Gewusst wie – plötzlich tragen Mitarbeiter gerne Schutzbrillen

Gewusst wie – plötzlich tragen Mitarbeiter gerne Schutzbrillen

Schutzbrillen: An vielen Arbeitsplätzen besteht Schutzbrillentragepflicht. Trotzdem werden regelmäßig Mitarbeiter ohne Schutzbrille angetroffen. Durch einfache Verfahren kann dieses Problem leicht gelöst werden.

    Richtige Auswahl von Schutzbrillen – So beugen Sie Augenverletzungen vor

    So steht es in den Laborrichtlinien: In einem Labor müssen alle Mitarbeiter ständig eine Gestellbrille mit ausreichendem Seitenschutz tragen. Doch wenn die Sicherheitsbrille ständig von der Nase rutscht, weil sie nicht richtig sitzt oder zu schwer ist, landet der Augenschutz häufig in der Schublade.

    Wenn der Komfort beim Tragen der Brille steigt auch die Tragebereitschaft. Daher sollten Sie bei der Auswahl der Schutzbrille auch die individuellen Bedürfnisse der Benutzer berücksichtigen. Die zentrale Norm im Bereich der Schutzbrillen ist die DIN EN166, welche den persönlichen Augenschutz- Anforderungen beinhaltet.

    Beteiligen Sie daher Ihre Mitarbeiter an der Auswahl der Sicherheitsbrillen und stellen Sie dabei die folgenden 5 Fragen:

    1. Ist der Tragekomfort durch zu hohes Gewicht, verstärktes Schwitzen, mangelhaften
      Sitz oder zu hohe Andruckkraft beeinträchtigt?
    2. Wird bei der Auswahl auf die individuelle Form des Gesichts und den Augenabstand geachtet
      und auch eventuelle Fehlsichtigkeit berücksichtigt? Brauch die Sicherheitsbrille für bestimmte Benutzer auch die nötige Sehstärke?
    3. Führt der Augen- und Gesichtsschutz zu Hautunverträglichkeiten?
    4. Wird möglicherweise das Sehvermögen durch unpassende optische Eigenschaften, wie beispielsweise Spiegelungen, beeinflusst?
    5. Beschlägt die Sichtscheibe leicht?

    In Bereichen, in denen mit Gefahren für die Augen zu rechnen ist, sollten auch Besucher, Kollegen aus anderen Abteilungen etc., die sich nicht ständig in dem jeweiligen Gefahrenbereich aufhalten, eine Schutzbrille aufsetzen.

    Hinweis: Damit auch für Ihre Gäste immer eine Schutzbrille griffbereit ist, sollten Sie an den Zugängen Brillenhalter installieren und eine Auswahl „Besucherbrillen“ bereitlegen. Dies dient für einen automatischen Gebrauch einer Schutzbrille, wobei sich niemand mehr damit herausreden kann, dass gerade keine Schutzbrille beim Betreten des Gefahrenbereichs verfügbar sei.

    Richtige PSA beinhaltet eine Arbeitsschutzbrille

    Wenn bei der Arbeit Augen oder Gesicht gefährdet sind und technische und organisatorische Maßnahmen keinen ausreichenden Schutz bieten, muss der Arbeitgeber eine geeignete Schutzausrüstung zur Verfügung stellen. Augenschutz-PSA kann vor mechanischen Risiken schützen wie umherfliegenden Metallspänen, vor Chemikalien und biologischen Gefährdungen wie Spritzer aggressiver oder infektiöser Flüssigkeiten, aber auch vor elektrischen Gefährdungen. Auch bei großer Hitze oder Kälte benötigen Augen Schutz. Denn Augen können sowohl durch Austrocknen wie durch Erfrierungssymptome geschädigt werden.

