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Brandprävention: Maßnahmen gegen die Entstehung von Bränden

© Palidachan – Shutterstock
Brandprävention, Vorbeugen Brand, Brandgefahr

Brandprävention ist in Betrieben im Rahmen des Brandschutzes unerlässlich. Im Folgenden sollen die einzelnen Maßnahmen dagegen näher betrachtet und erläutert werden.

Die Zahl der Brandtoten ist rückläufig. Laut Angaben des Statistischen Bundesamt gab es 2015 insgesamt 367 Brandtote. Darüber hinaus rückt die Feuerwehr immer seltener aus, wie es beim Bundesamt in Wiesbaden heißt. Der Deutsche Feuerwehrverband kommt zu einem ähnlich positiven Ergebnis. Insgesamt rückten die Einsatzkräfte der Feuerwehr 2016 179.083 Mal aus. Neben technischen Hilfsleistungen, Notfallrettung und Krankentransport ist die Brandprävention ein weiterer Aufgabenbereich der Feuerwehr.

    Wie der Feuerwehrverband weiter mitteilt, liegen die Gründe für den Rückgang einerseits in der  verstärkten Aufklärung über Brandgefahren und -ursachen. Andererseits hat sich das Verantwortungsbewusstsein der Menschen gegenüber Flammen, Feuer sowie im Allgemeinen gegenüber Brandgefahren verändert. Die meisten wissen, dass von Elektrogeräten die größten Gefahren ausgehen, dicht gefolgt von menschlichem Fehlverhalten als Brandursache.

    Maßgebliche Bedeutung von Prävention

    Vor diesem Hintergrund spielt Prävention und die Präventionsarbeit der Feuerwehren in Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten eine wichtige Rolle. Mit Prävention werden vorbeugende Maßnahmen zum Brandschutz, wie beispielsweise Sicherheitsvorkehrungen, bauliche Maßnahmen und Verhaltensregeln bezeichnet. Durch Präventionsarbeit wird versucht, einen Brand oder eine Explosion mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern. Darüber hinaus soll durch Prävention die Gesundheit geschützt und Sachwerte erhalten bleiben. Prävention im Rahmen von Brandschutzarbeit ist unerlässlich.

    Auf die Bedeutung von Prävention macht der Deutsche Feuerwehrverband aufmerksam. Zu den Schwerpunkten der Arbeit gehört unter anderem die Aufklärung zur Feuerwehrarbeit. Darüber hinaus macht sich der Verband für den Brandschutz in öffentlichen Gebäuden stark und ist Initiator vieler Präventions-Workshops.

    Elektrogeräte als Brandursache Nummer eins

    Laut Angaben des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS) entsteht rund ein Drittel aller Brände in Gebäuden durch Elektrizität. Eine Untersuchung von mehr als 17.000 Brandschäden habe außerdem gezeigt, dass technische Defekte an Elektrogeräten in diesem Segment am häufigsten zum Brand führen. Das IFS empfiehlt, dass bei Mehrfachsteckdosen darauf geachtet werden, dass es nicht zur Überlastung kommt. Diese ist eine häufige Brandurdache. Es genüge bereits, wenn beispielsweise die Waschmaschine und der Wäschetrockner gleichzeitig über eine Steckdosenleiste betrieben werden. Dann wird im Haushalt die maximale Leistungsaufnahme von 3.680 Watt überschritten, da beide Elektrogeräte gleichzeitig heizen.

    Brandstiftung als Brandursache

    Neben Elektrogeräten gilt Brandstiftung als Brandursache. Es erfolgt in der Regel vorsätzlich oder fahrlässig und bezeichnet die Inbrandsetzung von Gegenständen oder anderen Sachgütern. Brandstiftung ist aus gesetzlicher Sicht ein Straftatbestand und wird mit Gefängnisstrafen sanktioniert.

    2018 wurden insgesamt 20.369 Fälle von Brandstiftung polizeilich erfasst. Diese Zahlen gehen aus einer Studie des Statistischen Bundesamtes hervor. Ausgewertet wurden Daten von 1999 bis 2018. Seit 1999 haben die Brandstiftungen hierzulande abgenommen. 1999 waren es 29.003. Allerdings hat sich die Zahl 2018 im Vergleich zu den Vorjahren leicht erhöht.

