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Einheitlicher Arbeitsschutz in Zeiten von Corona – was Unternehmen jetzt beachten müssen

© Aleksandar Malivuk
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Zum 20.04.2020 hat die Bundesregierung neue Regeln für den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz beschlossen. Diese sollen garantieren, dass die Corona-Pandemie trotz der schrittweisen Rückkehr an den Arbeitsplatz weiter eingedämmt werden kann. Welche neuen Vorgaben und Richtlinien für Geschäfte, Arbeitsstätten und Kundenkontakte gelten, erklärt dieser Artikel.

Es gibt aktuell kein Thema, was mit mehr Sorgen und Herausforderungen verbunden ist als die weltweite Krise durch die Corona-Pandemie. Derzeit sind 185 Länder vom Corona-Virus SARS-Covid-19 betroffen. In vielen Ländern herrschen Restriktionen und Ausgangssperren oder wie in Deutschland verbindliche Kontaktbeschränkungen. Die Zeitung „Die Welt“ zitierte am 16.04.2020 führende Volkswirte des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit der Aussage, dass der „größte, weltweite Wirtschaftseinbruch seit 90 Jahren“ bevorsteht.

    Während in den von der Krise besonders betroffenen Länder Italien, Spanien, Frankreich oder Großbritannien weiterhin die meisten Geschäfte und Arbeitsstätten geschlossen bleiben, gelten in Deutschland ab 20.04.2020 erste Lockerungen der weitreichenden Schutzmaßnahmen. Dies wurde möglich, nachdem sich die Verdoppelungsrate der Pandemie in Deutschland auf mehr als 28 Tage erhöht hat. Zeitgleich hat sich die Reproduktionszahl auf 0,7 reduziert, sodass der Chef des Robert-Koch-Institutes Prof. Dr. Lothar Wieler am 17.04. von einem „wirklich guten Zwischenergebnis sprach.

    Infektionsschutz und Arbeitssicherheit gehen Hand in Hand. Deshalb hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales 10 Arbeitsschutzstandards für den Umgang mit Covid-19 entworfen.

    Lockerungen der Schutzmaßnahmen auf einen Blick

    Die Bundesregierung hat sich in Abstimmung mit den Bundesländern ab 20.04.2020 auf folgende Lockerungen der Schutzmaßnahmen für Geschäfte und Arbeitsstätten festgelegt:

    1. Öffnung von Geschäften bis 800 m² Verkaufsfläche.
    2. Öffnung von KFZ- und Fahrradläden sowie Buchhändlern unabhängig von der Verkaufsfläche.
    3. Öffnung von Friseurbetrieben ab 04.05.2020 unter Wahrung besonderer Schutzmaßnahmen.

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    Nur bestimmten Geschäfte hat die Bundesregierung einer Öffnung zugestimmt © Jacob Lund – Shutterstock

    Bedeutung für die Wirtschaft

    Die schrittweise Rückkehr von mehr Beschäftigten an den Arbeitsplatz gibt der Wirtschaft neue Hoffnung. Vor allem kleinere Einzelhandelsgeschäfte profitieren von den neuen Beschlüssen. Gleichzeitig erhöht sich mit der Öffnung von Geschäften und Arbeitsstätten die Gefahr, dass die SARS-Covid-19-Pandemie sich in den nächsten Wochen erneut verstärkt. Der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz wird aus diesem Grund wichtiger denn je. Daher hat das Bundeskabinett unter Federführung von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil einen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards verabschiedet, der verbindliche Vorgaben für jeden Arbeitsplatz in Deutschland beinhaltet. Diese werden ebenfalls in einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales thematisiert.

    Fragen zum Gesundheitsschutz

    Sowohl Geschäftsinhaber wie Beschäftigte und Kunden nehmen die Gefahren, die von SARS-Covid-19 ausgehen, sehr ernst. Aus diesem Grund entstehen bei ihnen vor allem die folgenden Fragen zum Gesundheitsschutz und zur Arbeitssicherheit:

    • Wie können die neuen Maßstäbe zum Gesundheitsschutz in der Praxis eingehalten werden?
    • Wie stellt die Regierung sicher, dass die neuen Regeln zum Gesundheitsschutz eingehalten werden?

    Welche allgemeinen Regeln in Bezug auf die Öffnung von Geschäften und Betriebsstätten gelten

    Die meisten Menschen in Deutschland haben sich daran gewöhnt, soziale Kontakte mit Personen außerhalb der eigenen Familie auf ein Minimum zu begrenzen. Dies gilt ebenfalls für die berufliche Tätigkeit in Betrieben und Geschäften, die ab 20.04.2020 wieder geöffnet werden. Die neuen Vorgaben für den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz enthalten zwei allgemeingültige Leitlinien, die generell im Umgang mit Menschen und SARS-Covid-19 relevant sind:

    1. In Zweifelsfällen, bei denen der Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern nicht sicher eingehalten werden kann, sollte eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Dies gilt sowohl für Gebäude und Betriebsstätten sowie in Fahrzeugen (z. B. ÖPNV) und im Freien.
    2. Personen mit Atemwegssymptomen (sofern nicht vom Arzt z. B. abgeklärte Erkältung) oder Fieber sollen sich generell nicht auf dem Betriebsgelände aufhalten. Menschen, die den Verdacht hegen, sich mit SARS-Covid-19 infiziert zu haben, sollten sich in Selbstquarantäne begeben und ihren Hausarzt telefonisch kontaktieren. Dieser wird das weitere Vorgehen koordinieren.

