Im Browser ansehen
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz aktuell PREMIUM
Eine Marke von: SafetyXperts
 

Ihre aktuelle Ausgabe ist online:

Psychische Erkrankungen
Psychische Erkrankungen
Ausgabe jetzt lesen

Block : Editorial

Nein, nicht ausschütten!

Liebe Leserin, lieber Leser,

sprichwörtlich wird oft das Kind ja gleich mit dem Bade ausgeschüttet – mit anderen Worten man tut dem Guten zu viel. So ist es auch, wenn die Bürokratie abgebaut werden soll. Eigentlich korrekt und ehrenhaft – wenn dann aber der Arbeitsschutz kompliziert und umständlich wird und die Arbeitssicherheit sinkt, wird der Bürokratie-Abbau schnell zu einer Gefahr für Leib und Leben.

So geschieht es auch mit der neuen Anhebung der Grenze, ab welcher Sicherheitsbeauftragte bestellt werden müssen. Man spart jetzt Personal, erhöht aber gesetzlich dafür den Aufwand mit der Gefährdungsbeurteilung. Da fragt man sich schon zu Recht, welcher Arbeitsschutzexperte in der Bundesregierung hier Hand angelegt hat. Doch auch in diesem Fall zeigen wir Ihnen Lösungen – ohne Bürokratie. Denn wir stehen auf Ihrer Seite. Bleiben Sie uns also gewogen!

Rafael de la Roza

Rafael de la Roza war viele Jahre in führenden Funktionen bei Zertifizierungsorganisationen für Produkte und Systeme tätig, bevor er sich 2002 als Berater für Produktzertifizierungen und Qualitätsmanagementsysteme selbstständig machte. Als Fachautor und Chefredakteur gibt er sein Wissen in verschiedenen Publikationen zur Arbeitssicherheit weiter. Der Pragmatiker: „Fachchinesisch ist mir fremd, damit ist niemandem geholfen.“ Rafael de la Roza versteht es, komplizierte Sachverhalte leicht verständlich auf den Punkt zu bringen, so dass der Praktiker vor Ort Maßnahmen schnell umsetzen kann.

✉ redaktion@safetyxperts.de

Starten Sie jetzt mit den wichtigsten Impulsen dieser Ausgabe:

Warum moderne Sicherheitssysteme menschliche Skepsis nicht ersetzen
Warum moderne Sicherheitssysteme menschliche Skepsis nicht ersetzen

Moderne technische Sicherheitssysteme vermitteln schnell den Eindruck, dass kritische Prozesse umfassend abgesichert sind. Automatische Überwachungen, Sensorik, digitale Assistenzsysteme oder intelligente Steuerungen erhöhen tatsächlich in vielen Bereichen die Sicherheit erheblich. Gleichzeitig entsteht jedoch ein gefährlicher Denkfehler: Je komplexer und automatisierter die Systeme werden, desto stärker verlassen sich die Menschen auf deren fehlerfreie Funktion.

Neues Handbuch „Gefährdungsbeurteilung“ der BAuA legt Schwerpunkt auf Psyche
Neues Handbuch „Gefährdungsbeurteilung“ der BAuA legt Schwerpunkt auf Psyche

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat das Handbuch für die Anleitung und die Inhalte der Gefährdungsbeurteilung am 27.05.2026 grundlegend aktualisiert. Konkretisiert wurden dabei psychische Gefährdungen, Blaulichtgefährdungen, neue Daten zu Unfallgeschehen und Arbeitszeitgestaltung sowie Technische Regeln, DGUV-Schriften und Normen. Zwar definiert die neue Fassung keinen neuen Arbeitsschutz, aber sie betont jetzt viel klarer: Eine Gefährdungsbeurteilung ist besonders im Bereich Psyche erst dann abgeschlossen, wenn Belastungen erkannt, bewertet, Maßnahmen festgelegt und auf Wirkung geprüft wurden.

So berücksichtigen Sie psychische Erkrankungen in Ihrer Gefährdungsbeurteilung
So berücksichtigen Sie psychische Erkrankungen in Ihrer Gefährdungsbeurteilung

Wenn in Betrieben über psychische Erkrankungen gesprochen wird, entsteht häufig unbewusst ein klares Bild: auf der einen Seite die psychisch erkrankten Beschäftigten, auf der anderen die „normalen“ Kolleginnen und Kollegen. Genau diese Trennung greift jedoch oft zu kurz, denn psychische Belastungen entwickeln sich nicht immer eindeutig oder dauerhaft. Die Übergänge können fließend sein. Starke Erschöpfung, private Krisen, Schlafmangel, Überforderung, Angstzustände oder depressive Phasen können die Belastbarkeit eines Menschen zeitweise massiv verändern – auch ohne klare Diagnose oder langfristige Erkrankung.

Impressum