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Feuerlöscher im Betrieb: Was Arbeitgeber beachten müssen

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Feuerlöscher im Betrieb

Um eine schnelle Brandausbreitung zu unterbinden, muss jeder Beschäftigte in einem Unternehmen einen Feuerlöscher bedienen können. Dafür Sorge tragen muss der Arbeitgeber. Wer sie über die Ursachen der Brandentstehung aufklärt und wann eine konkrete Brandgefahr besteht, verrät der folgende Text.

    Feuerlöscher im Betrieb sind mehrfach vorhanden. Aufgrund von Brandschutzauflagen und des Schutzes der Mitarbeiter, sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, dass Feuerlöscher griffbereit stehen. Somit kann man plötzlich auftretende und kleine Brände schnell von den Beschäftigten löschen lassen.

    Feuerlöscher gehören zur Grundausstattung

    Egal ob es sich um ein kleines oder mittelständisches Unternehmen oder um einen großen Konzern handelt. Feuerlöscher, auch Feuerlöscheinrichtungen genannt, gehören auf der Arbeitsstätte zur Grundausstattung. Je nach Art und Umfang der im Betrieb vorhandenen brennbaren Stoffe, der Brandgefährdung sowie der Grundfläche der Arbeitsstätte, muss der Arbeitgeber dafür sorgen,  dass ausreichend Feuerlöscher vorhanden sind.

    Verschiedene Arten von Feuerlöschern

    Es gibt zwei Feuerlöscherarten, die man unterscheidet. Einerseits gibt es die Dauerdruck-Feuerlöscher. Andererseits können in Betrieben die Auflade-Feuerlöscher vorhanden sein.

    • Dauerdruck-Feuerlöscher sind werkseitig mit Druck beaufschlagt. Wie der Name es verrät, sind diese Modelle ständig unter Druck und somit sofort einsatzbereit. Obwohl diese Art der Feuerlöscher in der Anschaffung günstig sind, ist die Wartung aufwendig. Zum Öffnen des Feuerlöschbehälters muss zunächst der Druck über ein kleines Prüf- und Füllventil abgelassen werden, was vor allem bei Schaumfeuerlöschern längere Zeit andauern kann.
    • Auflade-Feuerlöscher stehen im Gegensatz zu den Dauerdruck-Feuerlöschern nicht ständig unter Druck. Diese Modelle werden erst unmittelbar nach dem Bedienen unter Druck gesetzt und können so zur Brandlöschung verwendet werden. Diese Feuerlöscher verfügen über eine interne oder externe CO2-Partrone. Bei einem Einsatz wird das in der Patrone enthaltene CO2 unter Druck gesetzt und der Feuerlöscher wird aufgeladen.Auflade-Feuerlöscher lassen sich nochmals unterteilen in Schlagknopf-Feuerlöscher sowie in Feuerlöscher mit Druckhebelarmatur. Bei beiden Typen muss zunächst eine Sicherung gezogen werden. Während bei dem Schlagknopf-Feuerlöscher die CO-Patrone angestochen und der Feuerlöscher somit unter Druck gesetzt wird, wird bei der Druckhebelarmatur die CO2-Patrone durch den Druck auf den Druckhebel angestochen und der Feuerlöscher somit unter Druck gesetzt. Geregelt wird der Austritt des Löschmittels über die Feuerlöscharmatur. Bei einem Schlagknopf-Feuerlöscher wird der Löschmittelaustritt durch eine Löschpistole kontrolliert und kann jederzeit unterbrochen werden.Im Gegensatz zum Dauerdruck-Feuerlöscher ist der Wartungsaufwand bei den Auflade-Feuerlöschern gering, da sie leicht geöffnet werden können. Darüber hinaus kann der Füllstand der CO2-Patronen durch das aufgedruckte Gewicht auf den Feuerlöschern leicht überprüft werden.

    Ein weiterer Unterschied zwischen Dauerdruck- und Auflade-Feuerlöschern: Letztere sind in der Anschaffung deutlich kostenintensiver, werden jedoch von zahlreichen Experten für kleine, mittlere und große Betriebe empfohlen.

