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So gelingt die Erste Hilfe in Ihrem Betrieb

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Erste Hilfe

Erste Hilfe kann Leben retten, vorausgesetzt, Sie haben die richtigen Vorkehrungen für den Ernstfall getroffen und die Kollegen am Unfallort wissen, was sie zu tun haben. Denn Hilflosigkeit, Unkenntnis oder mangelnde Koordination lassen wertvolle Zeit verstreichen, die buchstäblich über Leben und Tod entscheiden kann. Deshalb machen Gesetzgeber und Berufsgenossenschaften klare Vorgaben zur Ersten Hilfe im Betrieb.

Der Arbeitgeber ist im Unternehmen für eine funktionierende Erste Hilfe verantwortlich. Dazu gehört es laut Arbeitsschutzgesetz unter anderem, dass Ersthelfer benannt und ausgebildet werden.

Die Arbeitsstättenverordnung schreibt vor, wie viele Erste Hilfe-Räume und -Einrichtungen vorhanden sein müssen. In der DGUV-Vorschrift 1 finden Sie unter anderem ganz konkrete Vorgaben zur Zahl und Ausbildung der Ersthelfer.

Der Gesetzgeber macht zwar den Unternehmer verantwortlich, als Fachkraft für Arbeitssicherheit ist es jedoch Ihre Aufgabe, ihn dabei zu beraten und zu unterstützen.

Stellen Sie eine Rettungskette auf

Eine Rettungskette startet mit Sofortmaßnahmen und Notruf sowie der Ersten Hilfe. Dann greift der Rettungsdienst ein und, falls erforderlich, folgt die ärztliche Versorgung im Krankenhaus. Wichtig für die Maßnahmen im Unternehmen sind 3 Bereiche.

Erste Hilfe braucht geschultes Personal

Das sind Ersthelfer und eventuell Betriebssanitäter. Aber auch alle Mitarbeiter müssen unterwiesen werden.

WICHTIG: Wer Zeuge eines Unfalls wird, ist zur Hilfeleistung verpflichtet. Das gilt auch für Arbeitsunfälle. Die DGUV-Vorschrift 1 schreibt deshalb vor, dass Sie alle Mitarbeiter mindestens einmal jährlich zum Verhalten im Notfall und in Erster Hilfe unterweisen. Denken Sie auch an neue Kollegen und Leiharbeitnehmer: Sie müssen schon vor Aufnahme ihrer Tätigkeit geschult werden.

Rettungs- und Erste Hilfe-Einrichtungen

Welche Erste Hilfe-Ausstattung in Ihrem Betrieb genau benötigt wird, hängt von den konkreten Gefahrensituationen ab, die Sie in der Gefährdungsbeurteilung ermitteln. Zur Ausstattung gehören

  • Rettungsgeräte wie Löschdecken, Körperduschen usw.
  • Rettungstransportmittel wie z. B. Krankentragen für den fachgerechten Transport von Verletzten
  • Sanitätsraum: Einen Sanitätsraum ausschließlich zur Ersten Hilfe und ärztlichen Erstversorgung müssen Sie einrichten, wenn in Ihrem Betrieb mehr als 1.000 Beschäftigte arbeiten (§ 25 DGUV-Vorschrift 1). Bei Betrieben mit erhöhter Unfallgefährdung ist er schon bei mehr als 100 Beschäftigten, auf Baustellen bei mehr als 50 Beschäftigten Pflicht.
  • der Verbandkasten mit Hilfsmitteln zur Wundversorgung.

Im Einzelfall kann es z. B. sein, dass Sie auch Höhenrettungsgeräte, Antidote (Gegengifte) gegen bestimmte Gefahrstoffe oder Atemgeräte zur Rettung von Personen aus Bereichen benötigen, die wegen giftiger Gase für Rettungskräfte unzugänglich. Auch die Helfer müssen vor Gefährdungen geschützt werden. Legen Sie darum am besten zusammen mit dem Betriebsarzt fest, welche Ausrüstungen in Ihrem Betrieb genau notwendig sind.

WICHTIG: Prüfen Sie regelmäßig, ob die Ausstattung komplett und einsatzfähig ist. Für einige Gegenstände ist eine Prüfung durch Fachleute, die „befähigten Personen“, vorgeschrieben, z. B. für Atemschutzgeräte. Verbandkästen sollten etwa alle 3 Monate kontrolliert werden.

Erste Hilfe-Meldeeinrichtungen

Auch über die Meldeeinrichtungen müssen Sie sich Gedanken machen. Am gebräuchlichsten ist das Telefon. Es kann seine Notfall- Funktion jedoch nur dann optimal erfüllen, wenn am Apparat oder in dessen Nähe die wichtigsten Notfall-Rufnummern angegeben bzw. ausgehängt sind, etwa des nächsten erreichbaren Ersthelfers, Betriebssanitäters oder des öffentlichen Rettungsdienstes.

In größeren Betrieben mit erhöhten Unfallgefahren sollten Sie eine spezielle innerbetriebliche Notrufstelle einrichten, die während der Arbeitszeit durchgängig besetzt sein muss. Ihre Aufgabe ist es, alle weiteren Notfallmaßnahmen zu koordinieren und – etwa im Fall freigesetzter gefährlicher Gase – auch betriebsexterne Stellen zu alarmieren.

Der Kontakt zur Notrufstelle wird am besten durch einen Alarmknopf hergestellt, der wie der Feuermelder in unmittelbarer Umgebung der besonders gefährdeten Bereiche installiert sein sollte.

Zuverlässige Organisation der Ersten Hilfe

Damit bei einem Unfall die zuständigen Helfer und Rettungskräfte ohne Zeitverlust verständigt werden können, benötigen Sie einen für Ihren Betrieb maßgeschneiderten Alarm- und Meldeplan.

Der Plan sollte auch Meldepflichten und -wege beinhalten, die nicht sofort, sondern möglicherweise erst zum Tragen kommen, nachdem der Verunglückte schon medizinisch versorgt wurde. Das kann z. B. die Mitteilung eines meldepflichtigen Unfalls an die Berufsgenossenschaft sein.

Berücksichtigen Sie in Ihrem Plan jede in Ihrem Betrieb mögliche Art von Unfall:

  • Besteht erhöhtes Brandrisiko?
  • Können Giftgase freigesetzt werden?
  • Können Kollegen eingeschlossen werden oder aus großer Höhe abstürzen?

Stellen Sie sicher, dass sämtliche im Plan aufgeführten Personen ihn nicht nur bekommen, sondern auch kennen. Mit der bloßen Übergabe oder dem Aushängen des Plans ist es also nicht getan, Sie müssen vielmehr die betroffenen Beschäftigten in dessen Anwendung unterweisen.

Denken Sie auch daran, den Plan anzupassen, z. B. wenn neue Gefährdungen auftreten, andere Verantwortliche benannt werden oder sich Telefonnummern ändern.

Prüfen Sie in diesem Zusammenhang auch den Zustand Ihrer Fluchtwege. Die sind für alle Arbeitsstätten in Gebäuden und auf Baustellen einzurichten und zu kennzeichnen.

Lesen Sie auch: Betriebssanitäter – Notwendigkeit und Aufgaben

Autor: Uta Fuchs

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