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Lärmschutz in deutschen Unternehmen – welche Vorschriften sind zu beachten?

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Lärmschutz

Eine dauerhaft hohe Lärmbelastung während der beruflichen Tätigkeit führt bei Arbeitnehmern nicht nur zu seelischem und körperlichem Stress, sondern kann auch dauerhaften Schaden in Form eines Schalltraumas, Lärmschwerhörigkeit oder einer Schädigung des Herzkreislauf- und Immunsystems nach sich ziehen. Eben aus diesem Grund ist Lärmschutz ein wichtiger Bestandteil von Umwelt- und Arbeitsschutz.

Wie unterscheidet man die Lärmschutzmethoden?

Lärmschutz wird in aktive und passive Maßnahmen unterteilt:

Aktiver Lärmschutz: Unter aktivem Lärmschutz in einem Unternehmen sind alle Maßnahmen verstanden, die dazu dienen, die Emissionen bereits an der Quelle zu unterdrücken dazu gehört z. B.

  • das Verwenden geräuscharmer Bodenbeläge, schallgedämmter Decken und Treppen
  • Dämmung von Industrieanlagen und Maschinen
  • Das Aufstellen von Lärmschutzwänden
  • Trittschalldämmung
  • der Gebrauch von leisen Maschinen.

Passiver Lärmschutz: Zum passiven Lärmschutz gehören alle Maßnahmen und Aktionen, die direkt am Ort, wo der Lärm entsteht, zu treffen sind. Das wäre z. B. das Tragen eines Gehörschutzes

Lärmschutz in Unternehmen: Welche Vorgaben gelten in Deutschland?

Die gesetzlichen Vorgaben zum Lärmschutz haben den Zweck zwischen Lärmverursacher (Arbeitgeber/Unternehmer) und dessen Beschäftigten und Nachbarn einen gewissen Interessenausgleich zu schaffen. Das Bundes-Immissionsschutzgesetz, kurz BImSchG, ist bezüglich des Lärmschutzes am aussagekräftigsten, um einen Überblick darüber zu bekommen, welche Schutzmaßnahmen zu empfehlen sind. Jedoch gibt es noch eine Reihe weiterer Verordnungen, die der Arbeitgeber beim Entwickeln der Lärmschutzmaßnahmen bedenken muss. Diese Verordnungen wären:

  1. Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA-Lärm)
  2. Verkehrslärmschutzverordnung mit Anhängen (BImSchV) – Richtlinie zur Berechnung der Schallimissionen von Schienenwegen (Schall03), für den Verkehrslärm an Bundesfernstraßen in der Baulast des Bundes (VLärmSchR97) und für den Lärmschutz an Straßen (RLS90)
  3. Geräte- und Maschinenlärmverordnung (32. BLmSchV)
  4. Verkehrswege-Schallschutzmaßnahmenverordnung (24. BImSchv)
  5. Schallschutz im Städtebau (DIN 18005)
  6. Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung
  7. Maschinenverordnung
  8. Geräte- und Maschinenlärmverordnung
  9. ProdSV
  10. ArbeitsstättenV

Was hat es mit der Geräte- und Maschinenlärmverordnung (32. BImSchV) auf sich?

Mit der Geräte- und Maschinenverordnung wurde die Richtlinie 2000/14/EG des Europäischen Parlaments umgesetzt. Durch die neue Verordnung fielen die 15. BImSchV (Baumaschinenlärm-Verordnung) und 8. BISchV (Rasenmäherlärm-Verordnung) weg.

Mit der Maschinenlärmschutzverordnung wird der Betrieb von 57 verschiedenen Geräten geregelt (Betriebszeiten und die Schallleistungspegel). Die Auflistung der Geräte und Maschinen deckt sich mit dem Inhalt der Richtlinie 2000/14/EG.

Betriebszeiten unter der Geräte- und Maschinenlärmverordnung

Unter Punkt 7 der Geräte- und Maschinenverordnung legt die Betriebszeiten der Listen-Maschinen und Geräte auf dem Gelände von Pflegeanstalten, Krankenhäusern, Sondergebieten, Kleinsiedlungsgebieten und besonderen Wohngebieten fest. Dazu gehört z. B., dass alle aufgelisteten Geräte an Werktagen nur zwischen 8.00 und 20.00 Uhr betrieben werden dürfen. An Sonn- und Feiertagen ist eine Nutzung der genannten Geräte und Maschinen untersagt.

Achtung: Für besonders laute Geräte/Maschinen (Laubbläser, Graskantenschneider, Grastrimmer, Freischneider mit Verbrennungsmotor gelten strengere Nutzungsvorgaben bezüglich der Nutzungszeit.

Schallleistungspegel unter der Geräte- und Maschinenlärmverordnung

In der Geräte- und Maschinenlärmverordnung wird im § 3 auch die Obergrenze der Schallleistungspegel in dB vorgegeben. Mit der Verordnung wird Artikel 12 der europäischen Richtlinie 2000/14/EG  umgesetzt.

Lärmschutz nach Bundesimmissionsschutzgesetz

Ein weiteres Gesetz, das für den Lärmschutz in Fabriken, Werkstätten oder dem Straßenbau ist das Bundesimmissionsschutzgesetz.

Wissenswert: Das Bundes-Immissionsschutzgesetz gehört ursprünglich zum deutschen Umweltrecht, spielt aber auch für den Arbeitsschutz eine wichtige Rolle.

Welches Ziel hat das Bundesimmissionsschutzgesetz?

Das BImSchG schreibt vor, dass Menschen (Arbeitnehmer, Nachbarn usw.) vor den schädlichen Auswirkungen von Lärm zu schützen sind. Dabei ist das Lärmschutzgesetz auf Verkehrslärm genauso anzuwenden, wie auf Gewerbelärm. Da vor allem in der Produktion oft ein hohes Geräuschlevel herrscht, sind derartige Unternehmen zur Erfüllung spezieller Lärmschutzauflagen verpflichtet. Wie diese aussehen können, hängt von den tatsächlichen Gegebenheiten innerhalb der Firma ab.

