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Unterweisung – mehr als nur gesetzliche Pflicht

© Boris Zerwann – Fotolia
Unterweisung, Mitarbeiterunterweisung

Unterweisungen sind für Unternehmen mehr als nur eine gesetzliche Vorgabe. Mit jeder Unterweisung werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusätzlich geschult und qualifiziert. Dadurch optimieren Firmen jeglicher Größenordnung die Gesundheitsförderung und binden die Beschäftigten optimal in den ohnehin vorhandenen betrieblichen Arbeitsschutz ein. Wir bieten Ihnen hier eine Übersicht über alle wichtigen Themen der Unterweisung.

Was ist eine Unterweisung und welches Ziel hat sie?

Eine Unterweisung soll Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in einem Betrieb dabei helfen, sicherer und gesundheitsgerechter zu arbeiten. Für die Unterweisungen gibt es unterschiedliche gesetzliche Vorgaben. Sie sind in die großen Themenbereiche Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz eingebunden.

Unterweisungen können auf ganz unterschiedliche Art erfolgen, zum Beispiel als Vortrag, Seminar, Praxiskurs oder mit Hilfe von Broschüren und Filmen. Grundsätzlich soll im Rahmen dieser besonderen Schulungsmaßnahme über mögliche Gesundheitsgefahren beim Arbeiten aufgeklärt werden. Gleichzeitig liefern diese Veranstaltungen die Möglichkeit, eigene Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich Arbeitsschutz oder Arbeitssicherheit zu erwerben und aufzufrischen.

Jedes Unternehmen schafft mit Unterweisungen Vorbilder, sodass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenseitig stärken und helfen können, wenn es um Arbeitsschutz geht.

Unterweisung vs. Einweisung

Im beruflichen Alltag besteht oftmals Verwirrung, was die Bezeichnungen „Unterweisung“ und „Einweisung“ betrifft. Dabei ist es ganz einfach: Die Unterweisung ist eine im Arbeitsgesetz und anderen gesetzlichen Grundlagen festgeschriebene Schulungsmaßnahme zur Steigerung der Arbeitssicherheit. Die Einweisung wiederum kann Teil der Unterweisung sein.

Ein Beispiel: Im Rahmen der betrieblichen Unterweisung erfolgt für die Bediener einer Maschine eine Einweisung in die korrekte Nutzung dieses Geräts.

Gesetzliche Vorschriften für die Unterweisung

Es gibt verschiedene gesetzliche Grundlagen für die Unterweisung im Betrieb. Hier eine Übersicht der wichtigsten Paragraphen:

Arbeitsschutzgesetz ArbSchG Paragraph 12 „Unterweisung“
Jugendarbeitsschutzgesetz JArbSchG Paragraph 29 „Unterweisung über Gefahren“
Mutterschutzgesetz MuSchG Paragraph 14   „Dokumentation und Information durch den Arbeitgeber“
Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ DGUV Paragraph 4 „Unterweisung der Versicherten“
Betriebssicherheitsverordnung BetrSichV Paragraph 12 „Unterweisung und besondere Beauftragung von Beschäftigten“
Gefahrstoffverordnung GefStoffV Paragraph 14 „Unterrichtung und Unterweisung der Beschäftigten“
Biostoffverordnung BioStoffV 2013 Paragraph 12 „Unterrichtung der Beschäftigten“ und Paragraph 14, „Betriebsanweisung und Unterweisung von Beschäftigten“

 

Wie oft sollten Unterweisungen erfolgen?

Arbeitsschutz ist ein wichtiges und zentrales Thema für Unternehmen jeglicher Branchen. Aus diesem Grund sollten Unterweisungen mindestens 1 Mal pro Jahr erfolgen. Je jünger die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, zum Beispiel Azubis,  mindestens 2 Unterweisungen im Jahr, durchzuführen.

Wer ist für die Unterweisung verantwortlich?

Im Rahmen der gesetzlichen Fürsorgepflicht sind Führungskräfte und das Management in Unternehmen für die Durchführung von Unterweisungen verantwortlich. Im Rahmen dieser Schulungsmaßnahmen muss die Unternehmensführung die Beschäftigten über mögliche Gefährdungen am Arbeitsplatz aufklären. Darüber hinaus müssen Unternehmenslenker ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Berufskrankheiten oder einem Arbeitsunfall im Betrieb schützen.

