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Telearbeit: So arbeiten Ihre Mitarbeiter sicher im Home-Office

© vadim-sherbakov – unsplash
Telearbeit

Telearbeit, das Arbeiten aus dem Home Office, nimmt zu. Doch auch am Telearbeitsplatz muss ein ergonomisches und gesundheitsgerechtes Arbeitsumfeld sichergestellt sein. Welche Anforderungen gelten erfahren Sie hier.

Die Tatsache, dass immer mehr Mitarbeiter zum Teil von zuhause aus arbeiten, sorgt bei vielen Arbeitsschützern für Verunsicherung. Eine rechtliche Klarstellung zur Telearbeit ist deshalb in der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) definiert.

Unterschied zwischen Telearbeitsplatz und mobiler Arbeit

Wo genau beginnt die Telearbeit zuhause? Gilt bereits als Telearbeit oder Home-Office, wenn man per Smartphone nach Feierabend eine dringende beruflich bedingte Mail beantwortet, oder erst, wenn einem der Arbeitgeber einen Bildschirmarbeitsplatz in den eigenen 4 Wänden eingerichtet hat? Der Gesetzgeber regelt dies nun, indem er Telearbeit von mobiler Arbeit unterscheidet (s. Tabelle).

Unterscheidung: Telearbeit und mobile Arbeit*
Zur mobilen Arbeit zählt Als Telearbeitsplatz gilt
  • das gelegentliche Arbeiten von zuhause aus oder von unterwegs
  • vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich eines Beschäftigten
  • das Abrufen von E-Mails nach Feierabend außerhalb des Unternehmens
  • für die eine wöchentliche Arbeitszeit vereinbart ist
  • das Arbeiten zuhause ohne eingerichteten Bildschirmarbeitsplatz
  • für welche die Bedingungen der Telearbeit im Arbeitsvertrag oder einer anderen Vereinbarung festgelegt wurden.
* laut Begründung des BMAS zum Entwurf der ArbStättV vom 23.9.2016

 

 

Die ArbStättV stellt Anforderungen an Telearbeit

Wichtig für Sie als Arbeitsschützer: Die ArbStättV gilt für Telearbeitsplätze, greift jedoch nicht für mobile Arbeit.

Wichtig zum Verständnis ist, dass die Telearbeitsplätze zwar in die ArbStättV aufgenommen werden, aber mit der Einschränkung, dass nur 2 Paragraphen der ArbStättV angewandt werden:

  • „§ 3 bei der erstmaligen Beurteilung der Arbeitsbedingungen und des Arbeitsplatzes“, dies bezieht sich auf die Notwendigkeit einer Gefährdungsbeurteilung.
  • „§ 6 und der Anhang Nummer 6“, dies bezieht sich auf die Notwendigkeit einer Unterweisung und Maßnahmen zur Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen.
  • „soweit der Arbeitsplatz von dem im Betrieb abweicht“, das bedeutet: Wenn die Arbeitsbedingungen an einem Bildschirm zuhause denen im Betrieb entsprechen, ist keine erneute Gefährdungsbeurteilung erforderlich.

Dass Sie für Bidlschirmarbeitsplätze also eine Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung durchführen müssen ist ziemlich deutlich. Wie exakt ein Monitorarbeitsplatz zuhause dem Arbeitsplatz des gleichen Mitarbeiters im Büro entsprechen muss, bleibt jedoch offen.

Man kann davon ausgehen, dass hier auch ein wenig der gesunde Menschenverstand und das persönliche Gespür der betrieblichen Arbeitsschützer gefragt sind. Denn letztlich kommt es nicht nur auf die ergonomische Ausstattung, sondern auch auf die richtige Einstellung und Benutzung von Mobiliar und Arbeitsmitteln durch den Mitarbeiter an. Und was Sie in der Sicherheitsunterweisung im Betrieb dazu sagen, gilt im Großen und Ganzen genauso auch für den Heimarbeitsplatz.

Wie kann der Telearbeitsplatz überprüft werden?

Letztendlich muss jeder Bildschirmarbeitsplatz, ob in der Firma oder zuhause, sicher und für Bildschirmarbeit geeignet sein und auf die richtige Art und Weise benutzt werden.

Wichtig für Sie als Fachkraft für Arbeitssicherheit: Die zuvor viel diskutierte Forderung nach einer regelmäßigen Prüfung aller Home-Office-Arbeitsplätze wurde aus dem ursprünglichen Entwurf der ArbStättV gestrichen. Nun gilt: Der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, dass für Home-Office-Arbeitsplätze eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt wird, und zwar

  • (nur) bei der erstmaligen Einrichtung des Arbeitsplatzes.
  • bevor ein Mitarbeiter erstmalig von zuhause aus arbeitet.

Die Prüfpflicht / Gefährdungsbeurteilung gilt nicht, wenn ein Mitarbeiter nur ab und zu mal von zuhause aus arbeitet. Damit muss die Fachkraft für Arbeitssicherheit (oder wer immer die Gefährdungsbeurteilung durchführt) nicht sofort bei jedem Mitarbeiter in der Privatwohnung vorbeischauen und checken, wie ergonomiefreundlich oder nicht dieser nach Feierabend an seinem Küchentisch per Notebook dienstliche Mails checkt.

Wie diese Pflicht konkret umgesetzt werden wird, ist noch nicht abzusehen. Wird die Fachkraft für Arbeitssicherheit demnächst tagelang unterwegs sein, um Home-Office-Mitarbeiter zuhause zu besuchen? Und wie soll die Wirksamkeit dieser Gefährdungsbeurteilungen überprüft werden, wenn sie nur einmalig erfolgen?

Unbedingt anzuraten ist, etwaige Besuche von Mitarbeiten an Telearbeitsplätzen zu protokollieren. Wenn Sie jeweils den Befund mit Ort und Datum festhalten, die wichtigsten Sicherheitsregeln und Schutzmaßnahmen notieren und dies den Mitarbeiter unterschreiben lassen, erhöhen Sie wesentlich Ihre Rechtssicherheit. Es dürfte kaum zumutbar sein, dass Sie bei jedem Einzelnen ständig nachfragen, ob er seinen Monitor korrekt positioniert hat oder bei ausreichend Tageslicht arbeitet. Doch wenn Mitarbeiter an Telearbeitsplätzen über Gesundheitsbeschwerden klagen oder ausfallen, können Sie den Arbeitsplatz zuhause nicht länger bei der Ursachensuche ausklammern.

So stellen Sie gesundheitsgerechte Telearbeit sicher

Regeln Sie im Arbeitsvertrag von Telearbeitern nicht nur die Arbeitszeit, die Dauer der Telearbeit, die zu verwendende Hard- und Software usw., sondern auch die für den Arbeitsschutz und die Aufgaben der Sifa relevanten Aspekte. Das betrifft insbesondere die Vereinbarungen bezüglich eines Zutrittsrechts für das Einrichten und Beurteilen (s. u.) des Telearbeitsplatzes im privaten Zuhause Ihrer Mitarbeiter.

BildscharbV aufgehoben: Das gibt die ArbStättV für Bildschirmarbeit vor

Autor: Friedhelm Kring

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