Wissenswert: Vom Bundesimmissionsschutzgesetz ausgenommen sind kurzfristige Heimwerker- und Handwerkertätigkeiten.

Durch das BImSchG soll die Geräuschentwicklung direkt an der Quelle begrenzt werden, was sich nicht ganz so einfach gestaltet. Eine vom Gesetzgeber vorgegebene Lärmbegrenzung ist auch als ein direkter Eingriff in die Gewerbefreiheit zu sehen. Um dem entgegenzuwirken, wird immer die Schädlichkeit und die Verhältnismäßigkeit eines Verbots bzw. einer Regulierung im direkten Zusammenhang geprüft, bevor ein tatsächliches Verbot oder eine Auflage für den Unternehmer ausgesprochen wird.

Genehmigungspflichtige Anlagen: Was sagt das BImSchG?

Sobald es um die Errichtung einer laut Immissionsschutzgesetz genehmigungspflichtigen

Anlage geht, müssen die Auflagen des § 6 und § 5 BImSchG erfüllt sein. Damit ist sicherzustellen, dass man die nahe liegende Umwelt nicht beschädigt. Wurde eine solche Anlage bereits gebaut, kann der Gesetzgeber nachträgliche Anordnungen aussprechen, um sicherzustellen, dass die Vorgaben des BImSchG erfüllt sind. Wie derartige Vorgaben aussehen können, ist in der TA-Lärm nachzulesen. Die Rechtsgrundlage der TA-Lärm beruht auf § 48 BImSchG.

Lärmschutz und Arbeitsschutz im Büro: Das müssen Sie als Arbeitgeber beachten

Starker Lärm bedeutet immer Stress, was bei Bildschirm– und Büroarbeit äußerst problematisch ist, denn diese verlangt ein hohes Maß an Konzentration. Erschwerend kommt noch hinzu, dass eine dauerhafte Lärmbelästigung nicht nur für eine Abnahme der Leistung sorgt, sondern auch krank macht. Erfahren Sie in unserem Artikel, welche Lärmschutzmaßnahmen Sie als Unternehmer bezüglich eines Großraumbüros einhalten müssen. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass die Bildschirmarbeitsverordnung seit 2016 aufgehoben ist und nun alle Richtlinien in der ArbStättV eingegliedert wurde.

Welche Richtwerte gelten in einem Großraumbüro?

Um zu erfahren, welche Lärmrichtwerte in einem Großraumbüro eingehalten werden müssen, hilft ein Blick ins Arbeitsschutzgesetz. Dort steht geschrieben, dass in derartigen Räumlichkeiten die Lautstärke von 45 Dezibel nicht überschritten werden darf. Bei einem kleinen Büroraum ist der Richtwert sogar niedriger und liegt bei 35 Dezibel.

Welche Lärmschutzmaßnahmen können in einem Großraumbüro umgesetzt werden?

  • Werden neue Bürogeräte angeschafft, sollte möglichst geräuscharme Ausführungen gewählt werden. Prüfen Sie, ob die Bürogeräte mit einem Blauen Engel gekennzeichnet sind. Diese Kennzeichnung stellt sicher, dass die Geräte sehr leise sind.
  • Sehr laute Geräte, wie z. B. der Drucker sollten außerhalb des Großraumbüros aufgestellt werden. Ist das nicht möglich, kann über den Drucker eine sogenannte Schallschutzhaube angebracht werden.
  • Schallabsorbierende Schallwände in Großraumbüros sind Pflicht, um die Lärmentwicklung innerhalb der Räume zu reduzieren.
  • Die Wände des Großraumbüros und die Decken sollten mit schallabsorbierenden Materialien verkleidet werden.
  • Als Bodenbelag in einem derartigen Büro empfiehlt sich Teppichboden, da dieser am meisten Lärm schlucken kann.
  • Verwenden Sie in Ihrem Großraumbüro so weit wie möglich echte Holzmöbel und stellen Sie Zimmerpflanzen auf.
  • Legen Sie per Betriebsanweisung wichtige Kommunikationsregeln in Ihrem Großraumbüro fest. Beispielsweise,
  • Eine private Handynutzung darf nur außerhalb des Büros stattfinden.
  • Wichtige arbeitsbedingte Telefonate sollten in separaten Räumlichkeiten stattfinden.
  • Bestimmen Sie feste Zeiten, innerhalb der die Telefonate Ihres Büros stillstehen sollten.
  • Eine PSA in Form eines Gehörschutzes kann auch in einem Großraumbüro von Vorteil sein. Bieten Sie Ihren Beschäftigten entsprechende Möglichkeiten.
  • Um die Schallentwicklung in Ihrem Großraumbüro zu reduzieren, können Sie den Abstand zwischen den einzelnen Arbeitsplätzen vergrößern.

Achtung: Bei Bauarbeiten im Büro gilt in der Regel, dass normaler Baulärm den Büroangestellten zugemutet werden kann. Trotzdem haben Sie als Arbeitgeber gegenüber der Baufirma einen gewissen Verhandlungsspielraum. Vor allem, wenn durch die Bauarbeiten eine Lärmbelastung über die 85 Dezibel zu erwarten ist, sollten Sie diesen auch in Anspruch nehmen.

Lärmschutz auf dem Bau

Unabhängig, ob es sich um den Brücken- und Straßenbau (Tiefbau) oder den Bau eines Hauses handelt (Hochbau), die AVV Baulärm ist für alle Baubranchen gültig. Die AVV Baulärm besagt, dass ab einer Lärmimmission 5 DB Lärmschutzmaßnahmen getroffen werden müssen. Nur so können die auf der Baustelle Beschäftigten und die Anwohner vor den negativen Auswirkungen des Baustellenlärms geschützt werden.

Wissenswert: Als Betreiber einer Baustelle unterliegen Baufirmen dem Arbeitsschutzgesetz und natürlich auch § 22 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. Das Arbeitsschutzgesetz und das Bundes-Immissionsschutzgesetz verpflichten den Arbeitgeber dazu, dass bei den Bauarbeiten darauf geachtet werden muss Lärm nach dem aktuellen Stand der Technik zu vermeiden. Gleichzeitig muss er entsprechende Vorkehrungen treffen, dass sich unvermeidbarer Baustellenlärm nicht ausbreiten kann.

