• 0228 / 95 50 160
Marken der Safety Xperts Familie

Warum sind Sicherheitszeichen so wichtig?

© Lichtfexx – fotolia.com
Sicherheitszeichen

Um Unfälle zu verhindern, sind Sicherheitszeichen und Warnzeichen unsere ständigen Begleiter. Die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnungen dienen dazu, Beschäftigte und andere Personen im Betrieb schnell und deutlich auf Gefahrenquellen aufmerksam zu machen.

Dazu müssen Ihre Mitarbeiter aber die Bedeutung der einzelnen Sicherheitszeichen verstehen.

Was müssen Sie grundsätzlich zur Sicherheitskennzeichnung wissen?

Das Grundprinzip für den Gebrauch von Sicherheitszeichen ist, so wenige wie möglich und so viele wie nötig. Denn nach der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) haben technische oder organisatorische Mittel zur Gefahrenabwehr oder -minderung Vorrang vor allen anderen Schutzmaßnahmen. Beispielsweise wird in der Arbeitsstättenverordnung der Lärmschutz in Unternehmen festgehalten.. In der Praxis lässt sich das jedoch nicht immer einhalten. Dann sind Sicherheitskennzeichen Pflicht.

Die wichtigsten Vorschriften zur Gefahrenkennzeichnung sind:

  • die Arbeitsstättenverordnung, insbesondere Anhang 1.3 „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung“ und
  • die Technische Regel für Arbeitsstätten „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung“ (ASR A1.3), die die einschlägigen Anforderungen der ArbStättV konkretisieren.

Bei diesen Bestimmungen geht es aber nicht nur um Schilder. Vielmehr sind „Sicherheitskennzeichen“ auch alle optischen und akustischen Signale mit einer „Sicherheitsaussage“: von Ampeln für den Werksbahnverkehr über Feueralarmsirenen bis hin zu Sicherheits-Handzeichen.

In 7 Schritten erreichen Sie eine wirksame Sicherheitskennzeichnung

Führen Sie eine Gefährdungsbeurteilung durch

Um zu entscheiden, wo Sicherheitskennzeichnungen nötig sind, führen Sie zunächst eine Gefährdungsbeurteilung durch. Dazu unterteilen Sie den Betrieb am besten in überschaubare kleinere Funktionsbereiche, zum Beispiel Lager, Warenanlieferung, Werkstatt. Vergessen Sie dabei nicht die Besprechungs- und Sozialräume – auch hier müssen unter Umständen Sicherheitskennzeichen angebracht werden, etwa für Fluchtwege. Entschärfen Sie dann alle Gefahren soweit es geht an der Quelle, zum Beispiel durch Beseitigen von Stolperstellen.

Bestimmen Sie den Kennzeichnungsbedarf

Für alle noch verbliebenen Gefahren legen Sie dann fest, welche Warn und Sicherheitszeichen nötig sind. Dabei müssen Sie unterscheiden zwischen Kennzeichnungen:

  • zur Warnung vor ständig vorhandenen Gefahren, zum Beispiel Verbot von Rauchen und offenem Feuer in explosionsgefährdeten Bereichen,
  • zur Information über sicherheitsrelevante Einrichtungen wie Fluchtwege, Erste-Hilfe-Einrichtungen, Feuerlöscher und ähnliches,
  • als Sicherheitsmaßnahme für besondere situationsbezogene Gefahren (Beispiel: Handzeichen eines Anweisers),
  • als Alarmsignal in Notfällen, zum Beispiel Sirene zur Warnung vor Brand oder ausgetretenen Gasen.

Erstellen Sie einen Kennzeichnungsplan

Ein systematischer Kennzeichnungsplan ist wichtig, damit Sie erstens keine Gefahrenstellen vergessen und zweitens für jede Gefahrenkennzeichnung die zweckmäßigste, das heißt am schnellsten zu erfassender Form festlegen können.

Am besten benutzen Sie für jeden Funktionsbereich (wie in Schritt 1 festgelegt) ein separates Formblatt. Tragen Sie jetzt in die linke Spalte die ermittelten Gefahren ein, zum Beispiel Lärm, Gabelstaplerverkehr, Stolpergefahr.