    Löschmitteleinheiten im gewerblichen Bereich

    Anders als in Privathäusern müssen Betriebe je nach Größe und Fläche mehrere Feuerlöscher bereitstellen. Hier wird von den sogenannten Löschmitteleinheiten gesprochen. Abgekürzt werden diese mit  „LE“. Mit dieser Einheit wurde eine Hilfsgröße eingeführt, die es ermöglicht, die Leistungsfähigkeit unterschiedlicher Feuerlöschbauarten zu vergleichen und das Gesamtlöschvermögen unterschiedlicher Feuerlöscher zu ermitteln.

    Das Löschvermögen der Feuerlöscher im Betrieb

    Das Löschvermögen steht auf dem Feuerlöscher und wird dort durch eine Zahlen-Buchstabenkombination angegeben. In dieser Kombination steht die Zahl für die Größe des abgelöschten Normbrandes. Der Buchstabe bedeutet die jeweilige Brandklasse.

    Das Löschvermögen von Feuerlöschern kann nicht addiert werden. Aus diesem Grund wird zur Berechnung der Anzahl der erforderlichen Feuerlöscher die genannte Hilfsgröße LE (Löschmitteleinheit) verwendet. Dadurch wird den Feuerlöschern eine bestimmte Anzahl von Löschmitteleinheiten zugeordnet.

    Wie viele Feuerlöscher werden im Betrieb benötigt

    Der Arbeitgeber muss dafür Sorge tragen, dass Feuerlöscher und weitere Feuerlöscheinrichtungen in ausreichender Zahl vorhanden sind. Was für Feuerlöscher in welcher Anzahl verwendet werden müssen, hängt von den baulichen Gegebenheiten des Betriebs ab. Dafür wird die Arbeitsstätte meistens in Teilbereiche unterteilt, die wiederum in unterschiedliche Brandgefährdungen eingestuft werden.

    Je größer ein Betrieb und je größer die Grundfläche ist, desto mehr Feuerlöscher braucht man nach der Feuerlöscherpflicht. Einen großen Einfluss darauf nehmen die Laufwege. Als Richtwert gelten 20 Meter. Darüber hinaus gilt: Verteilen sich die Beschäftigten in einem Betrieb über mehrere Etagen auf einer großen Grundfläche, so kann jede Etage eine eigene Brandgefährdung bedeuten mit unterschiedlicher Anzahl von Feuerlöschern und Feuerlöscheinrichtungen.

    Bei einer Grundfläche bis zu 50 Quadratmetern muss ein Feuerlöscher mit 6 LE ausgestattet sein. Verfügt der Betrieb über eine Fläche von 100 Quadratmetern sind es 9 LE. Die Zahlen sind der Webseite des BVBF Brandschutz entnommen.

    Wie viele Feuerlöscher Sie mit entsprechenden notwendigen Löscheinheiten tatsächlich benötigen, können Sie in der ASR A2.2 konkret nachlesen.

    Brandschutzzeichen von Feuerlöschern

    Egal um was für einen Typ es sich bei dem Feuerlöscher handelt: im Betrieb muss mit Hilfe eines Brandschutzzeichens auf den Feuerlöscher hingewiesen werden. Diese dienen zur Kennzeichnung von Feuerlöschern. Zudem sind sie gemäß ASR A1.3 / DIN EN ISO 7010 als weißes Piktogramm auf einem quadratischen roten Schild definiert. Die Brandschutzzeichen besitzen internationale Gültigkeit und sind daher ohne Text verständlich. Im Ernstfall können die Brandschutzzeichen Leben retten. Deshalb ist eine Kennzeichnung mit den Zeichen und den entsprechenden Richtungspfeilen unerlässlich.

    Brandschutzzeichen können Betriebe in entsprechenden Online-Shops erwerben. In Bezug auf die Ausführung gibt es verschiedene Variationen. Sie sind einerseits als selbstklebende und nichtleuchtende Folie erhältlich. Andererseits sind die Brandschutzzeichen als 1 Millimeter starker Kunststoff erhältlich, der selbstklebend und nachtleuchtend ist – welche zu bevorzugen sind.

    Unterschiede bei den Löschmitteln

    Nicht nur bei den Feuerlöschern selbst gibt es Unterschiede, sondern auch bei den Löschmitteln. Im Folgenden werden die einzelnen Löschmittel detailliert vorgestellt.