    Welche wichtigen Eckpunkte in den Regeln zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz enthalten sind

    Das „betriebliche Maßnahmenkonzept für zeitlich befristete zusätzliche Maßnahmen zum Infektionsschutz vor SARS-CoV-2“ appelliert vor allem an Arbeitgeber, ihre Verantwortung in Bezug auf den Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz wahrzunehmen. Bei der professionellen innerbetrieblichen Gefährdungsbeurteilung sollten sich Arbeitgeber sorgfältig:

    • Mit den Fachkräften für Arbeitssicherheit,
    • Mit dem Betriebsrat und
    • Den Betriebsärzten

    abstimmen. Ziel jeglicher Schutzmaßnahmen sollte es sein, die Verbreitung von SARS-Covid-19 im Unternehmen auszuschließen oder auftretende Fälle umgehend aufzudecken.

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    Maskenpflicht am Arbeitsplatz für alle? © Deliris – Shutterstock

    Die Umsetzung der Maßnahmen zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sollte im Sinne der Beschäftigten und der Allgemeinheit ernst genommen werden. Gleichzeitig handeln Arbeitgeber aus einem nachvollziehbaren, persönlichem Interesse. Treten durch professionelle Maßnahmen des Infektionsschutzes keine Erkrankungen mit SARS-Covid-19 am Arbeitsplatz auf, ist die Fortführung der Geschäftstätigkeit sichergestellt.

    Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz: Die wichtigsten Regeln auf einen Blick

    Regelung für: Praktische Umsetzung im Betrieb
    Arbeitsplatzgestaltung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen ausreichend Abstand (mindestens 1,5 m) zu anderen Personen halten. Ist dies innerbetrieblich nicht möglich, sollten die folgenden Schutzmaßnahmen ergriffen werden: Transparente Abtrennungen (Plexiglasscheiben) einbauen.
    Bürotätigkeiten sollten ins Homeoffice verlagert werden.
    Betriebliche Raumkapazitäten sollten bestmöglich genutzt werden, um die Abstandsregeln einzuhalten.
    Sanitärräume, Kantinen und Pausenräume sowie Lüftung der Räume Zur Reinigung der Hände sind hautschonende Flüssigseife und Handtuchspender zur Verfügung zu stellen. Reinigungsintervalle sollten innerbetrieblich angepasst werden. Dies betrifft insbesondere die Reinigung von Sanitäreinrichtungen sowie von Türklinken und Handläufen.  
    In Kantinen muss auf ausreichend Abstand zwischen den Tischen geachtet werden. Schlangen an der Essensausgabe müssen vermieden werden. Regelmäßiges Lüften dient der Hygiene und fördert die Luftqualität.
    Besondere Vorgaben für Lieferdienste oder Außendienstmitarbeiter Außendienstmitarbeiter und andere Beschäftigte, die arbeitsbezogene Kundenkontakte oder Tätigkeiten im Kollegenteam ausführen, sind verpflichtet, die Abstandsregeln zu jeder Zeit einzuhalten.
    Firmenfahrzeuge sind mit Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion und mit Papiertüchern und Müllbeuteln vorzusehen. Die gleichzeitige Nutzung von Fahrzeugen durch mehrere Beschäftigte sollte vermieden werden.
    Dienstreisen und Meetings Dienstreisen und Präsenzveranstaltungen wie Besprechungen sollten auf das absolute Minimum reduziert werden. Der Mindestabstand ist einzuhalten.
    Nutzung von Verkehrswegen Bei der gleichzeitigen Benutzung von Treppen, Aufzügen oder Türen muss der Sicherheitsabstand einhaltbar sein. Sind Personenansammlungen unvermeidbar, sollten Schutzabstände der Stehflächen beispielsweise mit Klebeband markiert werden. Kann der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden, sind Mund-Nase-Bedeckungen dringend angeraten, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.
    Arbeitsmittel und Werkzeuge Werkzeuge und Arbeitsmittel sind nach Möglichkeit personenbezogen zu verwenden. Ist dies nicht möglich, müssen diese regelmäßig gereinigt werden. Beschäftigte sollten darüber hinaus Schutzhandschuhe tragen.
    Arbeitszeit- und Pausengestaltung Versetzte Arbeits- und Pausenzeiten sollten implementiert werden, um die Belegungsdichte von Arbeitsbereichen zu entzerren. Dies garantiert, dass der Mindestabstand eingehalten werden kann. Im Schichtwechsel sollte sozialer Kontakt vermieden werden.
    Arbeitsmedizinische Vorsorge nutzen und Risikogruppen besonders schützen Arbeitsmedizinische Vorsorge beim Betriebsarzt ermöglicht individuelle Beratung zu arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren. Auch Vorerkrankungen und Ängste können mit dem Betriebsarzt besprochen werden, um individuelle Vorgehensweisen bei Risikogruppen sicherzustellen.