Die Pflicht zur Unterweisung nach § 12 ArbSchG  bietet Unternehmen aber zugleich auch die Möglichkeit, Betriebsabläufe zu verbessern, indem Risiken verringert und Gefahren minimiert werden. Gleichzeitig sind besser geschulte und ausgebildete Beschäftigte meist motivierter und erledigen ihre Aufgaben gewissenhafter.

Die Grundlage für die Unterweisung im Betrieb ist immer die Gefährdungsbeurteilung, die im Rahmen der Arbeitsschutzmaßnahmen zum Beispiel auch zum Ermitteln der psychischen Belastung durchgeführt wird. Eine Gefährdungsbeurteilung kann in 7 Schritten erstellt werden.

Wer führt eine Unterweisung durch?

Kleinere Unternehmen haben meist nicht die Mittel und das Personal, um Unterweisungen von spezialisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchführen zu lassen. In diesem Fall erfolgt die Schulung in der Regel durch die Unternehmensführung selbst.

In größeren Unternehmen mit mehreren Abteilungen wird die Unterweisung meist durch die Führungskräfte der jeweiligen Abteilungen durchgeführt. Voraussetzung dafür ist, dass die Führungskräfte ausreichende Weisungsrechte haben. Gleiches gilt für den Betriebsarzt oder Fachkräfte für Arbeitssicherheit, die ebenfalls Sicherheitsschulungen durchführen können. Um gezielte Schulungen für Maschinen oder Arbeitsbereiche anzubieten, können Unternehmen auch auf weisungsbefugte Dritte zurückgreifen.

Grundsätzlich können aber alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Ausgestaltung der Unterweisungsmaßnahmen beteiligt werden. Die Beteiligung ist sogar von Vorteil, denn die Beschäftigten kennen wichtige Aspekte der Betriebs- und Arbeitssicherheit in ihrem Bereich meist besser als die Geschäftsführung.

Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung

Einer Unterweisung sollte immer eine Gefährdungsbeurteilung vorausgehen. Anhand dieser Bestandsaufnahme lassen sich alle wichtigen Maßnahmen ableiten, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgiebig zu schulen und über potenzielle Gefahren aufzuklären.

Die Gefährdungsbeurteilung gehört wie die Unterweisung selbst zu den gesetzlichen Pflichten des Arbeitgebers.

Unterweisung als Teil der Unternehmensführung

Unterweisungen sind mehr als nur die Weitergabe von Fachwissen. Denn diese Maßnahmen können als Teil der Unternehmenskultur bzw. der Unternehmensphilosophie betrachtet werden. Dementsprechend sind sie Teil des Führungsstils und repräsentieren den Respekt, den die Unternehmensführung gegenüber ihren Beschäftigten hat.

Führungskräfte sind ähnlich wie beim betrieblichen Gesundheitsmanagement wichtige Vorbilder für die Belegschaft. Gleichzeitig zeigt die Unternehmensführung durch die Behandlung von Themen, welche die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigten, dass ihr die Gesundheit der Beschäftigten am Herzen liegt.

Von Vorteil ist es grundsätzlich, wenn Unternehmenslenker die Unterweisung in ihr eigenes Verhalten integrieren. So können sie allen Beteiligten anschaulich Betriebssicherheit und Gesundheit „vorleben“. Dadurch steigt auch bei den Beschäftigten die Motivation zur Unterweisung.

Wird die Unterweisung als Teil der Unternehmenskultur begriffen, gehört es auch dazu, die Resultate der Unterweisung regelmäßig zu kontrollieren. So verstehen alle Beschäftigten, dass den Verantwortlichen das Thema wirklich wichtig ist.

Empfehlenswert ist es, wenn Unternehmen eigenes Knowhow im Bereich Arbeitssicherheit aufbauen und das Personal dafür aufstocken. Unterweisungen können dann vom Betriebsarzt bzw. der Betriebsärztin, den Fachkräften für Arbeitssicherheit oder Hygienefachkräften unterstützt werden. Ebenso sind ein Brandschutzbeauftragter oder ein Sicherheitsbeauftragter hervorragende Ansprechpartner zur Durchführung von Sicherheitsschulungen auf ihrem Expertengebiet oder in ihrer Abteilung.