    • CO2-Löschmittel

      Bei der Beschreibung der genannten Feuerlöscher wurde bereits CO2 als Löschmittel genannt. Der Vorteil: CO2 verdrängt den Sauerstoff und das Feuer wird somit erstickt. Die Art des Löschens mi Kohlendioxid gilt als sauber. Darüber hinaus bleiben wenig Rückstände vom Löschen übrig.
      Der Nachteil beim CO2-Feuerlöscher: Es kann nur die Brandklasse B (flüssige und flüssig werdende Stoffe) und die Brandklasse C (gasförmige Stoffe) löschen. Grund dafür sind die physikalischen Eigenschaften von CO2. Die Feuerlöscher mit Kohlendioxid werden überwiegend zur Löschung bei Bränden von elektrischen Anlagen verwendet – beispielsweise bei einem Serverbrand.

    • Wasserfeuerlöscher

      Wasser gilt als klassisches Löschungsmittel, ist allerdings ausschließlich für die Brandklasse A geeignet. Hiermit sind feste Stoffe, wie beispielsweise Holz, gemeint und sind somit nicht für die Löschung von mehreren Brandtypen geeignet. Die heutigen modernen Wasserfeuerlöscher sind außerdem mit Zusätzen versehen. Dadurch wird die Löschleistung des Wassers deutlich verstärkt.

    • Schaum-Löschmittel

      Neben Wasser und CO2 gilt Schaum als weitverbreitetes Löschmittel in Feuerlöschern. Schaum hat sich in der Vergangenheit bewährt. Ein Grund dafür ist, dass es umweltfreundlich ist. Darüber hinaus verfügen die heutigen Schaumlöscher über eine höhere Löschleistung als in der Vergangenheit. Ein weiterer Grund für die Beliebtheit der Feuerlöscher: Im Gegensatz zu den mit Löschpulver gefüllten Modellen bleiben bei der Löschung mit Schaum weniger bis keine Rückstände. Sollte es im Betrieb brennen, muss nach der Löschung mit Schaum nicht die gesamte Büroeinrichtung entsorgt werden.

    • Pulver als Löschmittel

      Pulver, auch als ABC-Löschpulver bekannt, hat sich in der Vergangenheit als Löschmittel bewährt. Zu den Hauptbestandteilen vom Pulverlöscher zählen Phosphat und Amoniumsulfat. Weitere Bestandteile sind Rieselhilfsmittel sowie Stoffe zur Vermeidung von Verklumpung und Wasseraufnahme. Mit Pulver als Löschmittel können Brände der Brandklassen A, B und C gelöscht werden. Einerseits hat das Löschpulver eine hohe Löschleistung. Andererseits werden Einrichtungsgegenstände dadurch stark verschmutzt. Außerdem reagieren Elektrogeräte auf das ABC-Löschpulver. Der Staub, der dadurch entsteht, kann den Geräten schaden

    Tabelle der verschiedenen Brandklassen

    Die unterschiedlichen Brandklassen wurden bereits angesprochen. Bei der Einteilung  in die unterschiedlichen Klassen werden die Brände nach ihrem brennenden Stoff klassifiziert. Diese Klassifikation ist unerlässlich bei der Auswahl der geeigneten Löschmittel. Entsprechend der Europäischen Norm (EN 2) werden die brennbaren Stoffe in die Brandklassen A bis F eingeteilt. Nachfolgend werden die einzelnen Klassen nochmals genauer definiert.

    Brandklassen Beispiele der Brandklassen und Löschsysteme
    Brandklasse A In dieser Klasse gehören die Brände fester Stoffe, die hauptsächlich organischer Natur sind.

    Beispiele für die Brandklasse A: Holz, Papier, Heu und Stroh. Darüber hinaus zählen einige Kunststoffe zur Brandklasse A. Diese Stoffe verbrennen üblicherweise unter Glutbildung.

    Löschmittel, wie Wasser, Schaum oder Pulver werden normalerweise verwendet, um Brände der Brandklasse A zu löschen.

    Brandklasse B Diese Brandklasse beschreibt die flüssigen oder flüssig werdenden Stoffe.

    Beispiele für die Brandklasse B: Benzin, Ethanol oder Teer. Zu der Klasse zählen auch Stoffe, wie beispielsweise verschiedene Lacke und Harz.

