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Arbeitsschutz beim Umgang mit explosiven Stoffen

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explosionsgefährdeten Bereichen

Umweltschutz ist oft auch Arbeitsschutz. Gerade beim Umgang mit gefährlichen oder gar explosiven Stoffen gilt es, die Umwelt und die Mitarbeiter zu schützen. In explosionsgefährdeten Bereichen sind dabei besondere Sicherheitsvorkehrungen zu beachten.

Gemische aus Gasen oder Dämpfen und Luft können bei bestimmten Mischverhältnissen explodieren. Dann besteht eine Gefahr für Mensch und Umwelt. Beispiele für Stoffe mit Explosionsgefahren: Benzin, Ethylalkohol (Brennspiritus), Aceton, Acetylen (Gas), Petroleum, Wasserstoff (Gas) oder Propan (Gas). Dabei ist zu beachten, dass diese brennbaren Stoffe nur innerhalb eines bestimmten Konzentrationsbereiches bei der Vermischung mit Luft zu Explosionen führen können.

Vermeiden Sie Zündquellen

Auf jeden Fall müssen Sie in gefährdeten Bereichen überprüfen, ob es zu Zündgefahren kommen kann, und diese vermeiden. Zündquellen sind beispielsweise heiße Oberflächen, die durch Reibungsenergie bewegter Teile oder durch die Nähe von Wärme abstrahlenden Geräten entstehen. Auch elektrostatische Aufladung und Entladung können zu einer Zündgefahr führen. Schließlich kann ein unbeabsichtigter Funkenflug, beispielsweise durch eine ungewollte schleifende Berührung von Teilen, zu einer gefährlichen Zündquelle werden.

Teilen Sie explosionsgefährdete Bereiche in Zonen ein

Nach § 5 Betriebssicherheitsverordnung muss der Arbeitgeber Bereiche, in denen solche explosionsfähigen Gemische vorherrschen oder entstehen können, einer Gefährdungsbeurteilung unterziehen, bewerten und in Zonen einteilen. Die Zonen unterscheiden sich dabei nach der Gefährlichkeit und der Wahrscheinlichkeit bzw. der möglichen Häufigkeit des Eintretens einer Explosion.

Erstellen Sie unbedingt ein schriftliches Explosionsschutzdokument

Die Zoneneinteilung ist durch ein schriftliches Explosionsschutzdokument festzuhalten und zu belegen. Das Dokument muss erstellt werden, bevor die Arbeit in den betroffenen Bereichen überhaupt aufgenommen wird. Es muss regelmäßig überprüft und auf den neuesten Stand gebracht werden.

In diesem Explosionsschutzdokument muss konkret beschrieben sein,

  • wie die Bewertung der Situation erfolgte und welche Schutzmaßnahmen für Mensch und Umwelt erforderlich sind,
  • welche Bereiche in welche Zonen eingeteilt wurden und
  • welche Arbeitsmittel in den jeweiligen Zonen verwendet werden dürfen.

Ergreifen Sie organisatorische Maßnahmen zum Schutz von Beschäftigten und Umwelt

In explosionsgefährdeten Bereichen sind verschiedene organisatorische Schutzmaßnahmen gefordert:

  • Beschäftigte, die in betroffenen Bereichen arbeiten oder sich dort, wenn auch nur zeitweise, aufhalten, müssen eine Unterweisung erhalten.
  • Eine schriftliche Betriebsanweisung für die betroffenen Bereiche muss vorliegen.
  • Bei gefährlichen Tätigkeiten oder solchen Arbeiten, die durch das Zusammenspiel zu gefährlichen Tätigkeiten werden können, muss ein System vorhanden sein, mit dem eine dafür verantwortliche Person die Arbeiten freigibt.
  • Die Bereiche und die darin tätigen Beschäftigten unterliegen während der Arbeitszeit einer angemessenen Aufsicht.
  • Explosionsgefährdete Bereiche müssen an allen Zugängen gekennzeichnet werden.
  • Eventuell müssen optische oder akustische Warneinrichtungen installiert sein, mit denen bei Erreichen von gefährlichen Schwellenwerten Beschäftigte rechtzeitig vor Explosionen gewarnt werden.
  • Flucht- und Rettungswege müssen vorhanden, frei zugänglich und gekennzeichnet sein, damit die Beschäftigten bei Gefahr den Bereich schnell verlassen können.

Unsere Empfehlung: Falls die Möglichkeit besteht, dass es in bestimmten Bereichen Ihres Unternehmens zu explosionsfähigen Gemischen kommt, müssen Sie eine Gefährdungsbeurteilung durchführen. Sollte eine entsprechende Gefährdung vorliegen, müssen Sie die betroffenen Bereiche in Zonen einteilen, die zu unterschiedlichen Sicherheitsvorkehrungen führen. Entscheidend ist es dann, Maßnahmen zu ergreifen, die die Sicherheit von Mensch und Umwelt gewährleisten können.

So einfach geht Arbeitsschutz und Umweltschutz im Betrieb!

Autor: Stefan Küst & Christian Schweizer

 

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