Externe Unterstützung für Unterweisungen finden Unternehmen außerdem bei:

  • Herstellern von Geräten, die im Unternehmen eingesetzt werden
  • Feuerwehr
  • Physiotherapeutinnen und -therapeuten

Wichtig: Unabhängig davon, wer noch in die Unterweisung mit eingebunden wird: In letzter Instanz trägt immer die Unternehmensführung die Verantwortung für alle durchgeführten Maßnahmen.

Vorteile der Unterweisung für Unternehmen

Die Unterweisung ist nicht nur gesetzliche Pflicht. Unternehmen können zugleich von folgenden Vorteilen profitieren:

  • Möglichkeit, mit gezielten Maßnahmen Information und Motivation der Beschäftigten zu erreichen
  • gemeinsame Optimierung von Arbeitsabläufen zur Steigerung der betrieblichen Effizienz
  • Erhöhung der Arbeitssicherheit
  • Reduzierung von Arbeitsunterbrechungen durch Störungen
  • Verringerung der Arbeitsbelastung von Beschäftigten
  • geringerer Krankenstand
  • geringere Verletzungsrate durch bessere Risikoeinschätzung der Beschäftigten
  • höhere Produktivität und Zufriedenheit der Beschäftigten

Wann ist eine Unterweisung erforderlich?

Unabhängig vom empfohlenen jährigen Intervall für die Unterweisung gibt es besondere Anlässe, an welchen die Mitarbeiterschulung als „Erstunterweisung“ erforderlich ist.

  • Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Jedes neue Teammitglied sollte umfassend zur Arbeitssicherheit und Arbeitsgesundheit in seinem Bereich geschult werden, bevor es mit der Arbeit beginnt.
  • Änderung des Arbeitsplatzes oder der Arbeitsaufgabe: Wechseln Beschäftigte betriebsintern den Arbeitsplatz oder bekommen sie eine neue Aufgabe zugewiesen, sollte immer dann eine adäquate Erstunterweisung erfolgen.
  • Einführung von neuen Geräten oder Arbeitsmitteln: Gibt es neue Geräte im Betrieb, ist eine Erstunterweisung nicht nur für die Arbeitssicherheit wichtig, sondern auch für die korrekte Bedienung der Geräte. Somit kann die Unterweisung zum Beispiel in herkömmliche Mitarbeiterschulungen integriert werden.
  • Neue Ergebnisse aus der Gefährdungsbeurteilung: Hat eine neue Gefährdungsbeurteilung neue Maßnahmen ergeben, die durchgeführt werden müssen, ist eine erneute Unterweisung aller Beteiligten erforderlich.
  • gestörte Arbeitsabläufe: Eine Unterweisung kann auch genutzt werden, wenn Führungskräfte eine Arbeitshaltung beobachten, die die Gesundheit der Beschäftigten gefährden könnte, zum Beispiel der nachlässige Umgang mit gefährlichen Materialien oder Maschinen.
  • Änderungen bei gesetzlichen Vorgaben oder Verordnungen: Gibt es Änderungen am gesetzlichen Rahmen zur Arbeitssicherheit, sind diese Änderungen im Rahmen einer Erstunterweisung allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mitzuteilen.
  • Unfälle oder Beinahe-Unfälle: Gab es einen Unfall im Unternehmen oder wurde beinahe ein gefährlicher Unfall verursacht, bietet das Ereignis eine gute Gelegenheit zur Unterweisung. In diesem Rahmen können mögliche Gefährdungspotenziale nochmals aufgedeckt und veranschaulicht werden.

Diese Bereiche können mit der Unterweisung abgedeckt werden

Eine Unterweisung kann sich auf ganz unterschiedliche Themen der Arbeitssicherheit und betrieblichen Gesundheitsförderung beziehen. Hier folgt eine kleine Auswahl an möglichen Themen für Unterweisungen:

  • Lebensrettende Sofortmaßnahmen bei Arbeitsunfällen durch Erste Hilfe
  • Einführung in die Verwendung des Erste-Hilfe-Koffers
  • Schulung in der Anwendung eines AEDs
  • Schulung zum ergonomischen Arbeiten/Sitzen am Arbeitsplatz
  • Information über gesunde Ernährung am Arbeitsplatz
  • Durchführung von Entspannungsübungen unter Anleitung
  • Erläuterung zur Verbesserung der Work-Life-Balance
  • Tipps zum gesundheitsfördernden Pausenverhalten
  • Schulung zum Ersthelfer im Betrieb
  • Weiterbildung im betrieblichen Gesundheitsmanagement
  • Diskussion über betriebliche Gesundheitsförderung
  • Tipps zu Hautschutz und Hautpflege
  • Schulung zur Verwendung der persönlichen Schutzausrüstung
  • Erläuterung des Desinfektion- und Hygieneplans
  • Einführung in die Verwendung von Geräten oder Fahrzeugen
  • Bedienerschulung für Kräne oder Hebebühnen
  • Schulung zur Arbeitsorganisation

