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Brandschutz: Fluchttür muss nach außen aufgehen!

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Fluchttür

Wenn es brennt, müssen die Fluchtwege frei sein, damit sich die Mitarbeiter im Betrieb rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Dabei kommt es entscheidend auf die Fluchttür an.

Anforderungen an Fluchtwege

Zur Sicherheit im Betrieb schreibt das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) vor, dass die Arbeit, Leben und Gesundheit der Arbeitnehmer möglichst nicht gefährden darf oder, dass die Gefährdung so gering wie möglich zu halten ist. Dazu gehört es auch, dass sich die Beschäftigten, wenn Gefahr droht, unverzüglich in Sicherheit bringen können und eine schnelle Rettung möglich ist (siehe § 4 Arbeitsstättenverordnung, (ArbStättV)). Für Türen von Notausgängen heißt das, dass diese gekennzeichnet sein müssen und dass man sie leicht öffnen kann. Und: Sie die Fluchttür muss sich nach außen öffnen lassen. Das mag auf den ersten Blick streng erscheinen, gerade bei kleineren Betrieben, daran ist aber nicht zu rütteln, wie eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Münster zeigt (Entscheidung vom 22.6.2016, Az. 9K 1985/15).

Keine Ausnahmen bei der Fluchttür

In diesem Fall hatte die Bezirksregierung Münster – als zuständige Aufsichtsbehörde für den Arbeitsschutz – einer Firma per Ordnungsverfügung aufgegeben, die Fluchtwege so zu gestalten, dass sie den gesetzlichen Anforderungen genügen.

Im Klartext hieß das: Die Fluchttür muss nach außen aufschlagen. Denn eine Fluchttür, die nach innen aufgeht, verstärkt die Stresssituation der betroffenen Personen und erschwert die Flucht erheblich, so das Gericht. Schlimmstenfalls könne es vor der Tür zu einer Menschenansammlung kommen, die es nicht ermögliche, die Tür zu öffnen. Zugleich verbot die Behörde der Firma, in den betroffenen Büroräumen Arbeitnehmer zu beschäftigen – so lange, bis die Bedingungen erfüllt waren. Die Fluchttüren in diesem Gebäude gingen nach innen auf. Das Unternehmen wehrte sich gegen die Verfügung, mit der Begründung, die Sicherheit oder die Gesundheit der Beschäftigten werde dadurch nicht gefährdet. Es bestünden in dem modernen Gebäude keine besonderen Brandgefahren. Außerdem würden im Ernstfall nur 5 bis 7 Personen die Fluchttür benutzen, so dass es nicht zu einem Stau vor der Tür kommen könnte.

Das Gericht ließ sich davon nicht überzeugen. Die Anforderungen, die die ArbStättV an den Arbeitgeber stellt – dass sich Fluchttüren nach außen öffnen lassen müssen – sind zwingend, hielten die Richter fest.
Wie viele Personen sich in den Räumen aufhalten, spielt dabei keine Rolle. Es muss also keine konkrete Gefahr festgestellt werden. Nach den Vorschriften des Arbeitsschutzes stellen Türen, die sich nicht nach
außen öffnen lassen, immer eine Gefahr dar.

Sofortiges Tätigkeitsverbot

Deshalb durfte die Behörde auch ohne weitere Frist das sofortige Verbot aussprechen, in den Räumen Arbeitnehmer zu beschäftigen. Denn die Gefährdung durch die sich nach innen öffnende Tür hätte jederzeit in eine konkrete Gefahr umschlagen können, indem die Flucht nach draußen erschwert, verlangsamt oder verhindert worden wäre. Jede Reaktion der Behörde wäre dann zu spät gekommen.

Fazit für die Praxis

Damit Beschäftigte im Notfall schnell die Arbeitsstätte verlassen können, um sich in Sicherheit zu bringen, muss die Fluchttür zwingend nach außen aufgehen. Auch wenn nur wenige Mitarbeiter in den Räumen arbeiten, ändert das nichts. Stellen Sie daher Ihre Fluchtwege auf den Prüfstand und kontrollieren Sie gleich die Sicherheitsbeleuchtung, Länge und Breite der Fluchtwege und ob Ihre Türen nach außen öffnen.

Mehr zum Thema: Besonderheiten von Brandschutztüren und warum sie so wichtig sind

Autor: Friedhelm Kring


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