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Am 21.4.2018 wird die PSA-Verordnung rechtsverbindlich

PSA-Verordnung

Die PSA­ Vorschriften enthalten die grundlegenden Anforderungen an PSA, damit die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter geschützt und deren Sicherheit gewährleistet wird. Dementsprechend mussten nur die Hersteller von PSA prüfen, ob ihre Produkte den Sicherheitsanforderungen entsprechen. Künftig werden auch Händler und Importeure in die Verantwortung genommen. Diese müssen sich bei den gehandelten Produkten vergewissern, dass sie dem Stand der Technik entsprechen und hierüber eine Bestätigung vorliegt. Im Rahmen eines Konformitätsbewertungsverfahrens wird untersucht, ob die PSA die Sicherheitsstandards erfüllt, die in entsprechenden Normen festgelegt sind.

Komprimitätsbewertungsaufgaben dürfen nur von entsprechenden Zertifizierungsstellen wahrgenommen werden. Jeder Zertifizierungsstelle wird eine Kennnummer zugewiesen. Diese Kennnummer, wie z. B. 1974 für die PZT GmbH, ist auf der PSA anzubringen. Falls dies aus Platzgründen nicht möglich ist, kann sie auf der Verpackung und den der PSA beigefügten Unterlagen angebracht werden.

Prüfbescheinigungen gelten nur befristet

Bislang galten EU-Baumusterprüfungen unbegrenzt. Künftig werden sie nur noch für längstens 5 Jahre ausgestellt. So wird der Hersteller gezwungen, sein Produkt nach spätestens 5 Jahren genau zu prüfen und entweder der Zertifizierungsstelle zu bestätigen, dass sich nichts geändert hat, oder etwaige Änderungen durch diese Stelle unabhängig prüfen zu lassen.

Jede PSA wird mit einer Erklärung ausgeliefert

Hersteller müssen künftig die sogenannte Konformitätserklärung jedem einzelnen Produkt beifügen. Die Erklärung bestätigt, dass das Produkt den Anforderungen der Verordnung entspricht. Bislang genügte es, wenn die Konformitätserklärung „auf Verlangen“ vorgelegt wurde.

Diese PSA unterliegen einer Produktionskontrolle

Einige wesentliche Änderungen ergeben sich aus einer veränderten Einstufung von Produkten als PSA. Es gibt 3 Kategorien, denen unterschiedliche Prüfanforderungen zugeordnet sind: Produkte der Kategorie III unterliegen einer Produktionskontrolle durch eine notifizierte Stelle. Die PSA­ Kategorie III umfasst ausschließlich die Risiken, die zu sehr schwerwiegenden Folgen wie Tod oder irreversiblen Gesundheitsschäden aufgrund folgender Einflüsse oder Ereignisse führen können:

  • gesundheitsgefährdende Stoffe und Gemische
  • Atmosphären mit Sauerstoffmangel
  • schädliche biologische Agenzien
  • ionisierende Strahlung
  • warme Umgebung, mit vergleichbaren Auswirkungen wie bei einer Lufttemperatur von 100 °C oder mehr
  • kalte Umgebung, mit vergleichbaren Auswirkungen wie bei einer Lufttemperatur von –50 °C oder weniger
  • Stürze aus der Höhe
  • Stromschlag und Arbeit an unter Spannung stehenden Teilen
  • Ertrinken
  • Schnittverletzungen durch handgeführte Kettensägen
  • Hochdruckstrahl
  • Verletzungen durch Projektile oder Messerstiche
  • schädlicher Lärm.

Achten Sie auf die PSA-Kategorie

Gehörschutz, Rettungswesten oder PSA zum Schutz gegen Kettensägenschnitte fallen jetzt in die Kategorie III. Die Kategorien I und II beziehen sich auf PSA gegen weniger hohe Risiken wie beispielsweise PSA zum Schutz vor Kontakt mit schwach aggressiven Reinigungsmitteln oder längerem Kontakt mit Wasser. Bei PSA der Kategorie I genügt die Konformitätsbewertung im Rahmen einer internen Fertigungskontrolle. Bei PSA der Kategorie II ist eine EU­Baumusterprüfung nötig. Im Anschluss daran wird die Konformität mit dem Baumuster auf der Grundlage einer internen Fertigungskontrolle geprüft. Die nachstehende Tabelle verschafft Ihnen einen Überblick über das neue Konformitätsbewertungsverfahren von PSA.

 

PSA-Kategorie

Kategoriebeschreibung Konformitätsbewertung Produktbeispiele
1 Einfache Persönliche Schutzausrüstungen zum Schutz von Nutzern vor geringfügigen Risiken. Interne Fertigungskontrolle
  • Schweißbänder
  • Sonnenschutz- Tücher
2 Persönliche Schutzausrüstungen, die nicht unter Kategorie I oder Kategorie III fallen EU-Baumusterprüfung und Prüfung der Konformität mit dem Baumuster durch interne Fertigungskontrollen
  • Schutzbrillen
  • Industrieschutzhelme
3 Komplexe Persönliche Schutzausrüstungen für Risiken, die zu sehr schwerwiegenden Folgen wie Tod oder irreversiblen Gesundheitsschäden führen können. EU-Baumusterprüfung und Prüfung der Konformität mit dem Baumuster auf der Grundlage einer Qualitätssicherung bezogen auf den Produktionsprozess. Alternativ kann wie bei Kategorie II vorgegangen werden, allerdings mit überwachten Produktionskontrollen in unregelmäßigen Abständen.
  • Gehörschutz
  • Rettungswesten

 

Download-Hinweis: Die PSA-­Verordnung (EU) 2016/425 können Sie unter www. gefahrstoffe-aktuell.com abrufen. Unter https://goo.gl/ Zj7gB7 finden Sie eine Übersicht der notifizierten Stellen inklusive der jeweiligen Kennnummer.

Autor: Gabriele Janssen

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