Welche Immissionsrichtwerte hat die Bundesregierung für Arbeiten auf dem Bau festgelegt?

 

Gebiete

tagsüber

nachtsüber

Pflegeanstalten, Krankenhäuser, Kurzgebiete 45 dB 35 dB
Gewerbegebiete 65-70 dB 50 dB
Wohngebiete 45 dB 35 dB
Mischgebiete 60 dB 45 dB

 

Wissenswert: Der Gesetzgeber wertet zwischen 20.00 und 7.00 Uhr als Nachtzeit.

Lärmschutz auf der Baustelle (Hoch- und Tiefbau): diese Maßnahmen sind einzuhalten

  • Unabhängig, ob Tief- oder Hochbau, Baufirmen sind immer seitens des Gesetzgebers dazu verpflichtet, jede Arbeit auf der Baustelle möglichst geräuscharm abzuwickeln. Hierfür sollten möglichst geräuscharme Baustellenmaschinen verwenden werden. Zugleich müssen entsprechende Lärm-Abschirmmaßnahmen getroffen werden. Unter derartigen Abschirmmaßnahmen fallen nämlich auch alle Maßnahmen, die getroffen werden müssen, um die angrenzenden Anwohner vor Lärm zu schützen.

Tipp: Welche Lärmschutzmaßnahmen getroffen werden können, kann in der Anlage 5 der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Schutz gegen Baulärm nachgelesen werden.

  • Auf der Baustelle dürfen nur Geräte und Maschinen verwendet werden, die die Vorgaben des 32. BImschV erfüllen. Derartige Geräte sind mit einer CE-Kennzeichnung versehen. Diese wird immer durch eine Angabe des Schallleistungspegels ergänzt. Nähere Informationen bezüglich der Betriebszeiten sind ebenfalls im 32. BImschV vorgegeben.

Wissenswert: Um sicherzugehen, sollten nur in Gewerbe- und Industriegebieten zwischen 20.00 und 7.00 Uhr Bauarbeiten ausgeführt werden. In allen anderen Gebieten (Wohn-, Misch- oder Kurzgebieten) ist davon auszugehen, dass die Immissionsrichtwerte überschritten werden, wenn die Arbeit mit Baumaschinen außerhalb der festgelegten Zeiten erfolgt.

Lärmschutz auf der Baustelle: Der Schutz der Mitarbeiter

Neben den Anwohnern sind vor allem auch die auf einer Baustelle tätigen Mitarbeiter vor übermäßigen Lärm zu schützen. In den Lärmschutzrichtlinien kann nachgelesen werden, wie lange und wie oft sie Baulärm ausgesetzt werden dürfen. Laut des Arbeitsschutzgesetzes liegt der Risikowert bei 80 dB. Dieser Wert wurde seitens des Gesetzgebers anhand einer 5-Tage-Woche bei einer täglichen Arbeitszeit von 8 Stunden ermittelt.

Wichtig: Überschreitet die tatsächliche Lärmbelastung den vorgegebenen Grenzwert müssen Sie als Arbeitgeber individuelle Lärmschutzmaßnahmen (z. B. Schallschutzwände, Gehörschutz usw.) treffen. Wie diese ausfallen müssen, hängt von den tatsächlichen Arbeitsbedingungen ab.

Zu beachten sind die Vorgaben zum Lärmschutz, die von staatlicher Seite der Baustellenbetreiber unbedingt einhalten muss, da ein Verstoß empfindliche Strafen nach sich ziehen kann. Diese beginnen bei einer einfachen Geldstrafe und können bis zur Stilllegung der Baustelle führen. Schlimmstenfalls können Verstöße sogar der Grund für eine Anzeige wegen Körperverletzung sein.

Lärmschutz in der Werkstatt

Gerade in einer Werkstatt kann es sehr laut werden, darum sind immer entsprechende Lärmschutzmaßnahmen zu treffen, um die Mitarbeiter und auch in der Nähe lebende Anwohner vor einer übermäßigen Geräuschbelastung zu schützen. Die Lärmschutzmaßnahmen, die in einer Werkstatt eingehalten werden müssen, werden von verschiedenen Gesetzen vorgegeben. Nachfolgend werden einige Maßnahmen vorgestellt, die als Lärmschutz in einer Werkstatt umgesetzt werden können.

Guter Schallschutz innerhalb einer Werkstatt beginnt bereits bei den Wänden. Eine ausreichende Schalldämmung ist maßgeblich, um die Lärmbelastung der Anwohner minimal zu halten. Wird die Werkstatt neu errichtet, empfiehlt es sich, dass die Wände aus massivem Beton errichtet werden. Doch auch Wände aus Kalksandstein oder Vollziegel verhindern, dass sich Schall bzw. Lärm ungehindert ausbreiten kann.

Tipp:  Die Werkstattwände sollten ein Schalldämmmaß von mindestens 17,5 cm/58 dB aufweisen.

Denken Sie an spezielle Schallschutzfenster zum Lärmschutz

In Sachen Lärmschutz bzw. der Schalldämmung dürfen natürlich auch die Fenster nicht vergessen werden. In der heutigen Zeit verfügen Standardfenster bereits über eine gewisse Schalldämmung, die aber für einen gewerblichen Betrieb nicht geeignet ist. Für eine hohe Schalldämmung der Fenster ist nicht alleine die Verglasung ausreichend, denn auch die Dichtungen und die Fensterbeschläge spielen hierbei eine wichtige Rolle.

Wissenswert: Sind die Fenster zu 100% dicht, weißt ein Fenster in Standardausführung eine Dämmeigenschaft von ca. 32 dB auf. Nur spezielle Schallschutzfenster weißen eine höhere Schalldämmung auf.

