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Neue Sicherheitsregeln für Galvanik

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Galvanik

Für Galvanik-Betriebe liegt eine neue Branchenregel der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) vor. Bei der elektrolytischen und chemischen Oberflächenbehandlung kommt eine Vielzahl an unterschiedlichen Gefährdungen zusammen. Neben Gefahrstoffen zählen bewegte Maschinenteile sowie das Arbeiten bei Lärm und Hitze zu den größten Unfall- und Gesundheitsrisiken.

Die neue DGUV-Regel 109-602 fasst zunächst wichtige Arbeitsschutz-Grundlagen zusammen wie Beschäftigungsbeschränkungen, Anforderungen an die Fachkunde oder Erste-Hilfe-Maßnahmen. Im Hauptteil des Dokuments finden Sie ausführliche Informationen zu den Gefährdungsarten bei den einzelnen Arbeitsverfahren. Diese umfassen sowohl die Vorbehandlung (Polieren, Glänzen, chemisches Entgraten, Entfetten, Beizen usw.) und die Oberflächenbehandlung (Verzinken, Hartverchromen, Glanzverchromen, Vernickeln, Verkupfern, Eloxieren u. a.) als auch die Nachbehandlung von Werkstücken (Chromatieren, Entchromen usw.).

Häufige und typische Gefährdungen für Mitarbeiter dabei sind:

  • Chemische Gefährdungen, z. B. durch Einatmen oder Hautkontakt; einige Substanzen wie Cyanwasserstoff beim Verzinken oder nitrose Gase durch Salpetersäure beim Entchromen sind extrem giftig!
  • Mechanische Verletzungen an Quetsch- und Scherstellen z. B. von Beschickungseinrichtungen
  • Lärm, z. B. durch Trommelanlagen
  • Hitze durch die bis zu 80 °C heißen Elektrolyte sowie heiße Oberflächen von Behältern und Rohrleitungen

Dazu kommen Brand- und Explosionsrisiken sowie Gefährdungen durch elektromagnetische Felder. Aufgrund der teils recht hohen Stromdichten und -stärken sollten Sie Letztere unbedingt im Fokus haben, wenn Sie Mitarbeiter mit aktiven Implantaten beschäftigen.

Die Schutzmaßnahmen bauen auf der bewährten STOP-Rangfolge auf:

  1. Substitution; z. B. wenn möglich Chrom(I II)-Verbindungen statt Chrom( VI)-Verbindungen einsetzen; staubende Gefahrstoffe durch Flüssigkonzentrate oder Granulate ersetzen.
  2. technischer Schutz, z. B. durch geschlossene Befüllsysteme oder das Absaugen von Gefahrstoffen am Ort deren Entstehung.
  3. organisatorische Maßnahmen, dazu gehören Betriebsanweisungen, Hygienevorgaben, Regeln zum Trennen von Straßen- und Arbeitskleidung.
  4. PSA: geeignete Chemikalienschutzhandschuhe, je nach Tätigkeit auch Gummischürze, Gummistiefel, Schutzbrille und Gesichtsschutz.

Im Schlussteil des mehr als 100 Seiten starken Dokuments fi nden Sie wertvolle Tipps und Hinweise zu Wartung und Instandhaltung, Prüfungen, dem Beseitigen von Störungen sowie zur Entsorgung und Abwasserbehandlung. Nutzen Sie die neue Branchenregel zur Orientierung bei Ihrer Gefährdungsbeurteilung. Die Hinweise aus dieser Branchenregel sind zwar nicht rechtsverbindlich, aber wenn Sie andere Lösungen und Maßnahmen wählen, müssen Sie nachweisen können, dass diese mindestens genauso sicher sind.

DOWNLOAD-TIPP: Sie finden die neuen DGUV-Branchenregel „Galvanik“ zum Download hier.

Autor: Dr. Friedhelm Kring

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