Das sind nur einige von vielen verschiedenen Möglichkeiten der Unterweisung im Betrieb. Da jedes Unternehmen spezifische Anforderungen an den Gesundheits- und Arbeitsschutz hat, müssen die Maßnahmen im Rahmen der Unterweisung individuell angepasst werden. Denn für den Arbeitsschutz in Deutschland gelten strenge Regeln und Gesetze.

Wichtige Hilfsmittel für Unterweisungen

Unterweisungsprotokoll: Mit Hilfe des Unterweisungsprotokolls können Sie allen Teilnehmenden ein Dokument an die Hand geben, mit welchem diese nachweisen können, dass sie an der Unterweisung teilgenommen haben. Auf dem Protokoll sollten neben dem Thema auch der Anlass, das Datum sowie eine Unterschrift der teilnehmenden Person zu finden sein. Auf der Basis des Protokolls kann die Unternehmensführung außerdem belegen, dass die Unterweisung durchgeführt wurde.

Unterweisungsplan: Mit einem Unterweisungsplan können alle kommenden Unterweisungen sinnvoll aufgeführt und konzipiert werden. Darüber hinaus haben die Beschäftigten die Möglichkeit, sich bereits im Vorfeld über die Themen der Schulungen zu informieren.

Branchenspezifische, gesetzliche Grundlagen für die Unterweisung

Branche Gesetzliche Grundlagen
Gesundheit/Beauty/Wellness Diese Grundlagen gelten für die Unterweisung
in diesem Bereich. Das können Beschäftigte in Schönheitssalons oder der Industrie sein:Gefährdungen am Arbeitsplatz und
Schutzmaßnahmen (ArbSchG § 12)Umgang mit gefährlichen Stoffen
(GefStoffV § 14)

Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen
(BioStoffV § 14)

Umgang mit Arbeitsmitteln, Geräten und Anlagen
(BetrSichV § 12)

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Bildung Für Schulen, Universitäten, Bildungseinrichtungen, Kindergärten oder andere Einrichtungen
gelten folgende Vorschriften:
Verhalten bei Unfällen und Notfällen/Notfallvorsorge/VerbandbuchGefährdungen amArbeitsplatz und
Schutzmaßnahmen (ArbSchG § 12)

Umgang mit gefährlichen Stoffen
(GefStoffV § 14)

Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen
(BioStoffV § 14)

Umgang mit Arbeitsmitteln, Geräten und Anlagen
(BetrSichV § 12)

PSA – persönliche Schutzausrüstung

Beratung und Betreuung Diese Regeln gelten zum Beispiel für Beschäftigte in Krankenhäusern, der Unfallrettung oder dem Arbeitsschutz im Labor

Verhalten bei Unfällen und Notfällen/Notfallvorsorge/Verbandbuch

Gefährdungen am Arbeitsplatz und Schutzmaßnahmen (ArbSchG § 12)

Umgang mit gefährlichen Stoffen (GefStoffV § 14)

Umgang mit Arbeitsmitteln, Geräten und Anlagen (BetrSichV § 12)

PSA

Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen (BioStoffV § 14)

Humanmedizin Eine Unterweisung in Krankenhäusern basiert zum Beispiel auf folgenden rechtlichen Grundlagen:

Verhalten bei Unfällen und Notfällen/Notfallvorsorge/Verbandbuch/Nadelstichverletzungen

Gefährdungen am Arbeitsplatz und Schutzmaßnahmen (ArbSchG § 12)

Umgang mit gefährlichen Stoffen (GefStoffV § 14)

Umgang mit Arbeitsmitteln, Geräten, Anlagen und Medizinprodukten (BetrSichV § 12, MPBetreibV § 5)

Umgang mit Röntgenstrahlen und/oder radioaktiven Substanzen (RöV § 36 und/oder StrlSchV § 38)

PSA

Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen (BioStoffV § 14)

Friseurhandwerk Friseure müssen bei Unterweisungen folgende Regelungen beachten:

