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Brandschutzverordnung: Keine bundeseinheitliche Regelung

© Tessa Bishop – Shutterstock
Brandschutzordnung

Die Brandschutzverordnung ist ein wichtiges Instrument, das Regeln zur Brandverhinderung und Maßnahmen im Brandfall zusammenfasst. Allerdings ist es nicht bundeseinheitlich. Was bei der Verordnung eine Rolle spielt.

Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit hat in Deutschland einen hohen Stellenwert. Eng damit verbunden ist der Brandschutz und die Brandschutzverordnung. Vor allem Betriebe, die Gefahrstoffe produzieren und vertreiben, müssen über eine solche Brandschutzverordnung verfügen. Sowohl Betriebsangehörige als auch Besucher des Unternehmens müssen sich an die Verordnung halten.

    Der folgende Beitrag thematisiert im Detail die Brandschutzverordnung. In vielen Fällen ist von Brandschutzordnung die Rede. Beide Begriffe haben dieselbe Bedeutung und können verwendet werden. Neben einer allgemeinen Definition wird nachfolgend auf die DIN 14064 und somit auf die Gliederung einer Brandschutzordnung eingegangen.

    Brandschutzverordnung: Was ist das?

    Bei einer Brandschutzverordnung beziehungsweise Brandschutzordnung handelt es sich um die Zusammenfassung von Regeln für das Verhalten von Personen im Brandfall. Diese Regelungen haben in den meisten Fällen den Stellenwert von Hausordnungen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Darüber hinaus enthält eine Brandschutzverordnung Maßnahmen zur Verhütung von Bränden. Die Verordnungen gelten sowohl für Betriebe als auch für öffentliche Gebäude.

    Gesetzlich ist die Erstellung einer Brandschutzverordnung allerdings nicht festgeschrieben. Die einzelnen Bundesländer können jedoch ein eigenes Brandschutzgesetz aufstellen. In vielen Fällen fordern die Bundesländer von besonders gefährdeten Betrieben eine Brandschutzordnung. Chemie- und Pharmazieunternehmen sind Beispiele hierfür. Sie stellen Gefahrstoffe her und vertreiben sie. Die Brandschutzverordnung dieser gefährdeten Betriebe und anderer Unternehmen müssen mit den zuständigen Behörden des Bundeslands abgestimmt werden. Die Zuständigkeiten dafür liegen bei den Bauaufsichtsbehörden.

    Brandschutznachweis

    Vor diesem Hintergrund ist der Brandschutznachweis wichtig. Es ist der Nachweis, den Betriebe gegenüber den Brandschutzbehörden oder den Prüfingenieuren für vorbeugenden Brandschutz vorlegen müssen. Der Brandschutznachweis gilt als Beleg dafür, dass die Belange des Baurechts hinsichtlich des Brandschutzes für das entsprechende Gebäude erfüllt sind. Ein Brandschutznachweis erfüllt die Anforderungen an den Brandschutz, die sich aus der Bauordnung ergeben.

    Brandschutznachweis versus Brandschutzkonzept

    Bei einem Brandschutznachweis handelt es sich nicht um ein Brandschutzkonzept. Beide Begriffe müssen strikt voneinander getrennt werden. Das Brandschutzkonzept umfasst die gesamte Brandschutzplanung eines Gebäudes. Dies gilt insbesondere für Sonderbauten. Hierbei handelt es sich um Gebäude oder Räume, die eine besondere Nutzung haben. Beispiele für Sonderbauten sind Hochhäuser, Krankenhäuser, Schulen, Wohn- oder Pflegeheime.

    Hinweis: Die Formalien eines Brandschutzkonzeptes sind nicht einheitlich geregelt. Gefährdete Betriebe sollten sich mit der Bauaufsichtsbehörde des Bundeslandes abstimmen.

    Grundlage des Brandschutzkonzeptes sind die mit der Bauaufsichtsbehörde vereinbarten Schutzziele. Die baurechtlichen und objektbezogenen Anforderungen werden dabei besonders beachtet. Darüber hinaus enthält ein Brandschutzkonzept alle erforderlichen Maßnahmen zur Verhütung von Bränden.