    Kommunikation der neuen Regelungen am Arbeitsplatz: Das müssen Arbeitgeber jetzt beachten

    Arbeitgeber sollten einen besonderen Fokus darauf legen, dass die neuen Regeln für den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz umgehend ab 20.04.2020 innerbetrieblich kommuniziert werden. Im ersten Schritt sollten die Führungskräfte im Betrieb informiert werden. Diese haben die besondere Verantwortung, ihre Beschäftigten in Bezug auf den Infektionsschutz und die spezifischen Hygienemaßnahmen zu sensibilisieren.

    Zusätzlich können folgende Maßnahmen dazu beitragen, einen einheitlichen Umgang mit den neuen Rahmenbedingungen des Arbeitsschutzes sicherzustellen:

    • Schutzmaßnahmen und Hinweise sollten verständlich erklärt werden.
    • Visualisierungen durch Hinweisschilder, Aushänge und Markierungen am Boden sind zielführend.
    • Auf die Einhaltung der persönlichen und organisatorischen Hygieneregeln (Abstandsgebot, „Hust- und Niesetikette“ sowie Handhygiene) sollte regelmäßig hingewiesen werden.

    Wie Unternehmen ihren bestehenden Hygieneplan professionell an die neuen Vorgaben zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz anpassen, vermittelt der Artikel: Coronavirus: Wie können Unternehmen ihre Mitarbeiter schützen?

    In dem Fachartikel wird beschrieben, wie man im Betrieb einen Hygieneplan erstellt, welche Personengruppen am Arbeitsplatz besonders gefährdet sind und warum ein Mundschutz ein wirksames Mittel ist, um andere vor einer Ansteckung zu schützen.

    Info: Als erstes Bundesland hat Sachsen für den öffentlichen Nahverkehr sowie für den Einzelhandel eine Maskenpflicht beschlossen. Die Regelung gilt ebenfalls ab 20.04.2020.

    Wie die neuen Regeln zum Gesundheitsschutz in der Praxis eingehalten werden können

    Die neuen Regeln zum Arbeitsschutz und zum Schutz vor einer Infektion mit SARS-Covid-19 sollten sowohl von Arbeitgebern wie von den Beschäftigten überaus ernst genommen werden. Vor allem die folgenden 4 Verhaltensregeln in Geschäften oder Arbeitsstätten garantieren, dass Arbeitnehmer und Kunden geschützt werden:

    1. Der Mindestabstand von 1,5 Metern sollte grundsätzlich beachtet werden. Hierfür können Absperrungen, Markierungen und Zugangsregelungen umgesetzt werden.
    2. Ist dies betriebsbedingt nicht möglich, helfen Trennwände und das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen, das Risiko einer Infektion zu minimieren.
    3. Führungskräfte und die Geschäftsleitung sollten als gutes Beispiel die Regeln befolgen und dafür sorgen, dass diese im gesamten Betrieb umgesetzt und eingehalten werden.
    4. Für Beschäftigte gilt: Niemals krank zur Arbeit!

    aktuelle Regeln Abstand wegen Corona, Mann und Frau stehen mit Abstand voneinander am Arbeitsplatz
    Die aktuellen Regeln zum Gesundheitsschutz in der Coronakrise © Odua Images – Shutterstock

    Neben der betriebsinternen Kontrolle der Einhaltung der neuen Vorgaben zum Arbeitsschutz hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil ebenfalls angekündigt, dass die Befolgung stichprobenartig durch die Polizei und das Ordnungsamt kontrolliert wird.

    Zusammenfassung und Fazit

    Die neuen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards, die beginnend mit dem 20.04.2020 in Deutschland gelten, sind für jedes Unternehmen relevant und verbindlich. Mit der Lockerung der Schutzmaßnahmen und dem Öffnen von Geschäften bis 800 m² besteht die Hoffnung, dass sich die angespannte Wirtschaftslage bei gleichbleibendem Gesundheitsschutz langsam entspannt. Dies ist ausschließlich möglich, wenn jeder Bürger in Deutschland und alle Betriebe die wichtigsten Hygienemaßnahmen und Richtlinien zum Infektionsschutz kennen und beachten.

    Es ist noch ein weiter Weg bis zu einer kompletten Normalisierung der Lage. Mit dem laut  Bundeskanzlerin Angela Merkel bisher erreichten, „zerbrechlichen Zwischenerfolg“ ist ein erster Erfolg erkämpft. Der weitere Verlauf der Corona-Pandemie wird zeigen, welche Schutzmaßnahmen weiter gelockert werden können, während SARS-Covid-19 in Deutschland fortlaufend weiter eingedämmt wird.

    Autor: Redaktion SafetyXperts

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