Verhalten bei Unfällen und Notfällen/Notfallvorsorge/Verbandbuch

Gefährdungen am Arbeitsplatz und Schutzmaßnahmen (ArbSchG § 12)

Umgang mit gefährlichen Stoffen (GefStoffV § 14)

Umgang mit Arbeitsmitteln, Geräten und Anlagen (BetrSichV § 12)

PSA

Kinderbetreuung Für Unterweisungen in Kitas oder Kinderkrippen sowie Vorschulen gelten folgende Richtlinien:

Verhalten bei Unfällen und Notfällen/Notfallvorsorge/Verbandbuch

Gefährdungen am Arbeitsplatz und Schutzmaßnahmen (ArbSchG § 12)

Umgang mit gefährlichen Stoffen (GefStoffV § 14)

Umgang mit Arbeitsmitteln, Geräten und Anlagen (BetrSichV § 12)

PSA

Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen (BioStoffV § 14)

Pflege/Healthcare In Kliniken, Altersheimen oder Hospizen können folgende gesetzliche Grundlagen für die Unterweisung gelten:

Verhalten bei Unfällen und Notfällen/Notfallvorsorge/Verbandbuch

Gefährdungen am Arbeitsplatz und Schutzmaßnahmen (ArbSchG § 12)

Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen (BioStoffV § 14), insbesondere Vorgehen bei Nadelstichverletzungen

Umgang mit gefährlichen Stoffen (GefStoffV § 14)

Umgang mit Arbeitsmitteln, Geräten und Anlagen
(BetrSichV § 12)

PSA

Landwirtschaft/Schädlingsbekämpfung Landwirte, landwirtschaftliche Forschungseinrichtungen oder Landschaftspfleger müssen bei Unterweisungen auf diese Rechtsgrundlagen achten:

Verhalten bei Unfällen und Notfällen/Notfallvorsorge/Verbandbuch

Gefährdungen am Arbeitsplatz und Schutzmaßnahmen (ArbSchG § 12)

Umgang mit gefährlichen Stoffen (GefStoffV § 14)

Umgang mit Arbeitsmitteln, Geräten und Anlagen (BetrSichV § 12)

PSA

Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen (BioStoffV § 14),

Therapeutische Praxen In Physio- oder Psychotherapiepraxen können folgende Regelungen bei Unterweisungen Anwendung finden:

Verhalten bei Unfällen und Notfällen/Notfallvorsorge/Verbandbuch

Gefährdungen am Arbeitsplatz und Schutzmaßnahmen (ArbSchG § 12)

Umgang mit gefährlichen Stoffen (GefStoffV § 14)

Umgang mit Arbeitsmitteln, Geräten und Anlagen (BetrSichV § 12)

Persönliche Schutzausrüstung

Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen (BioStoffV § 14), z.B. Verletzungen durch Nadeln

Veterinärmedizin Tierärztinnen und Tierärzte sowie Tierkliniken sollten bei Unterweisungen folgende Regelungen im Blick behalten:

Verhalten bei Unfällen und Notfällen/Notfallvorsorge/Verbandbuch

Gefährdungen am Arbeitsplatz und Schutzmaßnahmen (ArbSchG § 12)

Umgang mit gefährlichen Stoffen (GefStoffV § 14)

Umgang mit Arbeitsmitteln, Geräten und Anlagen (BetrSichV § 12)

Umgang mit Röntgenstrahlen und/oder radioaktiven Substanzen nach RöV §36 und/oder StrlSchV § 38

PSA

Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen (BioStoffV § 14)

Pharmazie In der Pharmaindustrie oder in Apotheken müssen folgende gesetzliche Regelungen für die Unterweisung beachtet werden:

Verhalten bei Unfällen und Notfällen/Notfallvorsorge/Verbandbuch

Gefährdungen am Arbeitsplatz und Schutzmaßnahmen (ArbSchG § 12)

Umgang mit gefährlichen Stoffen (GefStoffV § 14)

Umgang mit Arbeitsmitteln, Geräten, Anlagen und Medizinprodukten
(BetrSichV § 12, MPBetreibV § 5)

PSA

Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen (BioStoffV § 14)

Zahnmedizin Zahnärzte oder Zahntechnische Assistentinnen und Assistenten müssen bei Unterweisungen auf folgende Richtlinien achten:

Verhalten bei Unfällen und Notfällen/Notfallvorsorge/Verbandbuch/Nadelstichverletzungen

