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Datenbrille: So hält uns die moderne Technik gesund

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Datenbrille

An immer mehr Arbeitsplätzen werden Datenbrillen, sogenannte Head-Mounted Displays ( HMDs), eingesetzt. Lesen Sie im Folgenden, warum Arbeitsmediziner der BAuA diesen Einsatz kritisch sehen und wie Sie solche Arbeitsmittel sicher und ergonomisch verwenden.

Head-Mounted-Displays (HMDs) sind kleine Anzeigegeräte, die wie eine Brille als „Datenbrille“ oder mit einem Kopfbügel getragen werden. Damit werden dem Träger unmittelbar vor seinem Auge bestimmte Informationen eingeblendet, die für seine aktuelle Tätigkeit relevant sind. Die BAuA hat sich insbesondere mit den sogenannten monokularen Systemen befasst. Das sind Geräte, bei denen auf einem Auge Informationen eingeblendet werden, während der Mitarbeiter auf dem anderen Auge seinen normalen Arbeitsplatz im Blick behält.

Die Datenbrille als kleiner Helfer

Tatsächlich haben die neuen Technologien sich in den Bereichen Mitarbeiterschulung und -unterstützung sowie in der Instandhaltung bereits fest etabliert. Der Nutzen liegt auf der Hand: Auf dem Display von Smartphone, Tablet oder Datenbrille lassen sich etwa für das Wartungspersonal Zusatzinformationen wie Schritt-für-Schritt-Anleitungen oder 3D-Darstellungen einblenden. Dadurch ist es möglich, die Fehlerquote wirksam zu senken, wie einige Anwender erfreut berichten.

Kennen Sie die unterschiedlichen Arten von Datenbrillen?

Binokulare „See-Through“-Datenbrille: Diese Datenbrillen können im gesamten Sichtfeld des Nutzers virtuelle Informationen/Bilder einblenden, trotzdem kann der Träger die Realität im Hintergrund wahrnehmen.

Monokulare geschlossene Datenbrille: Diese Datenbrille projiziert virtuelle Informationen nur vor jeweils ein Auge, sodass mit dem anderen Auge eine uneingeschränkte Sicht möglich ist.

Binokulare geschlossene VR-Brille, Head-Mounted Display ( HMD): Das HMD ist ein Anzeigesystem, bei dem Informationen ausschließlich als virtuelle Realität (VR) in das Sichtfeld des Nutzers projiziert werden. Dieser Datenbrillentyp eignet sich insbesondere zur Analyse und Gestaltung von Arbeitsmitteln und Arbeitsprozessen, zur Visualisierung bei der Entwicklung von Prototypen sowie zum virtuellen Verhaltenstraining in gefährdenden Arbeitssituationen.

So setzen Sie die Datenbrille sicher und gesundheitsgerecht ein

In Arbeitsbereichen wie Instandhaltung oder Kommissionierung kann ein solches Assistenzsystem gute Dienste leisten. Wenn dies in Ihrem Unternehmen bereits der Fall oder geplant ist, müssen diese neuen Arbeitsmittel gesundheitsgerecht eingesetzt werden. Achten Sie dabei auf folgende Aspekte, die auch die BAuA-Experten ansprechen:

  • Setzen Sie HMDs nur dort ein, wo es die Arbeitsaufgabe zwingend erfordert.
  • Statten Sie nur solche Mitarbeiter mit HMDs aus, die diese Technik als arbeitserleichternd empfinden.
  • Achten Sie auf Tragekomfort und die Möglichkeit zur individuellen Anpassung durch den Träger.
  • Prüfen Sie Störungen durch Lichtverhältnisse, Reflexionen, Tageslicht usw. Sie können z. B. nicht wegen eines HMD-Trägers alle anderen Mitarbeiter vom Sonnenlicht fernhalten.
  • Stimmen Sie die Arbeitsaufgabe und den Technikeinsatz sorgfältig aufeinander ab – Beschäftigte sind keine Versuchskaninchen!
  • Die Beanspruchung durch eine Datenbrille ist größer als bei einem Smartphone oder Tablet. Arbeitsmediziner empfehlen daher regelmäßige Kurzpausen.

Last, not least: Vor den Einsatz von HMDs als neue Arbeitsmittel in Ihrem Unternehmen gehört eine Gefährdungsbeurteilung. Prüfen Sie, inwiefern z. B. durch Einschränkungen der Sicht Gefahrensituationen nicht mehr in ausreichendem Maße wahrgenommen werden oder sich andere neue Risiken durch HMDs ergeben. In diesem Fall müssen Sie den Einsatz überdenken oder Schutzmaßnahmen entwickeln.

Mehr zum Thema: Diese Aspekte der Arbeitssicherheit müssen Sie bei der Instandhaltung beachten

Autor: Friedhelm Kring, Sabine Kurz

 

 

 

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