    Zu den Stoffen der Brandklasse B gehören auch diejenigen, die durch die rasche Temperaturentwicklung erst flüssig werden.

    In der Regel werden Löschmittel, wie Schaum, CO2 oder ABC-Pulver als Löschmittel verwendet.

    Brandklasse C Diese Klasse beschreibt die Brände von Gasen.

    Beispiele für die Brandklasse C: Wasserstoff, Erdgas, Methan oder Propan sind die bekanntesten Gase.

    In der Regel werden die Brände dieser und weiterer Gase mit ABC-Pulver gelöscht. In seltenen Fällen wird CO2 verwendet, da es hier spezielle Feuerlöscher mit Gasstrahldüse gibt.

    Brandklasse D Die vorletzte Brandklasse beschreibt die Brände von Metallen.

    Beispiele für die Brandklasse D: Magnesium, Aluminium oder Kalium.

    Zur Löschung von Bränden dieser Stoffe wird in der Regel Metallbrandpulver verwendet, das auch als D-Pulver bezeichnet wird. Darüber hinaus kann trockener Sand oder trockenes Streu- oder Viehsalz als Löschmittel bei der Brandklasse verwendet werden.

     

    Arbeitsstättenverordnung zur Erhöhung der Sicherheit im Betrieb

    Der Schutz der Gesundheit und die Sicherheit von Beschäftigten im Betrieb hat täglich oberste Priorität bei Arbeitgebern. Die Maßnahmen dafür sind in der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) festgeschrieben. Ziel der Verordnung ist es, Beschäftigte in Betrieben zu schützen und zur Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten beizutragen.

    Daneben enthält die Arbeitsstättenverordnung Mindestvorschriften für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten beim Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten. Mit der Verordnung wird zudem die EG-Arbeitsstättenrichtlinie 89/654/EWG umgesetzt.

    Auf den Webseiten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) stehen weiterführende Informationen zur Verordnung. Sowohl Arbeitgeber als auch Beschäftigte können sich auf der Seite der BAuA informieren und erhalten dort sämtliche Details zu den Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz.

    Arbeitsstättenverordnung und Feuerlöscher

    Eine Regel der Arbeitsstättenverordnung ist die ASR A2.2. Das Ziel der Regel ist die Schaffung der maximalen Sicherheit in den Betrieben, indem organisatorische und präventive Brandschutzmaßnahmen getroffen werden. Darüber hinaus müssen die Betriebe sicherstellen, dass geeignete Löschvorrichtungen in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen.

    Konkretisierung der Anforderungen

    Mit der Überarbeitung der ASR A2.2 in 2018 wurden die Anforderungen in Bezug auf die geforderte Grundausstattung der Feuerlöscher bei normaler Brandgefährdung konkretisiert.

    Gegenstand weiterer Überarbeitungen waren die Bestimmungen zu den Löschmitteleinheiten sowie die Regeln zu den organisatorischen Maßnahmen. Hierzu zählen vor allem die Bestimmung eines Brandschutzbeauftragten sowie von Brandschutzhelfern im Betrieb. Im Zuge der Überarbeitung wurde außerdem die Brandschutzordnung erweitert.

    Maßnahmen bei erhöhter Brandgefährdung treffen

    Betriebe, in denen beispielsweise Chemikalien hergestellt oder die zur Weiterverarbeitung genutzt und deshalb gesondert gelagert werden, sind einer erhöhten Brandgefährdung ausgesetzt. Die gesonderte Regel der Arbeitsstättenverordnung schreibt deshalb zusätzliche Maßnahmen zum Brandschutz und somit zum Schutz der Mitarbeiter vor.  Welche der Maßnahmen umgesetzt werden, die in der Verordnung stehen, muss der Arbeitgeber im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung entscheiden.

    Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung wird analysiert, in welchen Bereichen es im Betrieb zu einer Brandausbreitung kommen kann. Sollte es trotz aller Sicherheit zu einer Brandausbreitung kommen, sollten die Mitarbeiter auf eine solche Situation vorbereitet sein (s. Aufgaben des Brandschutzbeauftragten).