Gefährdungen am Arbeitsplatz und Schutzmaßnahmen (ArbSchG § 12)

Umgang mit gefährlichen Stoffen (GefStoffV § 14)

Arbeitsmittelumgang, Geräten, Anlagen und Medizinprodukten (BetrSichV § 12, MPBetreibV § 5)

Umgang mit Röntgenstrahlen (ionisierender Strahlung) und/oder radioaktiven Substanzen (RöV § 36 und/oder StrlSchV § 38)

Umgang mit Laserstrahlung (OStrV § 8)

PSA

Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen (BioStoffV § 14)

 

Unterweisung planen und organisieren: Praktische Tipps

Damit eine Unterweisung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern überhaupt angenommen wird, können folgende Fragen beim Formulieren der Ziele helfen:

  • Was will ich mit der Unterweisung genau erreichen?
  • Will ich meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eher allgemein für ein Thema sensibilisieren oder ein konkretes Thema behandeln?
  • Gibt es neue Erkenntnisse, die ich präsentieren möchte oder muss?
  • Gibt es bereits Vorkenntnisse seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?
  • Sollen mit der Unterweisung auch bestimmte Fähigkeiten erworben oder gefestigt werden?
  • Steht die Motivierung oder Wissensvermittlung im Vordergrund?

Abhängig von den Zielen können anschließend die passenden Methoden für die durchgeführte Unterweisung ausgewählt werden.

Gängige Methoden und Medien für die Unterweisung

 

Art der Unterweisung Vorteile/Nachteile Wann geeignet?
Vorträge Vorteile:

Sie erreichen schnell viele Personen

Vorträge lassen sich flexibel an unterschiedliche Gruppengrößen anpassen

Vortragsunterlagen lassen sich einfach weiterverwenden und zu Broschüren oder Infoblättern verarbeiten

Vorträge können z.B. als Impulsvortrag sehr stark motivierend wirken

Nachteile:

Vorträge sind meist nur einseitige Kommunikation ohne Beteiligung der Zuhörer

Ohne Rückmeldung ist es schwierig zu kontrollieren, ob die Zuhörer alle Inhalte verstanden und angenommen haben

Vorträge sind gut als Einstieg in die Unterweisung geeignet. So kann einem Vortrag zum Beispiel noch ein Kurs oder eine Schulung angegliedert werden.
Gruppen und Partnerarbeit Vorteile:

Alle Teilnehmenden werden aktiv in die Schulung eingebunden

Themen können selbst erarbeitet werden, wodurch sie sich besser festigen

Teilnehmende können sich besser mit den behandelten Themen identifizieren, wodurch die Aufmerksamkeit höher ist

durch Gruppenarbeit wird die Sozialkompetenz der Mitarbeiter gestärkt

Stärkung von Motivation und Eigeninitiative

Nachteile:

Ergebnisse von Gruppenarbeiten können nur schwer oder gar nicht vorhergesagt werden

Gegebenenfalls müssen Ergebnisse von Gruppenarbeiten korrigiert werden

Diese Methode ist sehr zeitintensiv

Diese Methode ist gut geeignet, um den Gruppenzusammenhalt sowie die Sozialkompetenz im Team im Rahmen der Unterweisung zu stärken.
Übungen im praktischen Alltag Vorteile:

Verfahren oder gewünschte Verhaltensweisen werden am Arbeitsplatz angewandt und festigen sich so besser

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können direkt Feedback geben

Der Lernerfolg ist erwartungsgemäß hoch

Jeder kann von jedem lernen

Nachteile:

Übungen setzen ein gewisses Vorwissen voraus

Methode eignet sich nur für Maßnahmen, die auch direkt am Arbeitsplatz geübt werden können

Zeit- und personalintensive Methode

Diese Methode bietet sich für kleinere Gruppen sehr gut an, da die Erfolgskontrolle so sehr einfach ist.
Diskussionsrunden Vorteile:

alle Teilnehmenden können sich aktiv einbringen

alle Teilnehmenden können auf der Basis ihrer persönlichen Erfahrungen etwas beitragen

subjektive Meinungen können aufgenommen und thematisiert werden

Nachteile:

Ergebnisse lassen sich meist nicht genau vorhersagen

Diskussion kann sich in eine Richtung entwickeln, die nicht gewünscht ist

Diskutierende können sich in für die Arbeitssicherheit irrelevanten Details verlieren