    Checkliste: Optimale Schutzbrillen

    Augenschutz ist nicht gleich Augenschutz. Vor dem Kauf sollten Sie sich klarmachen, welche Eigenschaften, Funktionen und Ausstattungsdetails Sie benötigen. Die erste Frage ist, vor welchen Gefährdungen die Brille schützen soll und welchen besonderen Belastungen sie standhalten muss. Die folgende Frageliste nennt weitere wichtige Aspekte zur Auswahl und Entscheidungsfindung:

    • Benötigen Sie eine Brille mit besonders breiten und hohen Brillengläsern für ein weites Sichtfeld?
    • Ist zur höheren Sicherheit ein Seitenschutz notwendig?
    • Sollen die Polycarbonatscheiben durch Beschichtung kratzfest sein?
    • Benötigt die Brille eine spezielle Antistatik-Beschichtung, um elektrostatische Aufladungen zu vermeiden?
    • Soll die Sicherheitsbrille sicher vor Flüssigkeitsspritzern, Dämpfen und Stäuben schützen? Dann wäre eine Schutzbrille mit Vollsicht und dichtem Abschluss am Gesicht geeignet.
    • Welchen besonderen Belastungen muss die Sichtscheibe einer Brille mit Vollsicht standhalten, muss die Sicherheitsbrille z. B. Beständig bei Chemikalien oder säurefest sein?
    • Soll die Brille bei Freilandarbeiten getragen werden? Dann wäre eine Tönung als Sonnenschutz und Blendschutz vorteilhaft.

    Achtung: Wenn ein besonders hoher Sonnenschutz notwendig ist, etwa für Arbeiten im Schnee oder auf Gewässern, sind diese Brillen in der Regel nicht zum Führen von Fahrzeugen geeignet!

    •  Sollen die Brillengläser bzw. die Sichtscheibe als Funktion über eine Antireflex-Beschichtung verfügen?
    • Benötigen Sie einen Augenschutz zum Schutz vor optischer Strahlung? Dann sind spezielle Schutzfilter gegen UV-Strahlung, Infrarot-Strahlung, Laserstrahlung oder für Schweißarbeiten angesagt.
    • Muss beim Tragen der Brille auch über Kopf gearbeitet werden? Dann sind Spezialschutzbrillen zweckmäßig, die über eine Dichtlippe am oberen Rand vor Stäuben oder Spritzern von oben schützen.

    Wenn auch Gesicht und Hals geschützt werden müssen, genügt eine SchutzBrille nicht, auch wenn sie Teil des Arbeitsschutzes ist. Für solche Fälle wird entweder ein Visier, beziehungsweise eine Schutzscheibe notwendig oder ein Schutzschild. Ein Visier oder Schutzschirm mit Sicherheitsscheibe wird an einem Band oder am Helm befestigt.

    Am unteren Ende des Visiers kann eine Art Schürze angebracht sein, die auch den Hals vor unerwünschten Einwirkungen schützt. Von Vorteil bei vielen Tätigkeiten ist, wenn das Visier hochklappbar ist. Ein Schutzschild muss meist mit einer Hand gehalten werden. Bei Schweißerarbieten sind in der Regel Schutzschilde aus flammenhemmenden Materialien die beste Wahl.

    Achtung: Wenn der Augenschutz vor Gefahren durch elektrischen Strom, insbesondere Lichtbögen schützen soll, darf er nicht über metallische Teile verfügen. In aller Regel wird hier ein spezielles Visier notwendig, die üblichen Schutzbrillen sind in diesem Fall nicht ausreichend.

    In unserem heutigen Experiment testen wir Schutzbrillen. Wie schnell zerkratzen sie, wie stabil sind sie und was müssen wir tun, um die Dinger endlich kaputt zu kriegen. Erstaunlich was die Teile aushalten… Aber seht selbst!

    Neben den sicherheitsrelevanten Merkmalen gibt es weitere Details, die Sie bei der Wahl des optimalen Augenschutzes berücksichtigen sollten, z. B.:

    • Soll die Brille aus 2 Gläsern oder Scheiben bestehen oder über eine gemeinsame Scheibe für beide Augen verfügen?
    • Soll die Schutzbrille entspiegelt sein, um störende Reflexionen zu verhindern, z. B. für Arbeitsplätze mit starker Beleuchtung oder bei wechselnden Lichtverhältnissen?
    • Ist eine besonders gute Erkennung von Farben ohne Verfälschungen notwendig, etwa in der Qualitätskontrolle, und damit besonders hochwertige Gläser, evtl. mit speziellen Filtern?
    • Ist es aufgrund der Arbeitsumgebung wichtig, dass die Brillengläser beschlagfrei sind?
    • Ist erwünscht, dass die Länge der Bügel individuell einstellbar ist?
    • Soll die Neigung der Bügel vom Brillenträger anpassbar sein?
    • Muss die Sicherheitsbrille besonders rutschfest sein, weil sie bei Tätigkeiten getragen wird, die mit heftigen Körperbewegungen verbunden sind?
    • Wollen Sie die Möglichkeit haben, ein Brillenband zu befestigen?
    • Soll der Nasensteg besonders weich oder gepolstert sein, um auch bei längerer Benutzung einen höheren Tragekomfort zu bieten?
    • Wünschen Sie (bei Vollsichtbrillen) die Möglichkeit, die Scheiben auszuwechseln oder Vorsatzscheiben anzubringen?

    Wenn die Schutzbrille über einer normalen Korrektionsbrille getragen werden soll, wird eine Vollsichtschutzbrille oder eine sogenannte Überbrille zweckmäßig sein. Die auch Korbbrille genannten Vollschutz-Modelle verfügen in der Regel nicht über Bügel, sondern über ein elastisches Band, das über den Hinterkopf gezogen wird, um der Brille einen sicheren Halt zu geben. Überbrillen, die über einer normalen Brille getragen werden, sind eine Option, wenn die Brille nur hin und wieder und eher kurz benutzt werden muss.

    Auch wenn Sie öfters Besucher in einem Betriebsbereich haben, in dem Augenschutz notwendig ist, sorgen Sie mit einem Vorrat an Überbrillen dafür, dass auch jeder Brillenträger ohne größere Seh-Einschränkungen teilnehmen kann. Wer jedoch als Träger einer Korrektionsbrille an seinem Arbeitsplatz häufig auf Augenschutz angewiesen ist, sollte besser über eine persönliche Korrektions-Schutzbrille verfügen.

    Wie Sie die Kennzeichnung einer Arbeitsschutzbrille lesen

    Am Rahmen einer Schutzbrille finden Sie eine Folge von Ziffern und Buchstaben. Diese stehen, von links nach rechts gelesen, für folgende Angaben:

    • das Kürzel des Herstellers
    • die zutreffende Europäische Norm, meist ist das die EN 166
    • die Schutzklasse der mechanischen Widerstandsfähigkeit (s. Tabelle)
    • das CE-Symbol

    Kennzeichnung der mechanischen Beständigkeit von Arbeitsschutzbrillen

    Auf den Gläsern ist zudem die optische Klasse angegeben. Die 3 optischen Klassen stehen dafür, in welchem Ausmaß eine Arbeitsschutzbrille benutzt werden soll:

    Klasse 1 – Schutzbrille für den Dauergebrauch, geeignet für Tätigkeiten mit besonders hohen Anforderungen an die Sehleistung und an eine vollständige Sicht.

    Klasse 2 – für Arbeiten mit durchschnittlichen Anforderungen an die Sehleistung und wenn nur zeitweilig ein Augenschutz notwendig ist.

    Klasse 3 – für grobe Arbeiten ohne größere Anforderungen an die Sehleistung, eher für kurzzeitige Benutzung in Ausnahmefällen und nicht für den Dauergebrauch geeignet.

    Weitere Zahlenwerte stehen für Filtertyp und Filterschutzstufe, den Schutz gegen UV-Strahlung oder den Grad der Tönung bzw.  Lichtdurchlässigkeit. Die Bedeutung dieser Angaben sollte aus den Herstellerinformationen zur Brille hervorgehen. Weitere Details zu speziellen Kennzeichnungen finden Sie in der EN 166 sowie in der DGUV-Regel 112-192 „Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz“.

    Empfehlung: Binden Sie bei der Auswahl von Schutzbrillen auch Ihre Mitarbeiter ein. Erkundigen Sie sich vor der Bestellung größerer Chargen nach Mustern und lassen Sie diese von Mitarbeitern testen. Je mehr Ihre Kollegen beim Brillenkauf mitbestimmen, desto eher werden die Brillen später getragen.

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    Autor: Redaktion Safety Xperts