So sehen optimale Schallschutzfenster aus

  • Die Verglasung von sogenannten Schallschutzfenstern ist asymmetrisch aufgebaut, um die Schallwellen besser auseinanderzubrechen.
  • Neben der speziellen Form der Verglasung ist diese noch mit einer speziellen Akustikfolie versehen.
  • Der Abstand zwischen den zwei Scheiben der Doppelverglasung ist viel höher.

Wissenswert: Hochwertige Schallschutzfenster erkennen sie an der sogenannten RAL-Gütekennzeichnung.

Lärmschutz: Diese Anforderungen müssen Werkstatttüren erfüllen

  • Die Lärmschutzauflagen, die Sie als Arbeitgeber zu erfüllen haben, gehen bei der Werkstatttür weiter. Diese sollte möglichst schwer sein. Je schwerer die Tür, umso besser, denn die schalldämmende Wirkung nimmt mit steigendem Gewicht zu.
  • Das Material und die Füllung der Werkstattür sollten nicht nur entsprechend Stabilität aufweisen, sondern auch schall- und wärmedämmend sein.
  • Natürlich spielt auch die Füllstärke der Türen für die Wärme- und Schalldämmung eine wichtige Rolle. Des Weiteren muss die Werkstatttür möglichst dicht mit dem Boden abschließen, damit kein Lärm aus dem Inneren der Werkstatt nach außen dringen kann.

Dach, Geschossdecken und Dachboden sind beim Lärmschutz innerhalb einer Werkstatt ebenfalls zu beachten. Das Dach der Werkstatt ist möglichst in Massivbauweise zu erstellen. Zusätzlich sollte man dieses mit hochwertigem und schallabsorbierendem Material dämmen. Ähnliche Lärmdämmmaßnahmen sind beim Dachboden und den Geschossdecken umzusetzen.

Tipp: Als Bodenbelag in einer Werkstatt eignen sich entweder elastische Bodenbeläge (z. B. Kork- oder Kunststoffbodenbeläge) oder schwimmender Estrich. Derartige Beläge schlucken bereits eine Menge Lärm.

Lärmschutz in Werkstätten: Denken Sie an die Schwachstellen jedes Gebäudes – Rollokästen und freiliegende Rohre

Auch wenn Sie Schallschutzfenster in Ihrer Werkstatt eingebaut haben, ist kein hundertprozentiger Lärmschutz gegeben, wenn nicht noch spezielle Lärmschutzmaßnahmen bezüglich der Rollokästen unternommen wurden. Freiliegende Rohre und Leitungen sind immer problematisch, da über diese der Lärm verstärkt übertragen wird. Um den Lärmschutz in Ihrer Werkstatt zu optimieren, sind alle installierten freiliegenden Rohre zu ummantelt bzw. zu isolieren.

Sorgen Sie mit großen Regalen und anderen Möbeln für Lärmschutzbarrieren

Die Übertragung von Krach und Lärm findet normalerweise über die Wand statt. Um hier Abhilfe zu schaffen, sollten Sie große Regale und andere Möbel an den Werkstattwänden aufstellen lassen. Mehrdimensionale Flächen helfen den Lärm deutlich zu reduzieren. Große und glatte Flächen sorgen für eine verstärkte Lärmreflektion. Stellen Sie sicher, dass derartige Wände nicht frei bleiben.

Neben baulichen Lärmschutzmaßnahmen am Werkstattgebäude sind auch bezüglich Maschinen und Geräte entsprechende Schallschutzmaßnahmen zu treffen. Das können z. B. Schallschutzelemente oder sogenannte Maschineneinhausungen sein. Auch Breitbandabsorber oder Akustikbaffeln an den Decken und Wänden können helfen, die Lärmbelastung Ihrer Werkstatt spürbar zu reduzieren. Zu guter Letzt können Sie Ihre Arbeitnehmer vor einer zu hohen Lärmbelastung schützen in dem Sie diese zum Tragen eines Gehörschutzes oder einer PSA animieren.

Lärmschutz im Lager

In einem Lager herrscht üblicherweise ein ständiges Kommen und Gehen. Dementsprechend hoch ist auch die Lärmbelastung, die durch den ständigen Verkehr entsteht. Der Hauptgrund, warum der Arbeitgeber entsprechend Lärmschutzmaßnahmen im Lager zu treffen hat. Die Basis effektiven Lärmschutzes ist die Gefährdungsbeurteilung. Anhand der ermittelten Gefahren sind die späteren Lärmschutzmaßnahmen zu bestimmen.

Technische Lärmschutzmaßnahmen im Lager

Seitens des Gesetzesgeber obliegt es Ihnen als Arbeitgeber Ihre Beschäftigten im Lager und der Verladestation vor Lärm zu schützen. Hierfür stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten offen:

  • Sorgen Sie für schallabsorbierende Decken- und Wandbeläge
  • Reduzieren Sie große, glatte und freie Flecken in Ihrem Lager.
  • Da im Lager ein ständiges Kommen und Gehen herrscht, sind ein großer Teil der baulicher Lärmschutzmaßnahmen weniger wirksam. Hier ist es sinnvoll organisatorische und technische Lärmschutzmaßnahmen gezielt aufeinander anzupassen, um diese „Schwäche“ auszugleichen. Beispiel: Stellen Sie Ihren Beschäftigten eine PSA in Form eines hochwertigen Gehörschutzes zur Verfügung. Das Tragen eines Gehörschutzes empfiehlt sich immer dann, wenn der aktuelle Stand der Technik nicht ausreicht, um Ihre Mitarbeiter vor gesundheitsschädigender Lärmbelastung zu schützen. Zudem bekommen Sie durch die Betriebsanweisung, dass Ihre Mitarbeiter einen Gehörschutz tragen müssen, mehr Zeit, um technische und bauliche Lärmschutzmaßnahmen umzusetzen. Sind die Kosten, das Lager umzubauen unverhältnismäßig hoch, ist das Ausweichen auf eine PSA eine durch den Gesetzgeber akzeptierte Alternative zu den sonst verlangten baulichen und technischen Lärmschutzmaßnahmen.
  • Die gesetzlichen Vorgaben bezüglich der Immissionsrichtlinien darf man auch im Lager nicht überschreiten.
  • Im Lager sollten möglichst geräuscharme Bodenbeläge verlegt sein
  • Die Verwendung von geräuscharmen Geräten und Maschinen ist vorzuziehen
  • Im Lager sind ebenfalls die gesetzlichen Ruhezeiten einzuhalten. Vor allem dann, wenn das Lager an ein Wohngebiet oder ein Mischgebiet grenzt.
  • Freiliegende Rohre und Leitungen sind zu isolieren, um eine ungewollte Schallübertragung zu verhindern.
  • Legen Sie in Ihrem Lager, im Verladebereich und/oder Ihrem Firmengelände entsprechend Geschwindigkeitsbegrenzungen fest, um den Lärm durch die Reifen-Fahrbahn-Geräusche zu reduzieren.
  • Errichten Sie im Bereich der Verladestellen Lärmschutzwände, um die Geräuschbelastung für die Umgebung zu reduzieren.

