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Erfüllen Ihre Fluchtwege alle gesetzlichen Vorgaben?

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Fluchtweg

Für den Fall eines Brandes ist es sehr wichtig, dass es Fluchtwege gibt, mit dem die Betroffenen das Gebäude verlassen können. Damit auf dem Fluchtweg niemand zu Schaden kommt, gibt es Anforderungen zum Bau und zur Kennzeichnung von Fluchtwegen.

Die Anforderungen an Notausgänge und den Fluchtweg sowie den Flucht- und Rettungsplan sind in den Technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR A2.3 „Fluchtwege und Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan“ festgelegt. Diese gibt die Länge und Breite von Fluchtwegen vor und gibt Hinweise zur Sicherheitsbeleuchtung und Kennzeichnung. Folgenden Anforderungen müssen Sie bei Ihren Fluchtwegen befolgen:

Beachten Sie die maximale Fluchtweg-Länge

Ein Fluchtweg darf maximal 35 Meter lang sein – von jedem Punkt des Gebäudes muss in dieser Entfernung ein sicherer Ort im Freien oder ein gesicherter Fluchtwegbereich (Treppenhaus, Außentreppe etc.) erreicht werden.

Doch je nach Eigenschaften der Umgebung gibt es Sondervorschriften. So gilt z. B. auch, dass ein Fluchtweg in Bereichen mit hoher Brandgefährdung ohne selbstständige Feuerlöscheinrichtungen maximal sogar nur 25 m lang sein darf. In giftstoffgefährdeten Räumen sind bis zu 20 m und für explosivstoffgefährdete Räume maximal 10 m erlaubt.

Wie breit muss ein Fluchtweg sein?

Wie breit die Notausgänge und Fluchttüren sein müssen, hängt von der Zahl der gleichzeitig anwesenden Mitarbeiter in einzelnen Bereichen Ihres Betriebs ab. Die Mindestbreite beträgt 0,875 m. Abhängig von der Anzahl der Personen, die den Fluchtweg nutzen, erhöht sich die Mindestbreite bei 301–400 Personen auf bis zu 2,40 m. Dies müssen Sie individuell ermitteln. Hilfe dazu finden Sie in der ASR.

Übrigens ist auch die Höhe von Fluchtwegen auf mindestens 2 Meter vorgeschrieben.

Funktioniert Ihre Sicherheitsbeleuchtung?

In Treppenhäusern, auf Außentreppen und im Verlauf von Fluchtwegen ist eine geeignete Fluchtweg- und Orientierungsbeleuchtung erforderlich, welche sich bei Ausfall der Hauptbeleuchtungsanlage selbst automatisch einschaltet und den Betrieb für die Dauer von mindestens einer Stunde sicherstellt (z. B. durch Batterien).

Erfüllt Ihre Sicherheitsbeleuchtung alle Anforderungen?

Beachten Sie diese Kennzeichnungsvorschriften

Fluchtwege und deren Richtung müssen Sie kennzeichnen. Einzelheiten dazu regeln die Kennzeichnungsverordnung (Hinweisschilder, Piktogramme, Rettungszeichenleuchten etc. unter Berücksichtigung der DIN EN ISO 7010), die ASR A2.3  und die ASR A1.3 „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung“.

Bringen Sie die Fluchtwegkennzeichnungen an gut sichtbaren Stellen und innerhalb der Erkennungsweite an. ­Die grünen, im Dunkeln leuchtenden Schilder sind so über die Arbeitsstätte zu verteilen, dass eine leichte, zuverlässige Orientierung von möglichst jedem Punkt des Betriebs gegeben ­ist.­ Außerdem ­sollen die ­Fluchtwegkennzeichnungen an allen Kreuzungspunkten und Abzweigungen von Flucht- und Rettungswegen angebracht sein und den Richtungsverlauf sowie die jeweiligen Richtungsänderungen der Wege­ deutlich­ markieren. ­Eine Kennzeichnung, die den Fluchtweg nur von den Hauptgängen eindeutig kennzeichnet, ­wäre ­nicht ausreichend.

Halten Sie den Fluchtweg immer frei

Unzulässiges Blockieren oder Verschließen von Türen im Verlauf des Fluchtwegs? Oder das teilweise oder vollständige Verstellen von Fluchtwegen durch Waren oder Gegenstände? Da verstehen die Ordnungshüter keinen Spaß, denn solche Verstöße gegen die Arbeitsstättenverordnung können im Notfall Menschenleben kosten. Deshalb ist der Fluchtweg jederzeit von sämtlichen Brandlasten freizuhalten und darf nicht versperrt werden. 

Doch es gibt weitere Aspekte, die Sie im Hinblick auf Ihre Fluchtwege prüfen sollten. Im Zusammenhang mit Fluchtwegen sieht der Bußgeldkatalog zur Arbeitsstättenverordnung folgende Regelsätze vor:

  • 2.000 €, wenn Verkehrswege, Fluchtwege, Notausgänge nicht freigehalten werden.
  • 2.000 € für fehlende oder unzureichende Sicherheitskennzeichnungen von Fluchtwegen und Notausgängen.
  • 3.000 € für mangelhafte Fluchtwege und Notausgänge.

Dieses Geld investieren Sie besser in Sicherheitsmaßnahmen.

Die Fluchttür muss nach außen aufgehen

Auch für Fluchttüren gibt es Vorschriften in den ASR. Und zwar müssen die Türen in Fluchtrichtung jederzeit zu öffnen sein, dabei öffnen die Türen nach außen. Auch Sperreinrichtungen an Schrankenanlagen müssen schnell und sicher ohne besondere zusätzliche Hilfsmittel in Fluchtrichtung zu öffnen sein.

Darum muss die Fluchttür nach außen aufgehen

WICHTIG
Grundsätzlich geht die Rettung von Menschenleben vor Brandbekämpfung. Das heißt: Alarmieren > Retten > Löschen> (wenn möglich) Flüchten.

 

Mehr zum Thema: ASR A2.2: Was sich durch die Neufassung im Brandschutz verändert

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