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Elektrohandwerk: Wie Sie Stich- und Schnittverletzungen vorbeugen

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Elektrohandwerk

Schnittverletzungen sind ein Unfallschwerpunkt im Elektrohandwerk, weiß die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM). Die Experten warnen, Schnitte und Stiche als Bagatellen abzutun. Denn nicht nur, wenn sich Infektionen entwickeln, auch wenn Sehnen oder Nerven in Mitleidenschaft gezogen oder gar Finger abgetrennt werden, ist mit langfristigen schmerzhaften Konsequenzen zu rechnen. Zum Glück können Sie mit einfachen Maßnahmen vorbeugen

Zwischen 1.500 und 2.000 meldepflichtige Unfälle (d. h. Unfälle mit mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit) durch Schnittverletzungen gibt es im Elektrohandwerk pro Jahr. Die Zahl der ebenfalls folgenreichen, aber nicht meldepflichtigen Arbeitsunfälle dürfte weitaus höher sein.

Wo sind die typischen Unfallquellen im Elektrohandwerk?

Als typisch beschreibt die BG u. a. diese Unfallhergänge bei Schnittverletzungen:

  • Beim Abisolieren trennt ein Mitarbeiter sich mit dem Messer die Daumenkuppe ab.
  • Ein anderer Elektriker verletzt sich beim Zuschneiden eines Leerrohres, als die Spitze der Messerklinge bricht und sich in seine Hand bohrt.
  • Bei Arbeiten an einer abgehängten Decke verletzt ein Beschäftigter sich an einem scharfkantigen Grat, weil er keine geeigneten Handschuhe trägt. Infolge des Schmerzes stürzt er von der Leiter und erleidet zusätzlich eine Zerrung der Sehnen im Fuß.

Daher sollten Sie Schnittverletzungen nichts als Kleinigkeit sehen, sondern an das Sicherheitsbewusstsein Ihrer Mitarbeiter appellieren.

Hände am meisten betroffen

Besonders häufig sind Verletzungen der Hände – von kleinen Schnittwunden bis zur Verletzung oder Durchtrennung von Sehnen oder Blutgefäßen. Kleine Stich-­ oder Schnittwunden bzw. Verletzungen kann der betriebliche Ersthelfer mit dem vorgeschriebenen Erste- Hilfe­-Material (Verbandkasten) versorgen.

Suchen Sie bei einer tieferen Schnittwunde im Zweifelsfall aber besser einen Arzt auf, damit Sie bei Bedarf handchirurgisch behandelt werden können, um die volle Funktionsfähigkeit der Hand zu erhalten.

Führt die Verletzung zu einer Arbeitsunfähigkeit, müssen Sie einen Durchgangsarzt aufsuchen.

WICHTIG
Sorgen Sie dafür, dass jede noch so kleine Verletzung ins Verbandbuch eingetragen wird, damit der Nachweis gesichert ist, dass die Verletzung bei der Arbeit entstand. Der Betrieb muss diese Aufzeichnungen fünf Jahre lang vertraulich aufbewahren.

Schützen Sie Mitarbeiter vor Entzündungen

Bei Tätigkeiten im Elektrohandwerk kann es auch zu Verschmutzungen kommen. In diesem Fall können sich auch kleine Schnitt- oder Stichwunden sich infizieren. Typische Erreger – meist Streptokokken oder Staphylokokken – lösen dann womöglich schwere Entzündungen aus, sogenannte Phlegmonen.

Dabei kommt es zunächst zu lokalen Schwellungen und Rötungen, dann treten Fieber und häufig Schüttelfrost hinzu. Wenn sich aus Phlegmonen im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung entwickelt, ist das lebensbedrohlich. Deshalb sollten Sie wissen: Bemerken Sie nach einer Schnittverletzung Entzündungszeichen wie Rötungen oder Schwellungen und ist der betroffene Bereich schmerzhaft, sollten Sie die Verletzung umgehend (!) chirurgisch
behandeln lassen.

Wie beugt man Schnittverletzungen im Elektrohandwerk vor?

Die beste Vorbeugung ist, geeignetes Werkzeug zu benutzen, dieses sicherheitsbewusst zu verwenden und bei Bedarf Schutzhandschuhe (PSA) zu tragen.

Achten Sie darüber hinaus darauf, dass Ihr Arbeitsplatz gut ausgeleuchtet ist. Schlecht einsehbare Stellen wie Deckenöffnungen sollten Sie mit Stirn­ oder Taschenlampen erkunden, bevor Sie hineingreifen.

Befolgen Sie zum Schutz diese 5 selbstverständlichen Sicherheitsmaßnahmen:

  1. Zum Kürzen von Kabeln, Abmanteln oder Abisolieren immer die richtigen Werkzeuge benutzen. Abgenutzte Klingen sofort ersetzen.
  2. Messer oder Sägen regelmäßig nachschärfen oder ersetzen.
  3. Führen Sie Messer beim Schneiden immer vom Körper weg.
  4. Führen Sie schwere Arbeiten, wie z. B. die Montage großer Deckenleuchten, immer zu zweit aus. Ein Kollege kann dann die Leuchte sicher halten, während ein zweiter Mitarbeiter die Befestigung fixiert.
  5. Führen Sie Arbeiten, bei denen Ihre Hände Kontakt mit scharfen Kanten, Graten oder sonstigen spitzen Gegenständen haben könnten, nur mit geeigneten Handschuhen aus. Wählen Sie bzw. der Betrieb Ausführungen, die den Tastsinn kaum beeinträchtigen und feinmechanische Tätigkeiten ermöglichen, aber dennoch einen ausreichenden Schutz sicherstellen.

Unterweisung ist Pflicht!

Sprechen Sie im Rahmen der betrieblichen Unterweisungen auch das Thema Schnittverletzungen an und unterrichten Sie die Beschäftigten über die jeweiligen Risiken und Schutzmaßnahmen.

Autor: Sabine Kurz

 

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