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Neue TRLV Lärm: So setzen Sie die Vorgaben um

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TRLV Lärm, LärmVibrationsArbSchV

Wenn Sie Gefährdungen durch Lärm beurteilen, müssen Sie die Technischen Regeln zur Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) beachten. Alle 4 Teile der TRLV Lärm wurden überarbeitet und im September im Gemeinsamen Ministerialblatt neu veröffentlicht. Nachfolgend ein Überblick zu den Neuerungen.

Die TRLV (Technische Regeln zur Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung) konkretisieren die Vorgaben der LärmVibrationsArbSchV und unterstützen Sie beim Erfassen von Gefährdungen durch Lärm und Vibrationen am Arbeitsplatz. Wichtig zu wissen ist es – und daran hat sich auch nichts geändert: Wenn Sie die in den TRLV Lärm genannten Vorgaben erfüllen, können Sie davon ausgehen, dass Sie in Ihrem Betrieb die LärmVibrationsArbSchV umsetzen. Sie gewinnen an Rechtssicherheit, wenn Sie sich an diesem Technischen Regelwerk orientieren.

TRLV Lärm: Gefährdungsbeurteilung in 7 Stufen

In der Neuauflage bleibt es bei der etwas verwirrenden Gliederung in 4 Teile, von denen aber nur 3 nummeriert werden. Im Teil Allgemeines wurden die Verweise auf das Normenwerk aktualisiert. In Teil 1 „Beurteilung der Gefährdung durch Lärm“ werden gemäß Abschnitt 3.1 nun explizit folgende Prozessschritte gefordert:

  1. Festlegen von Arbeitsbereichen und Tätigkeiten
  2. Ermitteln der Gefährdungen
  3. Bewerten der Gefährdungen
  4. Festlegen konkreter Arbeitsschutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik
  5. Durchführen der Schutzmaßnahmen
  6. Überprüfen der Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen
  7. Fortschreiben der Gefährdungsbeurteilung

Prüfen Sie Gehörschutz-PSA regelmäßig

Gut zu wissen ist es, dass sich bei den bereits bisher maßgeblichen Auslösewerten für den Tages-Lärmexpositionspegel und den Spitzenschalldruckpegel nichts geändert hat. Neu ist jedoch in Teil 1, Abschnitt 9, die Forderung, dass der Zustand des ausgewählten persönlichen Gehörschutzes in regelmäßigen Abständen überprüft werden muss. Die Grundlage dazu finden Sie in Teil 3 „Lärmschutzmaßnahmen“, Abschnitt 6. Stellen Sie bei der Prüfung fest, dass der maximal zulässige Expositionswert überschritten wird, müssen Sie die Gründe dafür ermitteln und durch neue Maßnahmen sicherstellen, dass die Anforderungen eingehalten werden.

Neu in Teil 1, Abschnitt 10, eingeschoben sind 2 wichtige Vorgaben zur Dokumentation:

  1. Sie dürfen Tätigkeiten, „die aufgrund der Arbeitsbedingungen als gleichartig angesehen werden“, zusammenfassen.
  2. Sie müssen die ermittelten Messergebnisse und Expositionsdaten so aufbewahren, dass eine spätere Einsichtnahme möglich ist. Die Aufbewahrungsfrist für diese Ergebnisse wird auf 30 Jahre festgesetzt.

TIPP: Laut Teil 2 „Messung von Lärm“ muss das Ermitteln einer Lärmexposition fachkundig und nach dem Stand der Technik erfolgen. Unterschieden werden personenbezogene und ortsfeste Messungen. Ist in Ihrem Betrieb die notwendige Fachkunde nicht vorhanden oder verfügen Sie nicht über die geeignete Messtechnik, müssen Sie externe Hilfe durch eine fachkundige Stelle anfordern. Neu hinzugefügt wurde an dieser Stelle der explizite Hinweis, dass die Unfallversicherungsträger eine Beratungsaufgabe für Ihre Mitgliedsbetriebe haben. Befolgen Sie diesen Rat und wenden Sie sich beim Klären von Fragen zur Lärmmessung an Ihre Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse.

Anforderungen an Messbericht konkretisiert

Wurde in der alten Version der TRLV Lärm noch auf die DIN EN ISO 9612 verwiesen, ist in der neuen Ausgabe konkret genannt, welche Angaben ein Messbericht erfassen sollte:

  • Anlass und Ziel der Messung
  • Stelle und Person, die die Messung durchgeführt hat
  • Zeitpunkt und Dauer der Messung
  • Tätigkeit und Arbeitsplatz (ggf. Besonderheiten und Abweichungen)
  • falls relevant, Angaben zu exponierten Personen
  • Analyse der Arbeitsaufgabe
  • Beschreibung der Geräuschquellen, die relevant zur Lärmexposition beitragen
  • falls möglich, Fotos, ansonsten Skizzen des Arbeitsplatzes, der Expositionssituation und der Messorte
  • verwendete Messgeräte, Kalibratoren sowie Daten zur Kalibrierung
  • Details zur Messstrategie
  • Ergebnisse der Messung und deren Bewertung
  • Angaben zur Messunsicherheit
  • ggf. Empfehlungen zu Lärmminderungsmaßnahmen und Gehörschutz

Auch in Teil 3 „Lärmschutzmaßnahmen“ bleiben die grundlegenden Forderungen unverändert. Es finden sich jedoch hilfreiche redaktionelle Änderungen, Fußnoten und neue Hinweise zum Bewerten von Lärm-Expositionspegeln.

Tipp: Diese 3 Lärmschutz Maßnahmen sollten Sie in Ihrem Betrieb umsetzen

Autor: Friedhelm Kring

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