    Der Brandschutznachweis ist in vielen Fällen ein Teil des Brandschutzkonzepts. Es ist die schriftliche und visuelle Gestaltung des Konzepts. In dem Brandschutznachweis sind die einzelnen Brandschutzmaßnahmen enthalten.

    Damit die Anforderungen des baulichen Brandschutzes eingehalten werden, wird in den Landesbauordnungen in der Regel der Brandschutznachweis oder das Brandschutzkonzept verlangt. Die Brandschutznachweise müssen zudem für die Gebäudeklassen 1 bis 3 vorgelegt werden.

    Bei diesen Klassen handelt es sich neben herkömmlichen Gebäuden um freistehende Gebäude sowie um sonstige Gebäude. Zu den Gebäudeklassen 1 bis 3 zählen auch diejenigen, die land- und forstwirtschaftlich genutzt werden. In der Musterbauordnung der Bauministerkonferenz sind die Gebäudeklassen definiert. Darüber hinaus finden sich Definitionen der Gebäudeklassen in den Landesbauordnungen der Bundesländer.

    Achtung: Je höher die Gebäudeklasse ist, desto höher sind die Anforderungen an den Brandschutz. In der Brandschutzverordnung wird die entsprechende Gebäudeklasse des Gebäudes festgelegt.

    Brandschutz und Prüfverfahren

    In Deutschland benötigen alle Bauteile für ein Gebäude die sogenannte CE-Kennzeichnung. CE steht als Abkürzung für Conformité Européenne und bedeutet, dass das Produkt die Anforderungen der Europäischen Gemeinschaft erfüllt. Alle EU-Mitgliedsländer fordern die CE-Kennzeichnung.

    Neben der Kennzeichnung benötigen die Bauteile die bauaufsichtliche Zulassung. Dies gilt besonders für Dämmstoffe und Dämmsysteme. Vor dem Hintergrund des Brandschutzes ist das Brandverhalten der Bauteile wichtig.

    Im Rahmen des Brandschutzes finden in regelmäßigen Abständen Prüfverfahren der Bauteile statt. Dieses Verfahren wird zudem im Vorfeld der Zulassung der Dämmstoffe und Dämmsysteme durchgeführt. Zu den Brandprüfungen gehört die Kleinbrenner-, Brandschacht- oder Sockelbrandprüfung.

    Im Rahmen des Prüfverfahrens werden die Baustoffe und die Bauarten geprüft. Nach der Prüfung werden die Bauteile mit dem Verwendbarkeitsnachweis versehen. Dies gilt speziell für Dämmsysteme, die aus mehreren Komponenten bestehen. Alle Bauteile und Baustoffe müssen die klar definierten bauordnungsrechtlichen Anforderungen erfüllen. Den Vorgaben an Brandsicherheit müssen die Bauteile gerecht werden. Darüber hinaus unterliegen sowohl die Baustoffe als auch die Bauteile als Gesamtes einer stetigen Prüfung durch zugelassene Prüfstellen.

    Verschiedene Prüfverfahren

    Die Prüfverfahren werden auf unterschiedliche Arten und Weisen durchgeführt. Im Folgenden werden die wichtigsten von ihnen genannt.

    Hinweis: Die Prüfverfahren mit Blick auf den Brandschutz führen verschiedene Institutionen durch. Dazu gehören unter anderem die Dekra und der TÜV. Beide Organisationen unterstützen Unternehmen auch bei der Erstellung von Brandschutznachweisen und Brandschutzkonzepten.