Legen Sie die Kennzeichnungsart fest

Halten Sie sich dabei an die standardisierten Kennzeichnungen nach ASR A1.3. Bei der Festlegung der Kennzeichen müssen Sie zuerst überlegen, welche Sicherheitsaussage Sie vermitteln wollen. Anhand der Tabelle erkennen Sie, welche Kennzeichen welche Bedeutung haben:

Zeichenart Beispiel Aussage Farbcodierung
Verbotszeichen Zutritt für Unbefugte verboten schwarz-weiß mit rotem Rand und  Schrägbalken
Warnzeichen Gefährlich elektrische Spannung gelb-schwarz
Gebotszeichen Schutzkleidung benutzen blau-weiß
Rettungszeichen Notruftelefon grün-weiß
Brandschutzzeichen Feuerlöscher rot-weiß

 

Legen Sie den Kennzeichnungsort fest

Bringen Sie die Kennzeichen so an, dass die Kollegen sie früh genug wahrnehmen. Wenn eine Halle zum Beispiel 2 Eingänge hat, sollten wichtige Schilder wie „persönliche Schutzausrüstung tragen“ an beiden Toren vorhanden sein. Außerdem sollten sie dort montiert werden, wo man sie bequem erkennen kann, also möglichst in Augenhöhe und nicht etwa unter der Decke. Manche Kennzeichnungen, wie etwa zu Rettungswegen, müssen mehrfach angebracht werden, sodass man sie in einer größeren Halle von jeder Stelle aus schnell genug findet. Notieren Sie die genauen Anbringungsorte der Kennzeichnungen nun ebenfalls in dem Formblatt. Fügen Sie gegebenenfalls eine Skizze bei. Das ist deshalb wichtig, damit Sie bei den späteren Kontrollen noch wissen, welche Schilder sich wo befinden (sollten).

Unterweisen Sie Ihre Mitarbeiter

Stellen Sie durch regelmäßige Unterweisungen (bei neuen Mitarbeitern oder Leiharbeitern auch durch eine Erstunterweisung) sicher, dass alle die Bedeutung der Kennzeichen verstehen. Denken Sie dabei auch etwa an Handzeichen oder akustische Signale wie Alarmsirenen. Machen Sie deutlich, dass es sich dabei um verbindliche Verhaltensregeln handelt.

Kontrollieren Sie die Sicherheitszeichen regelmäßig

Prüfen Sie regelmäßig (Empfehlung: einmal jährlich) den ordnungsgemäßen Zustand der Sicherheitskennzeichnungen. Damit Sie keine vergessen, sehen Sie als Erinnerungsstütze in Ihrem Formblatt nach.

Achten Sie auf Folgendes:

  • Sind alle Sicherheitszeichen und Schilder noch an ihrem Platz?
  • Sind sie noch gut zu erkennen? Oder sind sie etwa verblasst, verstellt oder anderweitig in ihrer Erkennbarkeit eingeschränkt?
  • Sind wegen veränderter betrieblicher Gegebenheiten evtl. manche Kennzeichnungen nicht mehr erforderlich oder aber neue nötig?
  • Sind Schall- und Leuchtzeichen sowie Lautsprecher, die für die Durchsage von Warnmeldungen bestimmt sind, funktionstüchtig?

Wenn Sie festgelegt haben, welche Kennzeichnungen Sie verwenden, tragen Sie diese ebenfalls in Ihr Formblatt ein. Wichtig sind auch Handzeichen zum Beispiel durch einen Helfer, um Kranführer bei gefährlichen Lastbewegungsarbeiten mit eingeschränkter Sicht anzuweisen. Sie müssen unbedingt „codiert“ sein. Das heißt, der Anweiser am Boden und der Kranführer oben in der Kabine müssen darunter unbedingt dasselbe verstehen. Ein Beispiel zeigt Abb. 6.

Tipp

Handzeichen sollten Sie regelmäßig mit allen Beteiligten üben, um sicherzugehen, dass sie wirklich verinnerlicht wurden!

Formblatt „Sicherheitskennzeichnungen“ am Beispiel des Arbeitsbereichs Lager

Arbeitsbereich: Lager
Gefahrenquellen/ Sicherheitshinweise Kennzeichnungsart Kennzeichnungsort (ggf. Skizze beifügen!) Nächster Prüftermin (Monat/Jahr)
Schwebende Lasten (Portalkran) Warnzeichen W015 (Schwebende Last)

Gebotszeichen M014 (Kopfschutz benutzen)

im Verfahrweg des Krans

Halleneingang (beide Tore)

12/2017
Gabelstaplerverkehr Warnzeichen W014 (Flurförderzeuge) Entlang des markierten Verkehrswegs für Gabelstapler in geeigneten Abständen 12/2017
Fluchtwege Rettungszeichen E001 (Rettungsweg links) entlang des festgelegten Fluchtwegs in geeigneten Abständen 12/2017
Feuerlöscheinrichtungen Brandschutzzeichen F001 (Feuerlöscher)

Brandschutzzeichen F006 (Brandmeldetelefon)

über allen Feuerlöscherarten

über dem Brandmeldetelefon

09/2017
Feueralarm Sirene, intermittierende (blinkende) Leuchtzeichen In der Hallenmitte unter der Decke 09/2017

 

Autor: Redaktion Safety Xperts

 

Sie haben Fragen? Rufen Sie uns an.
0228 / 95 50 160

* Selbstverständlich können Sie die Broschüren auch unabhängig von einer Newsletter-Anmeldung anfordern. Schreiben Sie uns dazu bitte eine kurze E-Mail mit Link zu dieser Seite.