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Alternsgerechtes Arbeiten: Ist Ihr Unternehmen gewappnet?

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alternsgerechtes Arbeiten

Deutschland steht vor einem erheblichen demografischen Wandel. Das Durchschnittsalter der Gesellschaft ist in den letzten Jahren gestiegen – und damit auch das Durchschnittsalter in den Unternehmen. Alternsgerechtes Arbeiten wird somit eine neue Herausforderung im betrieblichen Gesundheitsschutz.

Alternsgerechtes Arbeiten und die damit langfristige Gesunderhaltung der Mitarbeiter rückt immer stärker in den Blickpunkt der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes im Betrieb. Denn:

  • in vielen Unternehmen wird der Anteil der Mitarbeiter, die älter als 50 Jahre sind, immer größer,
  • aufgrund niedriger Geburtenraten rücken immer weniger junge Arbeitskräfte nach, was in vielen Branchen schon jetzt zu Engpässen führt.

Tatsächlich wird die durchschnittliche Lebenserwartung bis 2050 bei Männern auf ca. 83,5 Jahre und bei Frauen auf 88 Jahre ansteigen. Diese werden, auch bedingt durch die geringe Geburtenrate der Frauen (1,3 Kinder pro Frau) lange arbeiten. Daher wird es immer wichtiger, Arbeitsabläufe und -prozesse so zu optimieren, dass Mitarbeiter auch im fortgeschrittenen Alter ihre Arbeit erledigen können. Dabei geht es nicht allein darum, Arbeit altersgerecht zu gestalten, sondern vielmehr alternsgerecht.

Alternsgerechtes Arbeiten stellt den Arbeitgeber vor Herausforderungen

Besonders wichtig ist, dass nicht nur die Unternehmen gesundheitsfördernde Maßnahmen wie Weiterbildungen anbieten, sondern diese auch von den Mitarbeitern genutzt werden. Gerade in Deutschland fällt der Anteil an Teilnehmern im Vergleich zu anderen europäischen Ländern gering aus.

Zur Folge hat das, dass der Handlungsspielraum für andere Einsatzmöglichkeiten der betroffenen Mitarbeiter, mit den Jahren immer kleiner wird. Der Arbeitgeber hat damit drei zentrale Probleme zu lösen:

  1. Wie kann die Beschäftigungsfähigkeit – dazu gehört insbesondere auch die Gesundheit der älteren Mitarbeiter – erhöht werden?
  2. Wie kann gewährleistet werden, dass ältere Erwerbstätige innovativ und wettbewerbsfähig bleiben?
  3. Wie motiviert man Mitarbeiter für eine längere und anspruchsvolle Erwerbsphase?

Lösungen für alternsgerechtes Arbeiten

Daher wird es immer wichtiger, Arbeitsabläufe und -prozesse so zu optimieren, dass Mitarbeiter auch im fortgeschrittenen Alter ihre Arbeit erledigen können. Dabei geht es nicht allein darum, Arbeit altersgerecht zu gestalten, sondern vielmehr alternsgerecht. Das erreichen Sie vor allem durch:

  • veränderte Produktion(-straßen) (körperliche Belastungen können Sie z. B. reduzieren durch gelenkschonende Holzböden, zusätzliche Lastkrane, leichter lesbare Anzeigen)
  • veränderte Arbeitsorganisation (wechselnde Tätigkeiten mit wechselnden Belastungen)
  • kontinuierliche Fort- und Weiterbildung (nur so können Sie Überforderungen ausschließen)
  • barrierefreie Arbeitsplätze

All diese Maßnahmen sollten Teil eines Gesamtkonzepts für ein betriebliches Gesundheitsmanagement sein. Sorgen Sie dafür, dass hier auch Betriebsrat und Betriebsarzt eingebunden sind.

Bringen Sie die Generationen zusammen

Auch die Zusammenarbeit von jungen und alten Mitarbeitern ist eine mögliche Maßnahme, um die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten. Während bei den älteren Arbeitnehmern Eigenschaften wie die Arbeitserfahrung, die sozialen Kompetenzen und das Fachwissen sehr hoch sind, überzeugt die Generation Y mit Schnelligkeit und Flexibilität. Auch fällt ihnen durch ihre Innovationsfähigkeit der Umgang mit modernen Medien leichter. Durch eine solche Zusammensetzung können sich die einzelnen Mitarbeiter der „altersheterogenen Gruppe“ gegenseitig unterstützen.

WICHTIG: Ausgleichsmaßnahmen wie Rückengymnastik oder Stressabbau-Programme sind grundsätzlich sinnvoll, können jedoch als nachgelagerte „Reparatur-Maßnahmen“ die Optimierung der Arbeitsbedingungen nicht ersetzen.

Es gibt viele Hebel, die Sie in Bewegung setzen können, damit Ihr Unternehmen gut auf eine alternde Belegschaft eingestellt ist. In der Checkliste finden Sie die wichtigsten Punkte auf einen Blick. Bei jeder Frage, die Sie mit Nein beantworten, besteht Handlungsbedarf!

Prüfpunkt Ja Nein
Kennen Sie das gegenwärtige Durchschnittsalter im Betrieb?
Kennen Sie das gegenwärtige Durchschnittsalter in einzelnen Abteilungen?
Kennen Sie das voraussichtliche Durchschnittsalter (in 10 Jahren) im Betrieb?
Kennen Sie das voraussichtliche Durchschnittsalter (in 10 Jahren) in einzelnen Abteilungen?
Werden Führungskräfte zum demografischen Wandel geschult?
Werden Mitarbeiter zum demografischen Wandel geschult?
Sind auch ältere Kollegen voll in Fort- und Weiterbildungen eingebunden?
Berücksichtigen Sie mögliche Rückenbeschwerden nach langem Sitzen bei der Gefährdungsbeurteilung?
Berücksichtigen Sie den Faktor „psychische Belastungen“ bei der Gefährdungsbeurteilung?
Gibt es ein Forum, bei dem Mitarbeiter Vorschläge zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen machen können?
Finden Projekte / Workshops statt, bei denen Kollegen gemeinsam mit Führungskräften, Betriebsarzt etc. Ideen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen entwickeln?
Sind Arbeitsplätze barrierefrei (rollstuhlfahrergerecht)?
Bildet das Unternehmen ganz bewusst generationenübergreifende Teams?
Gibt es eine betriebliche Gesundheitsförderung?
Werden entsprechende Kurse als Teil der Arbeitszeit angerechnet?
Gibt es ein Gesamtkonzept für ein betriebliches Gesundheitsmanagement?

 

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Autor: Harald Kother

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