    • Unbelastete Wandprüfungen nach DIN EN 1364-1: Hier erfolgt die Prüfung von nichttragenden und raumabschließenden Wandkonstruktionen mit und ohne Verglasung. Darüber hinaus nichttragende Fensterverglasungen an einem Wandprüfstand nach DIN EN 1364-1 in Verbindung mit DIN EN 1363-1 durchgeführt.
    • Belastete Wandprüfungen nach DIN EN 13651: Dies ist die Prüfung von tragenden, raumabschließenden und wärmegedämmten Wandkonstruktionen (REI) am Prüfstand gemäß DIN 1365-1. In der Regel werden die Prüfverfahren sie in Verbindung mit DIN 1363-1 durchgeführt.
    • Rauchdichtheit: Bei diesem Prüfverfahren wird unter anderem eine Dauerfunktionsprüfung nach DIN 18095-2 durchgeführt. Dabei werden die Türen mit jeweils 200.000 Öffnungs- und Schließbewegungen des Türflügels belastet. Bei Toren sind es 10.000 Prüfzyklen. Im Anschluss daran werden Rauchschutztüren auf der Öffnungs- und Schließseite der größten geforderten Tür auf Dichtigkeit geprüft.
    • Rohrabschottungen: Rohrabschottungen und Kabelabschottungen sind brandschutztechnische Maßnahmen und kommen dann zur Anwendung, wenn Leitungen durch Wände oder Decken geführt werden sollen. Für Bauarten, die nach DIN 4102-11 und DIN 1985-12 beurteilt werden können, genügt ein bauaufsichtliches Prüfungszeugnis. Das Deutsche Institut für Bautechnik gibt nähere Informationen zu Rohrabschottungen als Prüfverfahren.
    • Deckenprüfungen: Bei Deckenprüfungen werden in der Regel Deckenstreifen benutzt, die in eiserne Rahmen eingespannt werden. Im Anschluss daran wird von den Prüfern ein Horizontalschub ausgeübt. Zudem können die Deckenstreifen bei diesem Prüfverfahren auf Träger oder tragende Mauern gelegt werden. Währen der Belastung werden die sogenannten Widerlager beobachtet und es werden Lagenänderungen gemessen.

    Baubeschläge und Fassungen

    Neben den Bauteilen und Baustoffen unterliegen die Baubeschläge dem Brandschutz. Vor allem im Metallbauhandwerk müssen die Baubeschläge feuerfest sein. Für das Handwerk gelten wichtige Normen, die unbedingt beachtet werden müssen. Zu den Baubeschlägen gehören beispielsweise Türdrücker und -schlösser. Darüber hinaus zählen die elektronische Türverriegelung und Notausgangverschlüsse zu den Baubeschlägen.

    Im Juli 2017 ist die DIN 18273 für Metallbauer erschienen. Laut Angaben des Verband des Metallhandwerks mitteilt, gilt diese Norm für alle Bauarten von Türdrückergarnituren für Feuerschutztüren und Rauchschutztüren – in der Ausführung als ein- und zweiflügelige Drehtüren. Alle Teile der Türdrückergarnituren nach dieser Norm sind abgestimmt  auf die Anforderungen nach DIN EN 1634, DIN 4102-5 und DIN 4102-18 sowie DIN 18095-1 und DIN 18095-2  

    Neben den Baubeschlägen müssen Fassungen den brandschutztechnischen Anforderungen gerecht werden. Bei Fassungen handelt es sich um Vorrichtungen, um auswechselbare Bauteile schnell befestigt und gelöst werden können. Beispiele für Fassungen sind Lampenfassungen, Schraubfassungen und Steckfassungen. Letztere finden Anwendung bei Stecksockel von Elektronenröhren, Energiesparlampen und herkömmlichen Glühlampen.

    Schilder für den Brandschutz

    Hinweisschilder schaffen in jeder Hinsicht klare Verhältnisse. Dies gilt in besonderem Maße für den Brandschutz. Es gibt mehrere Schilder, die sowohl innerhalb als auch außerhalb von Gebäuden angebracht werden können. Die Aufschriften sind bekannt. Beispiele sind:

    • Feuerwehrzufahrt freihalten
    • Feuerwehrzugang
    • Aufzug im Brandfall nicht benutzen
    • Feuerlöschdecke
    • Löschwasser Entnahmestelle

    Darüber hinaus gibt es ein Schild, das Betriebsangehörige und Besucher über Verhaltensregeln im Brandfall informiert. Auf dem Schild stehen Hinweise zum:

    • Alarm melden
    • Zu Soforthilfemaßnahmen
    • Zu Sicherheitshinweisen

    Ein Schild oder mehrere Hinweisschilder können online bei verschiedenen Shops gekauft werden. Sie sind in verschiedenen Größen erhältlich sowie in witterungsbeständiger Qualität.

    Dreiteilige Gliederung der Brandschutzordnung

    Eine Brandschutzordnung besteht grundsätzlich aus drei Teilen. Die Teile A, B und C sollen nachfolgend näher beschrieben werden. Die Teile richten sich an verschiedene Personengruppen im Objekt.

