Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz aktuell  31.03.2026

KW 13-14/2026 

Svenja Dammasch
Download PDF
Arbeitsunfall oder nicht? Warum beim Kaffeetrinken der Kontext zählt
„Das ist doch auf der Arbeit passiert – also ist es ein Arbeitsunfall.“ Diese Annahme hält sich hartnäckig. Sie klingt logisch, ist aber falsch. Denn für den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz reicht es nicht aus, dass der Unfall während der Arbeitszeit oder auf dem Betriebsgelände passiert. Entscheidend ist etwas anderes: der betriebliche Zweck der Handlung während des Unfalls. Ein aktuelles Urteil macht klar, wie wichtig die Intention von Handlungen für den Versicherungsschutz ist. Für uns als Sifas dient das Urteil als Blaupause für andere Unfallereignisse, bei denen die Abgrenzung zwischen privater Tätigkeit und Arbeitsunfall schwerfällt, z. B. bei Tätigkeiten im Homeoffice.
+1
Einmal durchwischen bitte! – „Frühjahrsputz“ für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz
Wenn im Frühjahr die Sonne wieder schräg durch die Fenster scheint, ist es vorbei mit der wohligen Winterillusion. Staub auf dem Regal, Schlieren auf dem Boden, Krümel in der Ecke – plötzlich sieht man alles. Also ran an den Frühjahrsputz: ausmisten, putzen, sortieren. Was bleibt, bekommt einen festen Platz. Was kaputt ist, fliegt raus. Was im privaten Bereich oft fester Bestandteil des Jahres ist, kann auch im betrieblichen Umfeld einen wichtigen Beitrag zur Arbeitssicherheit leisten, denn Ordnung und Sauberkeit sind dort keine Frage des ästhetischen Empfindens, sondern ein handfester Sicherheitsfaktor. Der ideale Zeitpunkt also, auch im Betrieb einmal gründlich „durchzuwischen“.
29.4. ist Tag gegen Lärm – schützen Sie Beschäftigte vor der Berufskrankheit Nr. 1
Lärm macht krank, mindert die Konzentration und erhöht das Unfallrisiko. Die DGUV-Statistik für 2024 weist aus: Mit fast 9.000 Fällen entfiel jede dritte neu anerkannte Berufskrankheit auf Lärmschwerhörigkeit. Nutzen Sie den International Noise Awareness Day am 29. April, um den betrieblichen Umgang mit Lärm bewusst in den Blick zu nehmen. Denn in vielen Fällen ist es möglich, die Lärmbelastung in den Griff zu bekommen, wenn Technik, Organisation und persönlicher Schutz zusammenwirken.
+3
Künstliche Intelligenz im Arbeitsschutz: gleichzeitig Entlastung und Risiko
Sie ist da – leise, effizient und oft unsichtbar. Sie analysiert Daten, unterstützt bei der Gefährdungsbeurteilung, bereitet Unterweisungen vor, priorisiert Risiken und macht Vorschläge, die verdächtig vernünftig klingen. Spätestens ein Rundgang über die letzte A+A hat gezeigt: kaum eine Software, die nicht mit „KI-gestützter Gefährdungsbeurteilung“, „automatisierter Risikobewertung“ oder „intelligenter Präventionslogik“ wirbt. Doch damit ergeben sich neue Fragestellungen: Was macht der zunehmende KI-Einsatz mit Sicherheit, Gesundheit – und mit den Menschen, die die Verantwortung tragen?
+3
„Wann gilt ein Arbeitsplatz zu Hause als Telearbeitsplatz?“
Frage: „Ab wann gilt ein Arbeitsplatz zu Hause als Telearbeitsplatz mit vollständiger Ausstattungspflicht des Arbeitgebers – und wie grenzt sich das gegenüber Homeoffice bzw. mobilem Arbeiten ab, insbesondere bei Vertriebsmitarbeitenden mit […]
+2
Gesunde und sichere Arbeit: Nicht nur Benefit, sondern auch ein echter Attraktivitätsfaktor
Seit Jahren steigen die krankheitsbedingten Ausfalltage, viele Betriebe kämpfen mit Fluktuation und Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung. Schnell wird ein Obstkorb aufgestellt, um die Zufriedenheit zu erhöhen – meist mit wenig Erfolg. Dabei ist der Ansatz grundsätzlich richtig: Der neue iga.Report 49 (Januar 2026) zeigt, dass die Arbeitgeberattraktivität nicht allein durch Gehalt oder Karrierepfade entsteht. Auch Maßnahmen im Arbeitsschutz und im BGM tragen dazu bei, dass Arbeitgeber als glaubwürdig und werteorientiert wahrgenommen werden. Entscheidend ist die Qualität der Maßnahmen.
Digitale Augen im Dauerstress
Bei der Bewertung von Homeoffice-Arbeitsplätzen richten wir den Blick häufig auf Muskel-Skelett-Belastungen infolge mangelnder Ergonomie. Aktuelle Daten der DGUV zeigen jedoch deutlich, dass auch digitale Augenbeschwerden im Home­office ein relevantes Gesundheitsproblem darstellen können.
+3

Arbeitshilfen

  • So vermeiden Sie Ablenkungen und schaffen Fokus in Zeiten digitaler Verdichtung