremder Drohnen

Auch wenn Sie in Ihrem Betrieb derzeit keine Anwendungsmöglichkeiten für Drohnen sehen, müssen Sie sich dem Thema stellen. Denn es besteht die Gefahr, dass Hobby-Modellflieger, spielende Jugendliche oder Kriminelle ihre Geräte über Ihr Unternehmen steuern. Nicht nur bei Unternehmen mit kritischen Infrastrukturen, Rechenzentren, Energieversorgern, Flugplätzen usw., sondern auch in vielen anderen Fällen (Fahrzeuge, Flüssiggaslager, explosionsgefährdete Bereiche u.a.) können dadurch gefährliche Situationen entstehen.

Damit wächst auch der Markt für Systeme zur Drohnenabwehr. Die folgenden Checkfragen geben Ihnen einige Anhaltspunkte, auf die Sie bei Auswahl und Einsatz solcher Anti-Drohnen-Technologie achten sollten.

Kurzcheck: Den Schutz vor unerwühschten Drohnen sicher gestalten

Haben Sie sich einen Überblick verschafft über die unterschiedlichen technischen Möglichkeiten von Drohnendetektions- und Abwehrsystemen, Drohnenschutzschildern usw.?

Ja

 

Nein

 

Welche konkreten Anforderungen bestehen bei Ihnen zum Erkennen, Identifizieren und Abwehren von Drohnen? Soll das System z.B. Drohnen von Vögeln und anderen Flugobjekten unterscheiden können?

Ja

 

Nein

 

Welche Arten von Sensoren werden benötigt, wie Kameras, Mikrofone, spezielle Detektoren usw.?

Ja

Nein

Wer muss bei Drohnenalarm auf welche Weise alarmiert werden, wie Hausmeister, Leitwarte, Security-Dienstleister, Sifa etc.?

Ja

Nein

Wie sollen unterwünscht eindringende Drohnen unschädlich gemacht werden? (Achtung: Störsender / Jammer gelten in der Regel als unzulässiger Eingriff in den Luftraum!)

Ja

 

Nein

 

Wie und von wem werden gelandete oder abgefangenen Drohnen geborgen und sichergestellt?

Ja

 

Nein

 

Welche neuen Gefährdungen können beim Bergen von Drohnen auftreten, etwa wenn Mitarbeiter dazu auf Dächer oder Anlagen klettern müssen?

Ja

 

Nein

 

So einfach geht Arbeitsschutz im Betrieb!

Autor: Dr. Friedhelm Kring

 


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