Praxishilfe: Selbstcheck - Gesundheitsschutz - Störungen & Ablenkung am Arbeitsplatz

So vermeiden Sie Ablenkungen und schaffen Fokus in Zeiten digitaler Verdichtung

Konzentriert arbeiten – das gelingt vielen Teams heute nur noch selten. E-Mails, Chats, spontane Rückfragen und eng getaktete Meetings reißen Beschäftigte aus der Aufgabe. Das kostet Zeit, Nerven und Qualität. […]
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Svenja Dammasch

Svenja Dammasch

31.03.2026

Arbeitshilfen

  • So vermeiden Sie Ablenkungen und schaffen Fokus in Zeiten digitaler Verdichtung

Konzentriert arbeiten – das gelingt vielen Teams heute nur noch selten. E-Mails, Chats, spontane Rückfragen und eng getaktete Meetings reißen Beschäftigte aus der Aufgabe. Das kostet Zeit, Nerven und Qualität. Das DGUV Barometer Arbeitswelt 2025 zeigt: Psychische Belastungen nehmen zu, getrieben vor allem durch Digitalisierung, Zeitdruck und Arbeitsverdichtung. Störungen und Unterbrechungen sind dabei kein Randthema, sondern ein zentraler Belastungsfaktor – sie mindern die Leistungsfähigkeit und erhöhen die Fehlerquote.

In der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen stehen sie oft ganz oben: ständige Störungen und Ablenkungen bei der Arbeit. Viele Beschäftigte haben am Abend das Gefühl, den ganzen Tag zwischen To-dos hin- und hergesprungen zu sein und dennoch wenig geschafft zu haben. Das frustriert und belastet. Dennoch werden Unterbrechungen von Führungskräften wie Beschäftigten häufig als unvermeidbarer Teil der Arbeit akzeptiert.

Multitasking funktioniert nicht

Für Sifas gibt es jedoch ein starkes Argument, um hier gegenzusteuern: Ständige Unterbrechungen erhöhen nicht nur die psychische Belastung, sondern auch die Fehlerhäufigkeit und senken die Leistungsfähigkeit. Jede Störung hat ihren Preis. Wird der Arbeitsfluss unterbrochen, muss das Gehirn den Aufgaben-Kontext neu aufbauen – Ziel, Zwischenergebnisse und nächste Schritte werden erneut „hochgeladen“. Dieser Wiederanlauf kostet Energie, erhöht die Fehlerwahrscheinlichkeit und verlangsamt vor allem komplexe Denkaufgaben.

Häufen sich Unterbrechungen, wird der Fokus von Mal zu Mal schwächer. Die Leistungskurve zeigt dann den sogenannten Sägezahn-Effekt mit vielen kleinen Einbrüchen. Auch wenn es oft anders wahrgenommen wird: Unterbrechungen sind an den meisten Arbeitsplätzen gestaltbar. Abgesehen von echten Notfällen braucht es vor allem Offenheit und Mut, neue Regeln auszuprobieren. Die folgende Checkliste hilft, typische Störquellen sichtbar zu machen und im Team wirksam zu entschärfen.

Mein Tipp

Führen Sie alle zwei Wochen eine 15‑minütige Reflexion in Ihrer Abteilung oder Ihrem Team durch: Was waren die häufigsten Störungen? Was hat die Fokuszeiten gestört? Welche Maßnahmen haben gut funktioniert und sollen weitergeführt werden? Was ändern wir ab nächster Woche? Kleine, gemeinsam vereinbarte Schritte wirken schnell und nachhaltig.