    Brandschutzverordnung Teil A

    Dieser Teil ist gemäß DIN 14096 und enthält die Mindestanforderungen an die Aushänge zum Verhalten im Brandfall. Darüber hinaus werden mit Teil A der Brandschutzordnung die Maßnahmen zur Verhütung von Bränden beschrieben. Teil A richtet sich an alle Personen, die sich in dem Gebäude aufhalten. Neben dem Arbeitgeber und den Beschäftigten sind dies Besucher. Der Aushang der Brandschutzordnung muss gut sichtbar für alle Personen im Gebäude ausgehangen werden. Die wichtigsten Verhaltensregeln im Brandfall müssen schriftlich und visuell in Form von Diagrammen dargestellt werden. Verhaltensregeln in Teil A einer Brandschutzordnung sind:

    • Im Brandfall Ruhe bewahren
    • Brand melden mit der Notrufnummer 112
    • In Sicherheit bringen. Hier muss es Hinweise zur Selbstrettung und dem Hinweis auf Symbole für gekennzeichnete Fluchtwege und Sammelstellen geben.
    • Löschersuch unternehmen. Symbole auf Feuerlöscher und Wandhydranten müssen in Teil A der Brandschutzverordnung stehen.

    Teil A der Brandschutzordnung muss zusammen mit den Flucht- und Rettungsplänen ausgehangen werden. Hier muss allerdings nach ISO 23601 unterschieden werden.

    Brandschutzverordnung Teil B

    Bei dem zweiten Teil der Brandschutzverordnung greift erneut die DIN 14096. Teil B richtet sich an alle Personen ohne besondere Aufgaben in Bezug auf den Brandschutz. Darüber hinaus spricht die Brandschutzordnung Teil B Personen an, die sich regelmäßig im Betrieb und im Gebäude aufhalten – vor allem die Mitarbeiter. Teil B enthält Regeln zur Verhinderung von Brand- und Rauchausbreitung. Zudem enthält es Vorschriften zur Freihaltung der Flucht- und Rettungswege. Daneben enthält Teil B der Brandschutzverordnung Regelungen zum Verhalten im Brandfall und zur Alarmierung. Die Gliederung von Teil B der  Brandschutzverordnung ist folgendermaßen:

    • Brandverhütung
    • Brand- und Rauchausbreitung
    • Fluchtwege und Rettungswege
    • Melde- und Löscheinrichtungen
    • Verhalten im Brandfall
    • Brandmeldung
    • Alarmsignale und Anweisungen
    • In Sicherheit bringen
    • Löschversuche unternehmen
    • Besondere Verhaltensregeln

    Anders als Teil A sollte Teil B der Brandschutzordnung den Mitarbeitern zur Unterschrift vorgelegt werden. Darüber hinaus muss dieser Teil der Brandschutzverordnung Gegenstand einer jährlichen Unterweisung sein. Hier greift § 12 des Arbeitsschutzgesetz und § 4 der DGUV-V 1.

    Gemäß des Arbeitsschutzgesetz umfasst die Unterweisung des Arbeitgebers Anweisungen und Erläuterungen, die auf den Arbeitsplatz oder den Aufgabenbereich der Beschäftigten ausgerichtet sind. Zudem muss die Unterweisung unter anderem bei der Einstellung, bei Veränderungen im Aufgabenbereich sowie bei der Einführung neuer Arbeitsmittel erfolgen.

    Wichtig: Teil B der Brandschutzverordnung muss an die Situation im Betrieb angepasst werden. Im Einzelfall kann die Verordnung Hinweise zur Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten oder leicht entzündlichen Gasen enthalten. Darüber hinaus muss je nach Situation des Betriebs auf besondere Alarmierungsformen hingewiesen werden.

    Brandschutzverordnung Teil C

    Mit diesem Teil werden ausschließlich Personen mit besonderen Brandschutzaufgaben im Betrieb angesprochen. Gemeint sind zum Beispiel Brandschutzbeauftragte oder Brandschutzhelfer. Zudem richtet sich Teil C der Brandschutzverordnung an den Sicherheitsbeauftragten im Unternehmen.