Lärmschutz an Verladestellen

Auch bei Verladestellen gilt es Lärmschutzmaßnahmen organisatorischer, technischer und baulicher Natur zu treffen, um Arbeitnehmer und Anwohner vor einer unnötigen Lärmbelastung zu bewahren. Erfahren Sie bei uns welche.

  • Da sich im Verladebereich kaum technische Lärmschutzmaßnahmen umsetzen lassen, die die Mitarbeiter zu 100 Prozent vor Lärm zu schützen, empfiehlt sich hier das Tragen eines Gehörschutzes. Dieser muss vom Arbeitgeber bereitgestellt werden. Dabei ist der Gehörschutz anhand des Umgebungslärms und den körperlichen Gegebenheiten des Arbeitnehmers entsprechend auszuwählen.
  • Für das Entladen der ankommenden Güterwagen und/oder LKW sollten möglichst geräuscharme Geräte gewählt werden.
  • Arbeitnehmer müssen ausreichend Ruhezeiten einzuräumen werden (Stichwort: Arbeitsschutzgesetz).
  • Halten Sie sich vor allem nachts an die vom Gesetzgeber vorgegebenen Ruhezeiten. An gesetzlichen Feier- und Sonntagen ist es streng verboten unnötig Lärm zu verursachen.
  • Im Außenbereich sind entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung von Lärm zu verhindern: Beispielsweise durch Anpflanzungen von Büschen an den Grundstücksgrenzen oder das Einrichten von Lärmschutzwänden.
  • Abgas- und Lärmerzeugende Motoren müssen beim Entladen laut § 2 Abs. 3 LImSchGIn ausgeschaltet werden. Diese Bestimmung betrifft aber keine Anlieferfahrzeuge, die mit Kühlaggregaten ausgestattet sind, um die Lieferkette nicht zu unterbrechen.
  • Bündeln Sie die Anlieferungen
  • Geben Sie gesetzeskonforme Anlieferzeiten vor
  • Im Anlieferungsbereich dürfen nur lärmarme Transportmittel verwendet werden.

Was passiert, wenn die Lärmschutzmaßnahmen an Verladestellen vernachlässigt werden?

Der Lieferant als auch die belieferte Firma können bei Verstößen gegen die geltenden Lärmschutzbedingungen wegen einer Ordnungswidrigkeit (§ 15 LImSchG und § 117 Abs. OwiG) wegen einer Ordnungswidrigkeit belangt werden. Diese kann eine Geldstrafe von bis zu 50 000 € nach sich ziehen.

Lärmschutz in der Gastronomie

Gerade in der Gastronomie (Gaststätten, Biergarten, Diskothek usw.) ist Lärm allgegenwertig. Lärm, der nicht nur die Arbeitnehmer beeinträchtigen, sondern auch die Nachtruhe der Anwohner empfindlich stören kann. Darum hat der Gesetzgeber ein ganz spezielles Regelwerk erlassen, dass das empfindliche Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen des „Unternehmers“ und die der Anwohner bewahren soll.

Lärmschutz in der Gastronomie: Diese Gesetze gelten

  • Sportanlagenlärmschutzverordnung
  • Gaststättengesetz
  • TA-Lärm
  • BImSchG
  • LlmSchg

Wissenswert: Aus der TA-Lärm ergeben sich die Vorgaben, die der Betreiber einer gastronomischen Einrichtung einhalten muss. Hier achtet vor allem das Ordnungsamt der jeweiligen Stadt darauf, dass man die vorgegebenen Lärmrichtwerte nicht überschreitet. Die notwendigen Mittel zur Durchsetzung dieser Vorgaben gibt man dem Ordnungsamt durch das Gaststättenrecht an die Hand. In der TA-Lärm und dem Gaststättenrecht geht man auch näher darauf ein, welche organisatorischen Maßnahmen umzusetzen und Auflagen in Sachen „technischer Schallschutz“ zu erfüllen sind.

Die TA-Lärm-Vorgaben sind für die Außengastronomie nicht unbedingt verpflichtend, dienen aber als Basis für das individuelle Festlegen von Maßnahmen

Das Landesimmissionsgesetz (LlmSchg § 9 Abs.2) eröffnet der Außengastronomie sogar wesentlich mehr Freiheiten. So darf diese bis 24.00 Uhr geöffnet haben, solange sich die Geräuschkulisse von der Gastronomie Geräusche kommt. Schwieriger wird es, wenn durch den Betrieb Lärm durch „gastronomiefremde“ Quellen entsteht und die Anwohner belästigt. Derartige gastronomiefremde Quellen wären z. B. eine Fußballliveübertragung, an- und abfahrende Autos usw. Sollte die Nachtruhe der Anwohner trotz Lärmschutzmaßnahmen nicht gewährleistet sein, kann der Betreiber bei dem für ihm zuständigen Ordnungsamt eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Ob diese bewilligt wird oder nicht, hängt von vielerlei Faktoren ab.