Diskussionen sind ideal, um die Vor- und Nachteile einer Sache zu beleuchten. Darüber hinaus können Diskussionsrunden motivierend für eher zurückhaltende Mitarbeitergruppen sein.
Aushändigen von Infomaterial Vorteile:

Infoblätter lassen sich gut wiederverwenden

Arbeitsblätter lassen sich einfach aus Vorträgen heraus erstellen

auch für größere Gruppen geeignet

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können wichtige Aspekte noch einmal nachlesen

Material wirkt „verbindlicher“

Nachteile:

Infoblätter können sehr „trocken“ wirken

Infomaterial ist sehr gut als Unterstützung zu Vorträgen oder Präsentationen geeignet. Außerdem lassen sich Ergebnisse aus Gruppenarbeiten als Infomaterial zusammenfassen.
Präsentationen Vorteile:

veranschaulicht ein Thema besser durch Bilder oder Abbildungen

für große Gruppen geeignet

kann von Teilnehmenden oder Führungskräften erstellt werden

Nachteile:

geeignete Technik (Beamer, Tontechnik) muss vorhanden sein

erfordert Übung

Ideal, um einen Vortrag noch anschaulicher zu machen oder Ergebnisse von einer Gruppenarbeit zu präsentieren.
Pinnwand Vorteile:

sehr einfach zu befüllen

spontane Visualisierung möglich

Nachteile:

nicht für große Gruppen geeignet

 

Pinnwände sind sehr gut geeignet, um die Ergebnisse von Diskussionen oder Gruppenarbeit für alle sichtbar zu sammeln.

 

Unterweisung für Menschen mit geistigem Handicap

Selbstverständlich gilt auch in Werkstätten mit geistig behinderten Menschen die Pflicht zur Unterweisung durch den Arbeitgeber. Da häufig Konzentrationsfähigkeit oder Auffassungsgabe auf Seiten der Beschäftigten begrenzt sind, liegt es an der Unternehmensführung, Methoden und die Art der Vermittlung an die bestehenden Verhältnisse anzupassen.

Hilfe können zum Beispiel Infomaterialien in leichter Sprache oder bebilderte Infoblätter bieten. Darüber hinaus sollten diese einfach gehaltenen Informationen einen konkreten Bezug zu den jeweiligen Arbeiten beinhalten. So ist es zum Beispiel von Vorteil, wenn die bebilderten Anleitungen mit Fotos aus der eigenen Werkstatt angereichert werden und Personen abgebildet werden, die tatsächlich im Betrieb arbeiten.

Wie lässt sich eine Erfolgskontrolle durchführen?

Unterweisungen sind nur dann erfolgreich, wenn alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die in den Schulungen vermittelten Methoden und Handlungen auch in der Berufspraxis umsetzen. Um die Erfolge der Unterweisung zu kontrollieren und dokumentieren, bieten sich verschiedene Methoden an:

  • regelmäßiges Nachfragen: Indem Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig fragen, ob getroffene Vereinbarungen eingehalten werden oder wie sie die Vereinbarungen umsetzen, zeigen Sie Interesse. Gleichzeitig können Sie kontrollieren, ob Ihre Schulungen Erfolg hatten.
  • Fragebögen: Für die Erfolgskontrolle können auch Fragebögen ausgeteilt werden. In diesen wird zum Beispiel gefragt, warum bestimmte Verhaltensänderungen noch nicht erfolgt sind oder ob es am nötigen Wissen liegt, dass Sicherheitsempfehlungen nicht eingehalten werden.

Wichtig ist, dass die Unternehmensführung sich immer der Tatsache bewusst ist, dass eine Verhaltensänderung meist viel Zeit braucht. Aber gerade deshalb sollte die Evaluation von Unterweisungen immer wieder erfolgen.

Sollte es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben, die nicht ausreichend partizipieren und die in den Schulungen und Vorträgen vermittelten Verhaltensweisen grundsätzlich nicht akzeptieren, kann an die Mitwirkungspflicht erinnert werden. Denn diese besteht zum Beispiel laut DGUV Vorschrift.

Aber viel wichtiger ist es, dass allen Beteiligten bewusst ist, dass die Unterweisung nur zum Vorteil für alle ist. Denn von einem Plus an Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz profitieren Unternehmensführung wie Belegschaft gleichermaßen.

Autor: Redaktion Safety Xperts

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