Heuschnupfen: Ein Thema auch für Arbeitsschützer

Heuschnupfen: Ein Thema auch für Arbeitsschützer

15 Millionen Deutsche leiden unter Heuschnupfen – Tendenz steigend. Triefende Nasen und tränende Augen sind aber nicht nur ein Problem für die Betroffenen, sondern es geht auch Sie als Fachkraft für Arbeitssicherheit etwas an – aus 3 Gründen.

    Heuschnupfen betrifft auch den Arbeitsschutz

    1. Fast alle Pollenallergiker nehmen Medikamente, die höchstens die Symptome lindern. Viele frei verkäufliche Pillen, Tropfen und Sprays aber haben Nebeneffekte: Sie machen müde und bremsen die Reaktionsfähigkeit, was gefährlich beim Bedienen von Maschinen und Führen von Fahrzeugen ist. Fazit: Raten Sie allen augenscheinlichen Pollenallergikern, die diese Tätigkeiten ausführen, sich unbedingt ärztlich behandeln zu lassen. Denn nur der Arzt weiß, welche Medikamente für wen die richtigen sind.
    2. Bei 30 % der Heuschnupfengeplagten wächst sich die Allergie innerhalb von 10 Jahren zu einem handfesten Asthma aus – manche sind dann an ihren bisherigen Arbeitsplätzen nicht mehr einsetzbar. Auch dies sollte Grund genug für einen frühzeitigen Arztbesuch sein.
    3. Und schließlich: Ein plötzlicher Niesanfall am Steuer kann nach Angaben von Verkehrsexperten ähnlich verhängnisvolle Folgen haben wie der berüchtigte Sekundenschlaf.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Urteil des Amtsgerichts Elmshorn: Danach kann es grob fahrlässig sein, sich mit einer starken Pollenallergie ans Steuer zu setzen. Wer durch einen allergischen Niesanfall einen Unfall baut, riskiert deshalb seinen Versicherungsschutz (Az. 54 C 235/94). Weisen Sie Ihre Kollegen mit Fahrtätigkeiten daher unbedingt auf dieses Urteil hin, damit sie sich ggf. ärztlich untersuchen lassen.

    So einfach geht Arbeitsschutz im Betrieb!

    Autor: Rafael de la Roza