Welche Lärmschutzmaßnahmen stehen dem Gastronomen zur Verfügung

  • Die Musikanlage mit sogenannten Pendelbegrenzer auszustatten.
  • Abgehängte Decken, wodurch man die Lärmübertragung an die Umgebung reduziert.
  • Vorsatzschalen an den Wenden.
  • Offene Fenster sind immer problematisch, da sich hier Lärm ungehindert ausbreiten kann. Darum sollte man in gastronomischen Einrichtungen immer für schallgedämpfte Belüftungsmöglichkeiten sorgen.
  • Windfänge in Gaststättengebäuden. Es sollte nur durch zwei verschließbare Türen betreten werden können.
  • Die Musikbeschallung zeitlich begrenzen.
  • Die Freisitzflächen sollten möglichst weit von der Nachbarschaft entfernt sein.
  • Aufstellen von Schallschutz- und/oder Sichtschutzwänden. Am besten bepflanzt man die Grundstücksgrenzen noch. Die Pflanzen schlucken einen großen Teil des Lärms und gewährleisten den Gästen und auch der direkten Nachbarschaft eine gewisse Privatsphäre.

Lärmschutz Flughafen

Die Gesetze zum Lärmschutz am Flughafen umfassen verschiedene Schwerpunkte, die eingehalten werden müssen. Dazu gehört der Schutz der am Flughafen Beschäftigten (Stichwort: Arbeitsschutz) genauso wie der Schutz Flughafengästen und/oder die Anwohner des Flughafens.

Welche Gesetze müssen bezüglich des Lärmschutzes am Flughafen eingehalten werden?

Mit der Ende 2007 in Kraft getretenen FlugLärmG (Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm) wurde der Lärmschutz für Flughäfen umgehend modernisiert. Durch die Änderungen wurden vor allem die Interessen der Anwohner deutlich gestärkt.

Wissenswert: Bei der Erstellung der FluglärmG flossen die neusten Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen mit ein. Zeitgleich zur Veröffentlichung hat man auch das Luftverkehrsgesetz überarbeitet, um den Lärmschutz am Flughafen zu verbessern. Beispielsweise, in dem man sogenannte Lärmschutzbereiche festgelegt hat oder das Einführen sogenannter Nachtschutzzonen.

Welchen Zweck hat das Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm

Das FluglärmG wurde geschaffen, um die Nachbarschaft von den erheblichen gesundheitlichen Nachteilen des Fluglärms zu schützen. Hierbei wurden z. B. Nutzungsbeschränkungen von Nachbargrundstücken ausgesprochen. Natürlich hat der Flughafenbetreiber auch verschiedene bauliche Lärmschutzmaßnahmen (z. B. Schallschutz) zu erfüllen.

Wissenswert: Die EG-Umgebungslärmrichtlinie ist ein weiteres Gesetz, das für den Lärmschutz am Flughafen von maßgeblicher Relevanz ist. Es nimmt aber nicht den Flughafenbetreiber in die Pflicht, sondern das Land. Es wird zur Erstellung von Lärmkarten und Entwicklung von Maßnahmen gegen sogenannte Lärmbrennpunkte angehalten. Dabei soll natürlich die Öffentlichkeit mit eingezogen werden.

Weitere Gesetze, die entweder eine direkte oder indirekte Auswirkung auf den Lärmschutz am Flughafen haben, sind:

  • 326 LuftVG
  • 1 LuftVG
  • 32a LuftVG
  • 19a LuftVG
  • 296 LuftVG
  • 27c LuftVG

Lärmschutz am Flughafen: die Maßnahmen

Um für alle Anwohner und Beschäftigten eines Flughafens die Lärmbelastung möglichst gering zu halten, gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die je nach dem entweder vom Flughafenbetreiber oder von staatlicher Seite umgesetzt werden müssen. Nachfolgend eine Auflistung der wichtigsten Lärmschutzmöglichkeiten am Flughafen.

  • Lande- und Startentgelte, deren Höhe von den Immissionen des jeweiligen Flugzeugs abhängen. Laut dem Listenverfahren zur Gebührendifferenzierung für Kapitel 3, Flugzeuge nach ICAD-Annex 16 sind Flughäfen dazu verpflichtet, ein lärmdifferenziertes Lande- und Startentgelt zu verlangen.
  • Strenge Regeln zu Nachtflügen: Anfang 2001 hat man die Nachtflugregelung aus Lärmschutzgründen komplett überarbeitet. In der Kernzeit zwischen 0 und 5 Uhr dürfen nur noch Vermessungs- und/oder Postflüge starten. Allerdings sind Ausnahmen erlaubt, wie z. B. Landungen aus Gründen der Flugsicherheit, Hilfeleistungsflugzeuge oder Notflüge. Während der Nachtrandstunden (5 bis 6 Uhr und 22 bis 24 Uhr) dürfen nur besonders leise Flugzeuge landen und Starten
  • Die passiven Schallschutzmaßnahmen am Flughafen: Mit der Änderung der Nachtflugregeln im Jahr 2001 haben Anwohner von Flughäfen die Möglichkeit diverse Schallschutzmaßnahmen geltend zu machen.
  • Laute Flugzeuge dürfen nicht mehr starten, da für diese ein gesetzliches Flugverbot ausgesprochen wurde. Seit 2002 ist die Richtlinie 92/14/EWG gültig. Diese besagt, dass Kapitel-2-Flugzeuge nicht mehr starten dürfen und aus dem Verkehr zu ziehen sind. Von dieser Regelung nicht betroffen sind Flugzeuge mit einem Gewicht unter 34 Tonnen und weniger als 19 Sitzplätzen.
  • Für die Triebwerksprobelaufstände sind auf jeden Fall spezielle Lärmschutzmaßnahmen zu treffen, da die Reparaturen (Tests bezüglich der Leistungsfähigkeit der Turbinen usw.) überwiegend nachts stattfinden. So muss die Anlage z. B. über mehrere Zentimeter dicke Stahlbetonwände verfügen. An diesen sollten noch einmal dicke Akustik-Paneele angebracht werden, um eine Ausbreitung des Lärms zu verhindern. Eine konische Form der Decken sorgt dafür, dass die Schallwellen gleich im Keim erstickt werden.
  • Optimierte und effiziente An- und Abflugverfahren: um die Lärmentwicklung an Flughäfen zu reduzieren, muss der Flughafenbetreiber in seinem Betrieb ein optimiertes An- und Abflugverfahren festlegen. Bei der Umsetzung unterstützen die DFS, die FMG und die Fluglärmkommission.
  • Natürlich sind auch beim Bau der Abflughalle einige Lärmschutzvorgaben einzuhalten, um die dort arbeitenden Beschäftigten und Flughafengäste vor einer unnötigen Lärmbelastung zu schützen.
  • Je nach Arbeitsbereich sind zum Schutz der Beschäftigten nicht nur bauliche, sondern auch organisatorische und technische Lärmschutzmaßnahmen zu treffen. Hier sind vor allem die Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes zu bedenken.