    Mit diesem Teil wird die Durchführung vorbeugender brandschutztechnischer Maßnahmen beschrieben. Mit der Umsetzung der einzelnen Maßnahmen werden nur die genannten Personengruppen betraut. Aufgaben und Maßnahmen der Brandschutzordnung Teil C nach DIN 14096 sind folgende:

    • Brandverhütung
    • Meldung und Alarmierung der Rettungskräfte
    • Sicherheitsmaßnahmen für Personen, Tiere und Sachwerte treffen
    • Löschmaßnahmen vornehmen
    • Vorbereitung für den Einsatz der Feuerwehr
    • Nachsorge

    Info: Die einzelnen Berufsgenossenschaften sowie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung informieren Betriebe über Brandschutz und Maßnahmen zur Verhütung von Bränden. Auch der Brandschutztag ist sehr informativ für Betriebe, Unternehmen und Firmen. In den meisten Fällen sind dies Schulungen sowie Fort- und Weiterbildungen. Darüber hinaus informieren die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern über die Brandschutzverordnung. Weitere Informationen gibt es auf den Webseiten der entsprechenden Institutionen.

    Flucht- und Rettungswege

    In der Brandschutzverordnung muss detailliert über die Nutzung der Flucht- und Rettungswege informiert werden. Beide Begriffe haben eine unterschiedliche Bedeutung und müssen strikt voneinander getrennt werden.

    Fluchtwege

    Als Fluchtwege werden Treppen und Flure bezeichnet, über die sich Menschen und Tiere im Brand- und Gefahrenfall in Sicherheit bringen können. Fluchtwege dienen der Selbstrettung und müssen in allen Gebäuden vorhanden sein.

    Rettungswege

    Mit Rettungswegen werden die Zugänge und Wege für die Einsatzkräfte, wie der Feuerwehr, bezeichnet. Über die Rettungswege wird die Bergung von Menschen und Tieren vorgenommen. Über die Rettungswege erfolgt die Fremdrettung. Zudem sind über die Rettungswege Löscharbeiten möglich.

    Brandmeldeanlagen

    Fakt ist: Ein Brand verursacht für ein Unternehmen jeder Größe einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden. Zum Teil werden ganze Produktionsprozesse für Wochen oder Monate lahmgelegt. Sogenannte Brandmeldeanlagen sollen diese und weitere Schäden vermeiden. Im Brandschutz nehmen sie eine zentrale Stellung ein. Obwohl Brandanlagen die Entstehung eines Brandes nicht verhindern oder löschen können, haben sie wichtige Aufgaben. Dazu zählen:

    • entstehende Brände rechtzeitig erkennen
    • Weitergabe der Information an die Feuerwehr
    • Warnung an die Personen, die sich im Gebäude befinden
    • Ansteuerung von Brandschutzeinrichtungen
    • rasche Ortung des Brandortes und -herdes
    • der Feuerwehr einen Zugang zum Gebäude verschaffen

    Die Installation einer Brandmeldeanlage und Feuerlöscher im Betrieb oder Gebäude hat wesentliche Vorteile. Die Entstehung des Brands wird innerhalb weniger Minuten bemerkt. Anschließend wird die Feuerwehr benachrichtigt und die Personen im Gebäude alarmiert. Gleichzeitig werden Aufzüge evakuiert, Rauchschutztüren geschlossen und die Abschaltung der Lüftungsanlagen veranlasst.

    Darüber hinaus können Unternehmen aus drei Gründen zum Einbau einer Brandmeldeanlage verpflichtet werden. Diese sind:

    • baurechtliche Anforderungen
    • Vereinbarung mit dem Gebäudeversicherer
    • besonderes Schutzbedürfnis des Betreibers

    Die baurechtliche Forderung ergibt sich beispielsweise aus dem Landesbaurecht. Beispiele hierfür sind die Krankenhausbauverordnung, die Versammlungsstättenverordnung oder die Verkaufsstättenverordnung.

    Die Bauaufsichtsbehörden verlangen in den meisten Fällen den Einbau einer Brandmeldeanlage. Dies ist vor allem bei Sonderbauten der Fall. Die Brandmeldeanlage muss zudem im Brandschutzkonzept erwähnt werden.

