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Zertifizierung von Ausbildern für Flurförderzeuge

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Flurförderzeuge

Große Qualitätsunterschiede zeigen sich in der Ausbildung von Fahrern für Flurförderzeuge. So ist immer wieder zu hören, dass die Ausbildung nur an einem Samstagvormittag stattgefunden habe. Ein halber Tag Ausbildung kann allerdings nicht ausreichen, wo der richtige Umgang doch so wichtig ist. Die DGUV-Vorschrift 68 und der DGUV-Grundsatz 308-001 (bisher BGG 925) regelt genau, wie eine qualifizierte Ausbildung auszusehen hat, damit der Fahrer den sicheren Umgang mit Flurförderzeugen lernt.

Ausbildung für Flurförderzeuge – Warum?

In vielen Branchen und Betrieben gehören Stapler, Ameisen & Co. zu den unverzichtbaren Arbeitsmitteln. Und dies ist unbedingt als Gewinn für den Arbeitsschutz zu bewerten. Denn die diversen Staplertypen heben und transportieren zentner- und teils tonnenschwere Gegenstände und Waren, die ansonsten mühsam durch Muskelkraft bewegt werden müssten. Kein Wunder, dass Flurförderzeuge nicht nur äußerst vielseitige, sondern auch sehr beliebte Arbeitsmittel sind. Und so viel Arbeit sie den Arbeitnehmern auch abnehmen, desto wichtiger ist es, im Umgang und der Bedienung besonders gut geschult zu sein. Flurförderzeuge gehören zu den gefährlichsten Arbeitsmitteln und verschulden jährlich dutzende von tödlichen Arbeitsunfällen. Dazu gehören:

  • Anfahrunfälle
  • Kippunfälle
  • Unfälle durch verlorene Lasten
  • Unfälle durch Auf- und Absteigen
  • Zweckentfremdung

Flurförderzeuge – Zertifizierte Ausbildung

Die DGUV hat nun eine Zertifizierung für Ausbilder von Flurförderzeugen herausgegeben. Diese durch einen DGUV-Test zertifizierten Ausbilder

  • verpflichten sich, die Ausbildung und Prüfung nach dem DGUV-Grundsatz 308-001 (bisher: BGG 925) „Ausbildung und Beauftragung der Fahrer/-innen von Flurförderzeugen mit Fahrersitz und Fahrerstand“ durchzuführen. Die Anforderungen aus dem Grundsatz beinhalten die Ausbildungsdauer und Infrastruktur sowie die didaktischen und pädagogischen Fähigkeiten des Ausbilders und nachvollziehbare Prüfungen;
  • garantieren eine seriöse Ausbildung mit adäquater technischer Ausstattung;
  • sind durch regelmäßige Weiterbildung stets auf dem aktuellen Stand, beispielsweise über technische Neuerungen oder Änderungen im Regelwerk.

Ein Siegel im Ausbildungsnachweis der Fahrer dokumentiert, dass eine durch DGUV-Test zertifizierte Person die Ausbildung geleitet hat.

Geh- oder Mitgänger-Flurförderzeuge mit Mitfahrgelegenheit sind fahrbare Transportmittel, die mit einer herunterklappbaren Plattform für den „Fahrer“ (so heißt der Mitgänger) ausgestattet sind. Nach der DGUV-Vorschrift 68 „Flurförderzeuge“ dürfen sie nur von Personen gesteuert werden, die

  • geeignet (also z. B. nicht etwa an Gleichgewichtsstörungen leiden),
  • in der Handhabung ausgebildet und
  • vom Arbeitgeber beauftragt sind.

Eine schriftliche Beauftragung ist nicht Vorschrift. Raten Sie Ihrem Chef dennoch dazu, damit klare Verhältnisse bestehen.

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So unterweisen Sie richtig

Sorgen Sie dafür, dass die Fahrer einerseits ihr Gefährt sicher beherrschen lernen und andererseits auch gut über gefahrenträchtige betriebliche Besonderheiten (z. B. enge Verkehrswege) Bescheid wissen. Lassen Sie die Fahrer anfangs zwar unter Aufsicht, aber möglichst ungestört üben, bis sie einige Routine im Umgang mit dem Fahrzeug besitzen. Daran sollten sich gezielte Übungsfahrten mit und ohne Last anschließen. Je nach Besonderheiten des zu steuernden Geräts, den betrieblichen Bedingungen und den vorgesehenen Arbeiten könnten die Übungen z. B. beinhalten:

  • das Bedienen der Hochhubeinrichtung (falls vorhanden)
  • das Ein- und Ausstapeln der Last bei hochgefahrenem Lastaufnahmemittel
  • das Be- und Entladen eines Lkw.

Worauf Sie bei der Betriebsanweisung achten sollten

Fester Bestandteil der Unterweisung ist die Betriebsanweisung, die nach der DGUV-Vorschrift 68 obligatorisch ist. Stellen Sie sicher, dass in ihr folgende Punkte klar festgelegt sind:

  • die Einsatzbereiche der Flurförderzeuge
  • die innerbetrieblichen Verkehrswege und -regeln
  • die Lager- und Stapelflächen sowie deren Tragfähigkeit
  • der Umgang mit Batterien und Ladegeräten
  • das Verhalten bei Störungen und erkennbaren Mängeln am Gerät
  • das Benutzen von Persönlichen Schutzausrüstungen, vor allem von Sicherheitsschuhen

Wichtig:

Bei den Flurförderzeugen gilt es zwischen Mitgänger Flurförderzeuge (bis zu 6 km/h) und Flurförderzeuge mit Fahrerstand (über 6 km/h) zu unterscheiden. Im zweiten Fall müssen die Bediener dieselben (höheren) Voraussetzungen erfüllen, die auch für Gabelstaplerfahrer gelten (z. B. mindestens 18 Jahre alt sein).

So einfach geht Arbeitsschutz und Unterweisung im Betrieb!

Autor: Holger Kück, Rafael de la Roza, Friedhelm Kring


Arbeitshilfen
Titel

Sicherheit an der Laderampe
vom 25.06.2019
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