Lärmschutz in der Fabrik/Produktion

Lärmschwerhörigkeit ist eine der meist verbreiteten Berufskrankheiten. Denn: Eine Lärmbelastung von mehr als 90 dB kann schon bei nur einer geringen Arbeitszeit zwischen 2 und 4 Stunden zu dauerhaften Schäden am Gehör führen. Zum Schutz der Arbeitnehmer sind Arbeitgeber laut der Unfallverhütungsvorschriften zur Ermittlung eines orts- und personenbezogenen Beurteilungspegels verpflichtet. Ergibt sich hier ein Beurteilungspegel unter 85 dB, ist mit keinem lärmbedingten Gehörschaden zu rechnen. Ist die Lärmbelastung über 85 dB, sind entsprechende Lärmschutzmaßnahmen zu treffen. In der Fabrik, vor allem in der Produktion werden diese in sekundäre und primäre Lärmschutzmaßnahmen unterteilt.

Was sind primäre Lärmschutzmaßnahmen?

Unter aktivem Lärmschutz versteht man alle Maßnahmen, die zu treffen sind, um den entstehenden Lärm direkt an der Quelle zu unterdrücken.

Was ist ein sekundärer Lärmschutz?

Vor allem in der Produktion bei Arbeiten, wie dem Bearbeiten von Werkstücken (Umformen, Stanzen usw.) oder bei automatisierten Anlagen kann der primäre Lärmschutz nur schwer umgesetzt werden. Hier können nur sekundäre Lärmschutzmaßnahmen helfen, die Lärmbelastung für Arbeitnehmer zu reduzieren. Derartige sekundäre Lärmschutzmaßnahmen sind z. B. Trennwände, Lärmschutzkabinen usw.

Sekundärer Lärmschutz: Welche Maßnahmen gibt es?

  • Lärmschutzkabinen sind eine gute Möglichkeit, um die Geräuschentwicklung von Drehmaschinen, Fräswerken und Co. deutlich zu hemmen. Dazu gehören z. B. Maschineneinhausungen. Sie umschließen eine Maschine und verhindern, dass sich Lärm ungehindert ausbreiten kann.
  • Als Lärmschutz können in Fabriken auch neue Hallenwände eingezogen werden.
  • Lärmabsorbierende Wand- und Deckenbeläge. Zusätzlich eine konische Deckenform, um den Schall besser zu brechen.
  • Einbau von schallisolierendem Fenster und Rollokästen.
  • Gerade in der Produktion herrscht oft ein hoher Lärmpegel. Aus diesem Grund ist vor allem bei der Wahl der Zugangstüren auf optimale Lärmschutzwerte zu achten. Die Türen sollten möglichst schwer sein und bis zum Boden reichen, um zu verhindern, dass sich Lärm ungehindert ausbreiten kann.
  • Schallabsorbierende Bodenbeläge schlucken den Lärm, bevor er sich ausbreiten kann.
  • Unterbinden von Lärm an Sonn- und Feiertagen und das Einhalten nächtlicher Ruhezeiten.
  • Dort wo sekundäre, technische und bauliche Lärmschutzmaßnahmen nicht greifen, hilft es nur noch organisatorische Lärmschutzmaßnahmen zu treffen und zwar in dem man die Mitarbeiter zum Tragen eines Gehörschutzes verpflichtet.
  • Das Verwenden möglichst geräuscharmer Geräte und Maschinen
  • In der Produktion einer Fabrik herrscht in der Regel ein ständiges Kommen und Gehen. Dementsprechend hoch ist auch der Lautstärkepegel. Um die Abrollgeräusche der Transporthilfsmittel zu reduzieren, sind möglichst leise Reifen zu montieren.
  • Schallisolierende Bodenbeläge sind natürlich Pflicht.
  • Lärmschutzmaßnahmen im Außenbereich in Form von Lärmschutzwänden und Anpflanzungen, um zu verhindern, dass der Gewerbelärm die Nachbarschaft stört.
  • Das Festlegen von Geschwindigkeitsbegrenzungen, um die Lautstärke des Anlieferverkehrs (Abrollgeräusche der Reifen) zu reduzieren.
  • In lauten Bereichen der Fabrik, wie z. B. den Eingangsbereichen, ist ein schleusenartiger Aufbau ratsam. Nur so können Sie verhindern, dass sich der Produktionslärm ungehindert ausbreiten kann.
  • Keine aktiven Lärmschutzmaßnahmen aber notwendig, halten Sie Ihre Mitarbeiter dazu an, regelmäßig an den Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen.

Achtung: Die genannten Lärmschutzmaßnahmen sind nur ein kleiner Teil der Möglichkeiten, die Unternehmer zur Verfügung stehen, um Ihre Arbeitnehmer vor einer überhöhten Lärmbelastung zu schützen. Prüfen Sie deshalb in regelmäßigen Abständen jeden Arbeitsplatz anhand der Gefährdungsbeurteilung, ob die getroffenen Lärmschutzmaßnahmen ihre Wirksamkeit nicht verlieren.

Gehörschutz: Welche Arten gibt es?