    Einige Verhaltensregeln, die im Fall einer Brandausbreitung beachtet werden sollten

    • Ruhe bewahren und nicht in Panik verfallen
    • Andere Mitarbeiter und Betriebsangehörige warnen
    • Lüftungs-, Transport- und Heizungsanlagen ausschalten
    • Gefahrenbereiche des Betriebs verlassen
    • Entsprechende Maßnahmen der Brandschutzverordnung durchführen

    Weitere und ausführliche Verhaltensregeln gibt der Bundesverband Brandschutz-Fachbetriebe auf seiner Webseite.

    Nachfolgend sind einige der zusätzlichen Maßnahmen aufgeführt, die vom Arbeitgeber ergriffen werden müssen, wenn erhöhte Brandgefahr besteht.

    Zusätzliche Maßnahmen wenn Brandgefahr besteht

    • Ausrüstung bestimmter Bereiche mit Brandmeldeanlagen.
    • Erhöhung der Anzahl an Feuerlöschern, die gleichmäßig in den Bereichen mit erhöhter Brandgefährdung verteilt werden.
    • Anbringung mehrerer Feuerlöscher der gleichen Bauart in den Bereichen des Betriebs mit erhöhter Brandgefahr. Somit kann mit Hilfe der Beschäftigten der größtmögliche Löscheffekt erzielt werden.
    • Bereitstellung von zusätzlichen Feuerlöscheinrichtungen, die mit der entsprechenden Brandklasse kompatibel sein müssen. Diese müssen an Arbeitsplätzen errichtet werden, die ebenfalls eine erhöhte Brandgefährdung aufweisen.Beispiele hierfür sind Kohlendioxidlöscher in Laboren, Fettbrandlöscher an Fritteusen und anderen Fettbackgeräten. Darüber hinaus zählen zu den zusätzlichen Löscheinrichtungen fahrbare Feuerlöscher mit einer höheren Wurfweite sowie Wandhydranten in Gebäuden.

    Die zusätzlichen Maßnahmen zum Brandschutz, die Arbeitgeber ergreifen müssen, stehen ebenfalls in der Arbeitsstättenverordnung und datailliert auf der Webseite der BAuA.

    Hohe Anforderungen an Arbeitsstätten

    Im Zuge des Schutzes der Beschäftigten, die auf der Arbeitsstätte in Bereichen mit erhöhter Brandgefährdung arbeiten, müssen Arbeitgeber und Betriebe im Allgemeinen hohe Anforderungen erfüllen.

    Fakt ist: Feuerlöscher gehören zur Grundausstattung eines Betriebs und sollten mehrfach vorhanden sein. Obwohl in Deutschland keine Pflicht zur Bestellung eines Brandschutzbeauftragten besteht, können die einzelnen Bundesländer in ihrem Baurecht oder die Versicherer die Bestellung vorschreiben.

    In diesem Kontext sind vor allem Krankenhäuser, größere Verkaufsstätten, wie beispielsweise Einkaufszentren und größere Industriebauten gemeint, da aufgrund der hohen Personenzahl in diesen Gebäuden mit erhöhten Gefahren gerechnet werden muss.

    Achtung bei Entzündbarkeit von Stoffen

    Achtsamkeit gilt auch bei Stoffen, deren Entzündbarkeit hoch ist. Entzündbare Stoffe zählen zu den gefährlichen Stoffen, für die es besondere Regeln in Bezug auf die Lagerung gibt. Diese sind unter anderem in der Gefahrgutverordnung festgeschrieben.

    Die Entzündbarkeit von Stoffen oder Gegenständen muss zudem Thema bei der Gefährdungsbeurteilung in Betrieben sein. Unter anderem muss der Fokus darauf liegen – vor allem dann, wenn Mitarbeiter in Gefährdungsbereichen arbeiten, wo entzündbare Stoffe gelagert werden.

    Brandschutzbeauftragter und Brandschutzhelfer

    Wird ein Brandschutzbeauftragter im Unternehmen benannt, muss der Zuständigkeitsbereich, die Aufgabenbeschreibung sowie der dafür veranschlagte Zeitbedarf zwischen ihm und dem Arbeitgeber genau benannt werden. Zu dem Aufgabenbereich eines Brandschutzbeauftragen gehört unter anderem:

    • Planung, Ausführung und Unterhaltung von Betriebsanlagen
    • Gestaltung von Arbeitsverfahren und Einsatz von Arbeitsstoffen
    • Ermitteln von Brand- und Explosionsgefahren
    • Mitwirkung an der Beurteilung zur Brandgefährdung an Arbeitsplätzen
    • Zuarbeit bei der Installation von Feuerlöscheinrichtungen
    • Unterstützung bei der Unterweisung der Mitarbeiter bezüglich der Brandentstehung
    • Ausbildung von Mitarbeitern zu Brandschutzhelfern
    • Regelmäßige Überprüfung der Löschgeräte sowie der Grundausstattung im Allgemeinen
    • Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden, Feuerwehr und Feuerversicherer sowie Teilnehmen an behördlichen Brandschauen und Durchführen von internen Brandschutzbegehungen
    • Stellungnahme zu Investitionsentscheidungen, in Bezug auf Löschmittel und Löschmitteleinheiten
    • Dokumentation aller Tätigkeiten im Brandschutz
    • Die Flucht- und Rettungswege überwachen
    • Planung und Durchführung von Räumungsübungen
    • Erstellen eines Brandschutzkonzeptes
    • Aufstellen des Brandschutzplanes, z. B. Brandalarmplan, Flucht- und Rettungsplan

    Erforderlich ist der Einsatz und die Bestellung eines Brandschutzbeauftragten nur, wenn er baurechtlich bzw. in einer entsprechenden Bauvorschrift (z. B. für diverse Sonderbauten) gefordert ist. Ein Brandschutzbeauftragter ist eine Person mit nachgewiesener Fachkunde. Er soll die Verantwortlichen im Unternehmen in allen Fragen des vorbeugenden, abwehrenden und organisatorischen Brandschutze unterstützen wie z.B.

    Brandschutzhelfer sind in einem Betrieb für die Erstmaßnahmen im Brandfall, wie z.B. die Brandmeldung, die Alarmierung und die Bekämpfung von Entstehungsbränden zuständig. Daher sollte man in allen Bereichen Unternehmens, auch unter Beachtung von Schicht- und Nachtarbeit Brandschutzhelfer einsetzen. Sie unterstützen auch den Brandschutzbeauftragten.

    Fazit zu Feuerlöscher im Betrieb

    Feuerlöscher im Betrieb sind ein Muss, der gesetzlich vorgeschrieben ist und an dem kein Weg vorbeiführt. Je größer das Gebäude (Arbeitsstätte) ist, desto mehr Feuerlöscher müssen vorhanden sein, um eine Brandausbreitung zu verhindern. Aus diesem Grund sollten Betriebe in regelmäßigen Abständen eine Gefährdungsbeurteilung vornehmen, in denen genau erörtert wird, welche Arbeitsbereiche besonders gefährdet sind. Ein Gutachten sollte einerseits die Entzündbarkeit von Gefahrstoffen und Chemikalien thematisieren und andererseits die Brandgefahr in den einzelnen Arbeitsbereichen des Betriebs näher beleuchten. Darüber hinaus müssen innerhalb des Betriebs Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten festgeschrieben werden.

    Die Installation zusätzlicher Löscheinrichtungen ist ebenfalls ein Thema, mit dem sich Betriebe befassen müssen. Feuerlöscher sind nicht die einzigen Geräte, mit denen Brände gelöscht werden. Zu den weiteren Löscheinrichtungen gehören unter anderem Sprinkleranlagen, Sprühwasserlöschanlagen, Regenvorhänge sowie Löschanlagen mit Kohlendioxid. Letztere kommen beispielsweise in Spritzlackieranlagen oder in Lagern, in denen brennbare Flüssigkeiten aufbewahrt werden, zum Einsatz.

    Zur Aufgabe des Betriebs gehört es auch, das Löschvermögen der Feuerlöscher und der zusätzlichen Löscheinrichtungen in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren und den Bestand der Löschmittel zu überprüfen. Darüber hinaus müssen Feuerlöscher einer Wartung unterzogen werden. Spätestens nach zwei Jahren muss der Feuerlöscher überprüft und gewartet werden. Bei der Wartung durch einen geprüften Sachverständigen bekommt der Feuerlöscher eine neue Prüfplakette – ähnlich wie beim TÜV. Außerdem bekommt der Betrieb im Anschluss an die Wartung einen schriftlichen Prüfbericht, in dem die Mängel am Feuerlöscher aufgeführt werden, die behoben werden müssen.

    Autor: Redaktion SafetyXperts

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