    Die Gründe für Brandstiftungen sind unterschiedlich. Vielfach erfolgen die Taten im Zusammenhang mit Versicherungsbetrug oder sollen der Vertuschung anderer Straftaten dienen.

    Darüber hinaus besteht ein Zusammenhang zwischen Verhaltensstörungen und Brandstiftung. Brandstiftung kann in Verbindung mit krankhafter Eifersucht, Neid oder Hass begangen werden. Zudem spielt Pyromanie eine wichtige Rolle bei Brandstiftung – der Drang Feuer zu legen.

    Definition von Zündquellen

    Im Folgenden sollen Zündquellen näher betrachtet werden. Solche Quellen geben eine bestimmte Energiemenge an eine explosionsfähiges Gemisch ab. Dies bewirkt, dass sich der Zündvorgang in diesem Gemisch fortpflanzt. In vielen Fällen wird die Wirkung von Zündquellen unterschätzt oder nicht erkannt. Ihre Fähigkeit, die explosionsfähige Atmosphäre zu entzünden, hängt unter anderem von der Energie der  Zündquelle sowie von den Eigenschaften der explosionsfähigen Atmosphäre ab.

    Diese Zündquellen treten am häufigsten auf:

    • Offene Flammen
    • Heiße Gase
    • Heiße Oberflächen (Heizkessel, Rohrleitungen)
    • elektrische Funken von elektrischen Anlagen
    • atmosphärische Entladen (Blitzeinschlag)
    • Elektromagnetische Felder (Handy, PC)
    • Ultraschall
    • Ionisierende Strahlung (wird durch UV-Strahlung und Laser erzeugt)

    Für einen Betrieb sind vor allem die Zündquellen gefährlich, die unbekannt und nicht offensichtlich sind. Im Rahmen der Brandschutzerziehung oder Brandschutzunterweisung sollten die Mitarbeiter auf die Zündquellen im Unternehmen hingewiesen werden. Die genannten Zündquellen sollten deshalb in der Brandschutzunterweisung genannt werden.

    Rauchmelder und Brandprävention

    Rauchmelder sind im Rahmen der Brandprävention unabdingbar. In der Vergangenheit hat sich herausgestellt, dass nicht allein das Feuer, sondern vielmehr der Rauch für die Brandtoten verantwortlich ist. Laut weiteren Angaben des Statistischen  Bundesamtes ist eine Rauchvergiftung die Ursache für 90 Prozent der Brandtoten. Vor diesem Hintergrund haben sich Rauchmelder als Maßnahme in der Brandprävention bewährt.

    Im Alltag wird in der Regel von Rauchmeldern gesprochen. Tatsächlich sind jedoch Rauchwarnmelder gemeint. In Privatwohnungen und -häusern warnen diese die Bewohner vor gefährlicher Rauchentwicklung in Ihrem Zuhause. In allen 16 Bundesländern Deutschlands sind Rauchwarnmelder mittlerweile Pflicht.

    Montiert werden sie vor allem in Schlaf- und Wohnzimmern sowie in Fluren. Ausnahmen sind Küchen und Bäder. Aufgrund der Wasserdampfentwicklung in diesen Räumen wird von der Montage der Rauchwarnmelder abgesehen, da es zu Fehlalarmen kommen würde.

    Moderne Rauchwarnmelder sind üblicherweise batteriebetrieben und erkennen selbst feinste Rauchpartikel in der Luft. Infolgedessen lösen sie einen schrillen Alarmton aus und warnen so vor Rauch. Der laute und schrille Ton des Rauchwarnmelders hat sich in Privatwohnungen vor allem bei Senioren und Seniorinnen bewährt. Oft sind diese schwerhörig. Durch den lauten Alarmton werden sie rechtzeitig vor den Brandgefahren gewarnt.

