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Kohlenmonoxid: Bekämpfung der lautlosen Gefahr

© wavebreakmedia – Shutterstock
Kohlenmonoxid

Rund 90 % aller Brandopfer sterben nicht an den Flammen, sondern an einer Kohlemonoxid-Vergiftung. Überall, wo beispielsweise Kohle, Gas, Benzin oder Holz brennt, entsteht meist auch Kohlenmonoxid. Experten schätzen, dass jedes Jahr etwa 4.000 Menschen wegen einer Kohlenmonoxid- Vergiftung im Krankenhaus behandelt werden. Aber warum ist Kohlenmonoxid so gefährlich? Und was passiert dabei in unserem Körper? Lesen Sie in diesem Beitrag, bei welchen Konzentrationen eine Gesundheitsgefahr besteht.

Die Luft, die wir einatmen, besteht nur zu einem Fünftel aus Sauerstoff und zu fast vier Fünfteln aus Stickstoff. Der Kohlenmonoxid-Anteil liegt unter 0,0001 %. Atmet man anstelle von Sauerstoff das geruchlose Atemgift ein, gelangt es über die Lunge ins Blut. Hier wird Sauerstoff normalerweise von den roten Blutkörperchen transportiert. Kohlenmonoxid haftet so fest an den roten Blutkörperchen an, dass es den lebensnotwendigen Sauerstoff im Blut verdrängt. Typische Symptome des Sauerstoff mangels sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Atemstörungen, Schwindel bis hin zur Bewusstlosigkeit. Oft enden Kohlenmonoxid-Vergiftungen tödlich.

Bei diesen Kohlenmonoxid-Konzentrationen besteht Lebensgefahr

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr kennen die Gefahren, die von Kohlenmonoxid (CO) ausgehen, genau. Leider unterschätzen viele Mitarbeiter, die sich bei einem Brand beherzt an der Brandbekämpfung beteiligen, die extreme Gefährdung durch das tückische Brandgas. Bei einer Kohlenmonoxid-Konzentration von bis zu 0,003 % (30 ppm) besteht noch keine Gesundheitsgefahr. Welche Maßnahmen bei größeren Konzentrationen nötig sind, ist in der Tabelle vermerkt.

Mein Hinweis: Rettungsdienste sind zunehmend mit tragbaren Gaswarngeräten ausgestattet. Wenn Sie in Ihrem Betrieb Tätigkeiten durchführen, bei denen Kohlenmonoxid verwendet wird oder gebildet werden kann, sollten Sie auf personenbezogene Messgeräte (vgl. Abbildung) nicht verzichten. Sie schlagen Alarm, sobald kritische Gaskonzentrationen erreicht werden.

CO-Konzentration Risikobewertung Verhalten
0,003 % Keine Gefährdung ungeschützter Personen. Fenster und Türen öffnen. CO-Quelle, ggf. gemeinsam mit Fachkräften, wie z. B. der Feuerwehr, ermitteln und weitere Freisetzung unterbinden.
0,006 % Bis < 1 Stunde, keine Gefährdung ungeschützter Personen. Maßnahmen zur Belüftung des Raums ergreifen. Feuerwehr alarmieren. Aufenthaltsdauer im Gefahrenbereich bei Rettungsmaßnahmen auf unter 15 Minuten minimieren.
0,020 % Nach 30 Minuten leichte Vergiftungssymptome möglich. Großflächiges Querlüften Feuerwehr alarmieren. Betroffenen Bereich räumen. Weitere Maßnahmen nur unter umluftunabhängigem Atemschutz oder geeignetem CO-Filtergerät durchführen.
0,050 % Nach 10 Minuten leichte und nach 30 Minuten mittelschwere Vergiftungssymptome möglich. Gefahrenbereich verlassen. Feuerwehr alarmieren. Rettungsmaßnahmen nur unter umluftunabhängigem Atemschutz oder nach Absenkung der CO-Konzentration ergreifen.
0,100 % Nach wenigen Minuten sind mittelschwere Vergiftungssymptome möglich. Potenziell tödlich nach Stunden.
0,300 % Nach wenigen Minuten sind schwere Vergiftungssymptome möglich. Potenziell tödlich nach 30 Minuten.

Eine angemessene Gefährdungsbeurteilung ist die Grundlage für die Vermeidung von Kohlenmonoxid im Betrieb!

Lesen Sie hier wie Sie eine Kohlenmonoxidvergiftung vermeiden und Symptome frühzeitig erkennen können.

Autor: Gabriele Janssen

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