    Brandbekämpfungsanlagen

    Bei Brandbekämpfungsanlagen handelt es sich um Löschanlagen. Es sind betriebsbereite Anlagen, die über ein fest verlegtes Rohrleitungssystem und über geeignete Vorrichtungen verfügen, die vorhandenes Löschmittel abgeben können. Brandbekämpfungsanlagen können entweder automatisch oder manuell bedient werden.

    Darüber hinaus werden Brandbekämpfungsanlagen in zwei Anwendungsbereiche untergliedert. Es gibt Raumschutzanlagen, die bei einem Brand einen bestimmten Raum und dessen Einrichtungen schützen. Zudem gibt es Brandbekämpfungsanlagen, die zum Schutz eines bestimmten Objekts im Raum installiert werden.

    In den Landesbauordnungen ist von den sogenannten ortsfesten Brandbekämpfungsanlagen die Rede. Dazu zählen zum Beispiel:

    • Sprinkleranlagen
    • Sprühwasserlöschanlagen
    • Schaumlöschanlagen
    • Pulverlöschanlagen
    • Funkenlöschanlagen
    • Steigleitungen an Wasserhydranten

    Löschanlagen

    Bei einer Löschanlage handelt es sich um eine technische Anlage, die stets betriebsbereit ist und den Brand mit einem Löschmittel löscht. Unterschieden wird in stationäre und mobile Löschanlagen. Die Sprinkleranlage ist das bekannteste Beispiel für eine stationäre Löschanlage. Mobile Löschanlagen sind in den Feuerwehrfahrzeugen eingebaut – als Wechselauflage oder als Container. Ein Beispiel für eine mobile Löschanlage ist die Kohlendioxid-Feuerlöschanlage für Chemieunternehmen.

    Bei Löschanlagen gibt es zahlreiche unterschiedliche Normen. Tragbare Feuerlöscher, die zu den Anlagen gehören, haben die Norm DIN 14406-4. Ortsfeste Sprühwasser-Löschanlagen mit offenen Düsen haben die Norm DIN 14494. Weitere Informationen zu Normen gibt es auf der Webseite des Bundesverbands Technischer Brandschutz (BVFA).

    Fazit zur Brandschutzverordnung

    Um die Brandschutzverordnung ranken sich zahlreiche Mythen – insbesondere bei der Pflicht für Unternehmen. Grundsätzlich ist die Brandschutzverordnung eine Zusammenfassung der Richtlinien oder Regeln, die Mitarbeiter und Besucher des Unternehmens im Brandfall beachten müssen. Neben den Richtlinien enthält die Brandschutzordnung brandschutztechnische Maßnahmen, die die Entstehung eines Brandes verhindern sollen.

    Da es keine bundeseinheitliche Regelung gibt, wie die Brandschutzordnung gestaltet werden soll, müssen sich Unternehmen jedweder Größe an die Bauaufsichtsbehörden der einzelnen Bundesländer wenden. In den einzelnen Bauordnungen finden sich genaue Angaben darüber, wie die Brandschutzverordnung gestaltet werden muss. Vor allem gefährdete Betriebe müssen für Betriebsangehörige und Besucher die Brandschutzverordnung gut sichtbar machen. Als gefährdete Betriebe werden diejenigen Unternehmen bezeichnet, die gefährliche Stoffe herstellen und vertreiben. Die Betriebe müssen die Brandschutzordnung mit den entsprechenden Behörden abstimmen.

    Die Verordnung muss stets auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Empfohlen wird ein Zeitabstand von zwei Jahren. Eine Verpflichtung zum Vorhalten der Brandschutzordnung kann aus der Arbeitsstättenverordnung oder den DGUV Vorschriften 1 und 2 entnommen werden. Diese sehen die Information über die Rettungseinrichtungen der Beschäftigten vor.

    Institutionen wie die DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) und die Berufsgenossenschaften sind Betrieben bei der Ausfertigung einer Brandschutzverordnung behilflich. Das Gleiche gilt für die Erstellung eines Brandschutzkonzepts sowie eines Brandschutznachweises. Detaillierte Informationen gibt es auch auf den einzelnen Webseiten der einzelnen Berufsgenossenschaften und der DGUV.

    Autor: Redaktion SafetyXperts

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