    Rauchmelder versus Rauchwarnmelder

    Im Gegensatz zu Rauchwarnmeldern kommen Rauchmelder in allen öffentlichen Gebäuden zum Einsatz. Beispiele hierfür sind Krankenhäuser, Schulen, Universitäten sowie Fabrik- und Lagerhallen. Gewerblich genutzte Rauchmelder sind meistens Teil einer komplexen Brandmeldeanlage. Im Gegensatz zum Rauchwarnmelder verfügt nicht jeder Rauchmelder über einen integrierten Alarmton. Stattdessen wird bei Bildung von Rauch ein Signal von den Rauchmeldern an eine interne Brandmeldezentrale gesendet, über die dann der Alarm ausgelöst und die Feuerwehr gerufen wird. Sowohl Rauchmelder als Rauchwarnmelder können aufgrund ihrer Funktionen Leben retten und sind allein deshalb ein wichtiger Bestandteil bei der Brandprävention.

    Egal ob in der Wohnung oder im Betrieb. Rauchmelder und Rauchwarnmelder sind Lebensretter und spielen eine entscheidende Rolle, wenn es um die Sicherheit von Menschen geht. Obwohl sie nicht zur Eliminierung der Brandgefahren beitragen, muss jeder im Haushalt und Betrieb über sie Bescheid wissen.

    Brandmelder

    Neben Rauchmeldern und Rauchwarnmeldern gibt es die Brandmelder. Hierunter werden alle Geräte verstanden, die der Branderkennung dienen und direkt mit der Brandmeldeanlage (BMA) verbunden sind. Es wird zwischen automatischen und nichtautomatischen Brandmeldern unterschieden.

    Optische Rauchmelder, Ansaugrauchmelder und Flammenmelder sind Beispiele für automatische Brandmelder. Diese Geräte registrieren die Wärme beziehungsweise den Rauch und geben den Alarm an die Brandmeldezentrale weiter.

    Nichtautomatische Brandmelder dagegen sind Melder, die von Personen mittelbar oder unmittelbar per Hand betätigt werden können. Genau wie die automatischen Brandmelder gehören die nichtautomatischen Melder zur Brandmeldeanlage. Handfeuermelder gehören zu den nichtautomatischen Brandmeldern.

    Aufklärung über Brandgefahren

    Bedauerlicherweise kommt es dennoch zu Arbeitsunfällen im Betrieb im Umgang mit Feuer und brennbaren Stoffen. Vor allem Unternehmen, die mit Gefahrstoffen Gefahrgut zu tun haben, sind Gefahren und Unfälle nicht ausgeschlossen. Um die Sicherheit der Beschäftigten zu garantieren und die Unfälle auf ein Minimum zu reduzieren oder ganz auszuschließen, muss der Arbeitgeber für die kontinuierliche Aufklärung über Brandgefahren sorgen. Im Rahmen der Brandschutzprävention sowie der Arbeitsschutzbelehrung bzw. -unterweisung ist das Unternehmen als Arbeitgeber dazu verpflichtet. Im Allgemeinen muss das Thema Brandschutz im Betrieb einen hohen Stellenwert haben.

    Fragen nach der Ursache von Brandgefahren sowie die Handhabung mit entzündbaren festen Stoffen und entzündbaren flüssigen Stoffen gehören zur Aufklärung und ist im Sinne der Präventionsarbeit notwendig.

    Aufklärung und Brandschutzerziehung

    Aufklärung über Brände, Brandgefahren, Rauch und Rauchentwicklung findet jedoch sehr viel früher statt. Bereits Kleinkinder und Schüler werden über Gefahren mit Feuer aufgeklärt. Die Brandschutzerziehung ist in der Regel ein gemeinsamer Auftrag von Feuerwehr, Kindergarten und Schule. Eine frühzeitige und kindgerechte Brandschutzerziehung kann unter Umständen lebensrettend sein.

    Bei der Brandschutzerziehung wird den Kindern und Jugendlichen die Thematik nähergebracht. Sie werden über die verschiedenen Arten der Brände informiert und erlernen Maßnahmen, wie sie sich bei einem Brandfall zu verhalten haben. Weitere Ziele der Brandschutzerziehung sind es außerdem, dass Kinder und Jugendliche die Brandgefahren erkennen sowie die Wirkung von Feuer und Rauch. Zudem sollen im Rahmen der Brandschutzerziehung Kenntnisse über geeignete Verhaltensweisen erworben und die Verhaltensweisen und Maßnahmen spielerisch erlernt werden. Außerdem ist das richtige Absetzen eines Notrufes das Ziel der Brandschutzerziehung.

