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Chance, nicht Pflicht: Wenn EFK unterweisen

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EFK unterweisen

EFK unterweisen: Als Elektrofachkraft sind Sie im Arbeitsalltag wahrscheinlich stark auf Ihre technischen Aufgaben konzentriert. Die Pflicht, Auszubildende, neue Mitarbeiter oder altgediente Kollegen zu elektrotechnischen Fachthemen zu unterweisen, empfinden Sie womöglich als lästig. Bei näherer Betrachtung aber könnte die ungeliebte Pflicht sich als Chance erweisen. Denn nirgendwo sonst können Sie so viel dazu beitragen, dass sich in Ihrem Betrieb keine Elektrounfälle ereignen.

Ohnehin verlangen die DGUV-Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ und die Norm DIN VDE 0105-100 „Betrieb elektrischer Anlagen“, dass nur Elektrofachkräfte elektrotechnische Unterweisungen durchführen. Grundsätzlich müssen alle Beschäftigten elektrotechnisch unterwiesen werden – wenn auch nicht gemeinsam. Denn während elektrotechnische Laien über Gefahren beim unsachgemäßen Umgang mit elektrischem Strom oder mit elektrischen Betriebsmitteln informiert werden müssen, benötigen elektrotechnisch unterwiesene Personen (EuP) Unterweisungen auf höherem Niveau.

Grundsätzlich gilt die Pflicht zur Unterweisung

  • für alle Beschäftigten mindestens einmal jährlich (Wiederholungsunterweisung)
  • für Jugendliche mindestens halbjährlich (Wiederholungsunterweisung)
  • vor Aufnahme einer Tätigkeit für neue oder umgesetzte Mitarbeiter (Erstunterweisung)
  • wenn Arbeitsverfahren, Arbeitsbedingungen oder Arbeitsaufgaben sich ändern oder wenn neue Arbeitsmittel eingesetzt werden
  • vor der Übernahme gefährlicher Arbeiten
  • auf der Grundlage spezieller Verordnungen zum Arbeitsschutz
  • nach besonderen Vorkommnissen (Beinaheunfall, Unfall, Berufskrankheit)
  • wenn neue oder geänderte Vorschriften erlassen werden.

Denken Sie daran: Eine erfolgreiche Unterweisung ist mehr als ein pflichtgemäß „heruntergeleierter“ Vortrag. Die Kollegen lassen sich viel eher motivieren, wenn Sie sie in die Erarbeitung des Lernstoffs einbeziehen. Auch der Gesetzgeber fordert mit gutem Grund die persönliche, mündliche Unterweisung, weil sich im lebendigen Unterrichtsgespräch, das ständige Nachfragen zulässt, auch komplexe Inhalte vermitteln lassen. Vor allem Berufsneulinge sollte man lieber mehrmals kürzer unterweisen, also jeweils nur fünf bis zehn Minuten lang, als eine einzige, lange Unterrichtsstunde zu halten.

unterweisung-plus.de

EFK unterweisen: Inhalte richtig wählen

Jede Unterweisung muss sich an den Gefährdungen am jeweiligen Arbeitsplatz orientieren und betriebsspezifische Schutzkonzepte vermitteln. Oft ist es sinnvoll, direkt am Arbeitsplatz zu unterweisen. Strukturierte Unterweisungen bleiben leichter im Gedächtnis haften. Erklären Sie den Kollegen zu Beginn, welche Inhalte besprochen werden sollten, welches Lernziel Sie anpeilen und wie lang die Unterweisung voraussichtlich dauern wird. Fassen Sie nach jeder Unterweisungseinheit die wichtigsten Lerninhalte noch einmal zusammen. Wiederholen Sie auch die Lernziele und nennen Sie die Verhaltensregeln, die nun beachtet werden müssen. Fassen Sie, falls möglich, alle Inhalte in einem Dokumentationsbogen zusammen, den die Teilnehmer außerdem zum Schluss unterschreiben sollten.

Elektrotechnische Laien sollten mindestens diese Regeln kennen:

  • Sichtkontrolle vor Inbetriebnahme elektrischer Betriebsmittel (Anschlussleitung, Stecker, Gehäuse)
  • Beschädigte elektrische Geräte (z. B. defekte Isolierung) oder Geräte ohne gültigen Prüfaufkleber nicht benutzen
  • Stecker stets am Griff anfassen, nie an der Leitung ziehen
  • Nie mehrere Steckdosenleisten hintereinanderschalten
  • Kabel oder lose verlegte Leitungen von Betriebsmitteln auf dem Fußboden sollten sachgemäß abgedeckt werden (Kabelbrücken)
  • Vorsicht bei Nässe an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln
  • Nie spannungsführende Teile berühren
  • Elektrogeräte nicht unsachgemäß reinigen (elektrische Teile nicht ins Wasser tauchen oder mit Wasser besprühen)

Eine EuP etwa muss mindestens zu diesen Themen unterwiesen werden:

  • Gefahren des elektrischen Stroms für den menschlichen Körper
  • Rechtsgrundlagen beim Umgang mit elektrischem Strom
  • Die fünf Sicherheitsregeln für Arbeiten im spannungsfreien Zustand

–Freischalten

–Gegen Wiedereinschalten sichern

–Spannungsfreiheit feststellen

–Erden und Kurzschließen

–benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken

  • Praktische Anleitung zur Durchführung bestimmter Arbeiten anhand der im Unternehmen verwendeten Betriebsmittel
  • Information über notwendige Schutzeinrichtungen und Schutzmaßnahmen.

Wichtig: Vergessen Sie nicht, Ihre Unterweisung schriftlich zu dokumentieren.

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