Praxishilfe: Checkliste - Gewalt
„Da kann man nichts machen?“ – Doch! Treffen Sie wirksame Massnahmen gegen Gewalt
Svenja Dammasch
- Arbeitshilfe
- Checkliste
- Gesundheitsschutz
- Psychosoziale Risiken
- Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz
- Umgang mit Gewalt
Beschimpfungen, Bedrohungen, körperliche Übergriffe – Gewalt am Arbeitsplatz nimmt zu. Führungskräfte müssen handeln – und können es auch. Substituieren (S), also ersetzen, können Sie die Kundschaft nicht, aber unsere Checkliste zeigt, wie Sie Ihre Beschäftigten mit technischen, organisatorischen und persönlichen (TOP) Massnahmen wirksam schützen.
Ob im Kundenkontakt, bei Kontrollen, in der Pflege oder im Aussendienst – immer mehr Beschäftigte erleben Situationen, die eskalieren. Dabei ist Gewalt nicht immer körperlich. Schon Beleidigungen, Bedrohungen oder das bewusste Überschreiten von Grenzen zählen dazu. Viele Führungskräfte glauben, dass sich daran nichts ändern lässt – doch das stimmt nicht. Wer das Risiko kennt, kann systematisch vorbeugen – mit baulichen Massnahmen, klaren Abläufen, passenden Schulungen und einer Unternehmenskultur, die null Toleranz gegenüber Gewalt zeigt.
Viele Betroffene sprechen Gewalterlebnisse im Arbeitsumfeld nicht an
In einer Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gaben 2022 rund 60 % der betroffenen Frauen und 50 % der Männer an, dass sie mit einer anderen Person über die Vorfälle gesprochen hätten – oft erst, nachdem sie mehrmals Gewalt ausgesetzt waren. Die Gründe sind vielfältig: Scham- und Schuldgefühle oder die Offenbarung vermeintlicher Schwäche. Oft fehlt auch das Vertrauen, dass der Arbeitgeber sich der Sache annehmen wird – leider häufig zu Recht. Arbeitgeber sind also aufgefordert, nicht zu warten, bis es zu Gewaltereignissen kommt, sondern präventiv tätig zu werden. Dies beginnt bei der Analyse von Situationen auf mögliche Gewaltauslöser und endet bei Massnahmen zur Unterstützung von Personen, die dennoch Opfer von Angriffen werden.
Die nachfolgende Checkliste hilft Ihnen einzuschätzen, wie gut Sie und Ihre Mitarbeitenden in Ihrem Unternehmen auf mögliche Gewaltereignisse vorbereitet sind. Jede Frage, die Sie mit „Nein“ beantworten, zeigt Ihnen mögliche Ansatzpunkte auf, mit denen Sie die Sicherheit und den Schutz der Beschäftigten vor Gewalt am Arbeitsplatz verbessern können.
Mein Tipp
Unter dem Motto #Gewaltangehen finden Sie zahlreiche Informationen sowohl für Führungskräfte als auch für Beschäftigte. Zum Download bereit steht dort auch ein Napo-Film zum Thema, den Sie für Ihre Instruktion nutzen können: t1p.de/gewaltangehen.