    Brandschutzerziehung und Aufklärung als Teil pädagogischer Arbeit

    Brandschutzerziehung sowie Aufklärung über Brandschutz sind Formen der brandschutzpädagogischen Vermittlungsarbeit. Sie richtet sich an jede Altersstufe, jede Herkunft sowie an jeden Bildungsgrad. Es werden Kompetenzen vermittelt, mit denen im Rahmen der körperlichen, sprachlichen und geistigen Möglichkeiten Maßnahmen zur Verhütung von Feuern durchgeführt werden können. Die Maßnahmen schließen die Bekämpfung von Feuer sowie andere Hilfsleistungen mit  ein. In einigen Landesgesetzen Deutschlands ist die Brandschutzerziehung als Aufgabe in den Bildungsplänen der Grundschule sowie der Sekundarstufe definiert. Vor diesem Hintergrund erfolgt die Brandschutzerziehung vom Kindergarten bis zur 9. Klasse. Die Aufklärung zu Bränden, Zündquellen – die Präventionsarbeit – erfolgt in der Sekundarstufe 2 sowie bei Erwachsenen, die im Berufsleben stehen.

    Genau wie bei Rauchmeldern und Rauchwarnmeldern geht es bei der Brandschutzerziehung und Aufklärung über Brände, Brandgefahren und Ursachen von Bränden um die Sicherheit von Menschen.

    Brandschutztag mit historischem Hintergrund

    Der einmal im Jahr stattfindende Brandschutztag am 9. Oktober ist ein bundesweiter Aktionstag und findet im Rahmen der Brandschutzwoche statt. Der Brandschutztag findet in Gedenken an den Großen Brand von Chicago statt. Vom 8. bis zum 10. Oktober 1871 zerstörte ein Großbrand weite Teile der Stadt. Bei dem Feuer kamen schätzungsweise 300 Menschen ums Leben. Von damals rund 300.000 Einwohnern verloren etwa 100.000 Menschen ihr Zuhause.

    Der jährlich stattfindende Brandschutztag soll nicht nur auf das Großfeuer hinweisen. Im Zentrum des Aktionstages steht die Brandprävention, die Erkennung von Brandgefahren sowie die Unterweisung geeigneter Maßnahmen zur Verhinderung von Bränden. Der Brandschutztag findet vor allem in Schulen und Kindergärten statt und wird dort gemeinsam mit der Feuerwehr durchgeführt. Im Rahmen der Brandschutzerziehung von Kindern und Jugendlichen ist der Tag wichtig.

    Fazit

    Brandprävention ist in Betrieben sowie in Kindergärten und Schulen ein Dauerthema. Obwohl die Zahl der Brände und der Brandtoten rückgängig ist und die Feuerwehr weniger ausrücken muss, müssen Menschen jeder Altersstufe Maßnahmen zur Verhinderung von Feuer kennen, da sie lebensrettend sind. Darüber hinaus gehört das Wissen über Elektrogeräte zur Brandprävention. Elektrizität als eines der häufigsten Brandursachen muss in Betrieben, Kindergärten und Schulen so eingesetzt werden, dass sie nicht zu Bränden führen.

    Zur Brandprävention gehören zudem Kenntnisse über Rauchmelder und Rauchwarnmelder. Da die meisten Rauchwarnmelder batteriebetrieben sind, muss jeder wissen, wann die Batterie leer ist und was die blinkenden Signale an den Geräten bedeuten. In Privathäusern ist in der Regel der Vermieter für die Wartung der Rauchwarnmelder zuständig. In Betrieben und gewerblich genutzten Räumen fällt die Aufgabe der Wartung der Rauchmelder dem Arbeitgeber zu.

    Mit dem jährlich stattfindenden Brandschutztag wird die Bedeutung der Brandprävention jährlich hervorgehoben. Mit dem bundesweiten Aktionstag wird nicht nur auf die Gefahren von Feuer und Flammen, sondern von Rauch hingewiesen. Viele Brandtote sterben an einer Rauchvergiftung. Lebensrettende Maßnahmen zur Verhinderung von Rauch und Feuer werden am Brandschutztag gelehrt.

    Autor: Redaktion SafetyXperts

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