Grundsätzlich kann persönlicher Gehörschutz in drei Kategorien unterteilt werden:

  1. Gehörschutzstöpsel
  2. Kapselgehörschutz
  3. Bügelgehörschutz

Das sollten Sie über Gehörschutzstöpsel wissen

Es gibt zwei Arten von Gehörschutzstöpseln, die bereits fertig geformten und die, die kurz vor der Verwendung zu formen sind. Beide Ausführungen der Gehörschutzstöpsel werden, wie der Name verrät, direkt in den Gehörgang gesteckt. Achtung, während fertiggeformte Gehörschutzstöpsel für mehrmalige Verwendung geeignet sind, sind die selbst zu formenden Gehörschutzstöpsel nach einer Verwendung sofort zu entsorgen.

Wissenswert: Im Handel gibt Gehörschutzstöpsel mit unterschiedlicher Schutzwirkung zu kaufen.

Die Vor- und Nachteile der Gehörschutzstöpsel

Gehörschutzstöpsel können problemlos mit anderer Schutzausrüstung (Schutzbrille, Atemschutz usw.) kombiniert werden.

geringes Gewicht

kostengünstig

geringes Tragegewicht

Damit Gehörschutzstöpsel richtig sitzen braucht man etwas Übung.

Muss man die Gehörschutzstöpsel recht lange tragen, kann das zu einem unangenehmen Druckgefühl auf den Ohren oder gar Entzündungen der Gehörgänge führen.

Was ist ein Kapselgehörschutz?

Bei einem Kapselgehörschutz handelt es sich um zwei Schalen, die man über den Ohren trägt. Sie werden an Ihrem Platz durch zwei Bügel gehalten. Ein derartiger Kapselgehörschutz ist mit unterschiedlich hohen Lärmdämmeigenschaften zu kaufen.

Wann trägt man den Kapselgehörschutz?

Verträgt ein Arbeitnehmer die Gehörschutzstöpsel nicht, weil Sie unangenehm drücken oder er ständig unter Entzündungen des Gehörgangs leitet, ist der Kapselgehörschutz vorzuziehen.

In welchen Lärmschutzklassen ist der Kapselgehörschutz zu kaufen?

Ein Kapselgehörschutz kann mit einer Lärmdämmeigenschaft zwischen 20 dB – 37 dB erstanden werden.

Die Vor- und Nachteile von Kapselgehörschutz

In den Kapselgehörschutz kann Radio oder Funk integriert werden.

Der Kapselgehörschutz bietet eine relativ hohe Lärmdämmung

Der Kapselgehörschutz weißt einen hohen Tragekomfort auf, da es zu keinem Druckgefühl auf den Ohren kommt.

einfache Handhabung, der Gehörschutz kann schnell auf- und abgesetzt werden.

der Kapselgehörschutz kann für verschiedene Branchen verwendet werden.

Es kann recht heiß unter dem Kapselgehörschutz werden.

Kapselgehörschützer sind relativ schwer und lassen sich nicht so einfach mit anderer Schutzausrüstung kombinieren.

Was ist ein Bügelgehörschutz?

Bügelgehörschützer sehen Gehörschutzstöpsel äußerst ähnlich, werden aber durch einen Bügel unterm Kinn oder im Nacken zusammengehalten.

Mit welchen Lärmdämmleistungen gibt es einen Bügelgehörschutz zu kaufen?

Die maximale Lärmdämmleistung eines Bügelgehörschutzes liegt bei 25 dB.

Die Vor- und Nachteile von Bügelgehörschützern

Muss man den Gehörschutz ständig auf- und abgesetzen, ist der Bügelgehörschutz von Vorteil, da die Handhabung wesentlich einfacher ist.

Der Bügelgehörschutz ist nicht sehr schwer, was einen hohen Tragekomfort gewährleistet.

Der Bügelgehörschutz ist problemlos mit anderer Schutzausrüstung kombinierbar.

attraktive Einkaufspreise

Leider kann es bei der Verwendung des Bügelgehörschutzes durch normale Kleidung bzw. Schutzkleidung zu einem sogenannten Übertragungsschall kommt.

Der Gehörschutz ist leider nur mit sehr niedriger Dämmeigenschaften zu haben.

Gehörschutz: Welche Vorschriften und Normen müssen erfüllt sein?

Welche Gehörschutz- bzw. Lärmschutzmaßnahmen zu erfüllen sind, ist in der Richtlinie 2003/10/EG nachzulesen. Dort ist unteranderem festgelegt, ab wann ein Arbeitgeber seinen Beschäftigten einen Gehörschutz zur Verfügung stellen muss.

Achtung: bei den Vorgaben der Richtlinie 2003/10/EG handelt es sich um eine Mindestvorgabe. Es liegt natürlich im Ermessen des Arbeitgebers, dass seine Beschäftigten möglichst lange gesund bleiben. Darum lohnt es sich immer, mehr in den Arbeitsschutz zu investieren als vom Gesetzgeber vorgegeben.

Wissenswert: Ist der ermittelte Spitzenschalldruckpegel >= 135 dB und/oder der Lärmexpositionspegel >= 80 dB ist der Arbeitgeber verpflichtet, seinen Arbeitnehmern einen Gehörschutz bereitzustellen. Das Gesetz bzw. die Richtlinie verpflichtet aber auch die Arbeitnehmer zum Tragen des Gehörschutzes.

Eine weitere Richtlinie, die bezüglich des Gehörschutzes eine wichtige Rolle spielt, wird von der Berufsgenossenschaft vorgegeben- die BGR 194. Hier werden die Vorschriften bezüglich der Benutzung und die Anforderungen, die der Gehörschutz erfüllen muss, genau aufgeführt. Ergänzend dazu sollte man auch die EN 458/2004 nicht außeracht lassen.

So ermitteln Sie, welcher Gehörschutz für Arbeitsplatz am besten ist

Um zu ermitteln, welcher Gehörschutz für Ihr Unternehmen an geeignetsten ist, empfiehlt sich im ersten Schritt immer eine Gefahrenbeurteilung. Danach kann ein HML-Check weiterhelfen. Hier können Sie gezielt in der IFA-Datenbank nachschlagen, um anhand der Geräuschklasse, Lärmquelle und/oder des Lärmpegels den geeigneten Gehörschutz herauszufinden.

Autor: Redaktion Safety Xperts

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