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Sicherheitszeichen: Mehr als nur bunte Bilder

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Sicherheitszeichen

Die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung dient dazu, Beschäftigte und andere Personen im Betrieb (z. B. Besucher) schnell und deutlich auf Gefahrenquellen aufmerksam zu machen. Dazu müssen Ihre Mitarbeiter aber die Bedeutung der einzelnen Sicherheitszeichen verstehen.

Dann brauchen Sie Sicherheitskennzeichnungen

Die Verpflichtung zur Sicherheitskennzeichnung ergibt sich aus Anhang 1.3 der Arbeitsstättenverordnung. Danach müssen Sie Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnungen einsetzen,
wenn Gefährdungen der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten nicht durch technische oder organisatorische Maßnahmen vermieden oder ausreichend begrenzt werden können. Welche
Sicherheitszeichen erforderlich sind, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung.

Konkretisiert wird diese Verpflichtung durch die Arbeitsstättenregel ASR 1.3 „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung“ und die Berufsgenossenschaftliche Vorschrift „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz“.

Sicherheitszeichen sind mehr als nur Bilder

Unter „Kennzeichnung“ sind nicht nur Bildzeichen zu verstehen, sondern alle Zeichen, die eine Sicherheits- und Gesundheitsschutzaussage beinhalten. Dies können beispielsweise auch akustische
Warnsignale oder Handzeichen sein, mit denen ein Helfer einen Kranführer beim Ablagen seiner Last instruiert. Auch Farben, z. B. die rot-weiße Markierung einer Gefahrenstelle, gehören zur Sicherheitskennzeichnung. Zur Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung gehören auch Flucht- und Rettungspläne. Die wichtigsten bildlichen Sicherheitszeichen sind nach Anlage 1
der ASR A1.3 genormt und dürfen in ihrer Gestaltung nicht verändert werden. Auch die „Farbcodierung“ ist standardisiert. Die wichtigsten Zeichenarten sind die folgenden:

Tabelle: Arten von Sicherheitszeichen mit Beispiel und Farbcodierung
Zeichenart Beispiel Aussage Farbcodierung
Verbotszeichen  Verbotszeichen  Zutritt für Unbefugte verboten  schwarz-weiß mit rotem Rand und Schrägbalken
Warnzeichen Warnzeichen  Gefährlich elektrische Spannung  gelb-schwarz
Gebotszeichen  Gebotszeichen Schutzkleidung benutzen  blau-weiß
Rettungszeichen  Rettungszeichen  Notruftelefon grün-weiß
Brandschutzzeichen  Brandschutzzeichen  Feuerlöscher  rot-weiß

 

Darüber hinaus müssen Sie beachten, dass die Gefahrenpiktogramme für Gefahrstoffe durch das GHS festgelegt werden.

Anforderungen an Sicherheitszeichen

Damit die Sicherheitszeichen ihren Zweck erfüllen können, müssen 3 Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Die Zeichen müssen bekannt sein. Unterweisen Sie darum die Beschäftigten über die Bedeutung der Zeichen und führen Sie auch Wiederholungsunterweisungen durch (nach ASR A1.3 i. d. R. jährlich). Das gilt nicht nur für akustische Signale oder Handzeichen, sondern auch für Bildzeichen. Anders als oft angenommen, sind diese keineswegs immer selbsterklärend.
  2. Die Zeichen müssen deutlich wahrnehmbar sein. Das bezieht sich auf deren Größe, auf den Ort deren Anbringung und gegebenenfalls auch auf deren Sichtbarkeit im Dunkeln (nachleuchtende Sicherheitszeichen). Sie dürfen auch nicht durch andere Umgebungsfaktoren überdeckt werden (z. B. akustische Warnsignale durch starken Maschinenlärm).
  3. Die Zeichen müssen dauerhaft sein. Sie dürfen z. B. nicht durch Sonneneinstrahlung oder „Chemiedämpfe“ und ähnliche Einflüsse verblassen. Achten Sie darum bei der Auswahl der Materialien auf eine der Umgebung angepasste Widerstandsfähigkeit.

Wenn Sie behinderte Beschäftigte im Betrieb haben, müssen Sie darüber hinaus auch dafür sorgen, dass die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung barrierefrei ist. Für Kollegen mit erheblichen Sehbeschränkungen sind etwa statt optischer akustische und/oder taktile Kennzeichnungen vorgeschrieben. Detaillierte Anforderungen dazu enthält die ASR V3a.2 „Barrierefreie Gestaltung von Arbeitsstätten“.

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Autor: Rafael de la Roza

 

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