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Betriebliches Gesundheitsmanagement: Diese 5 Argumente sprechen für sich!

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Betriebliches Gesundheitsmanagement

Wie gestaltet man Arbeitsplätze und -prozesse so, dass die Mitarbeiter gesund bleiben? Diese Frage bewegt viele Unternehmen und gilt als Aufgabe des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Dabei geht es um die Fürsorge für Mitarbeiter, um wirtschaftlichen Erfolg, aber auch darum, Vorschriften richtig umzusetzen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement, kurz BGM umfasst alle Maßnahmen, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer zu fördern. Dabei denkt man häufig an gesunde Ernährung am Arbeitsplatz oder rückenfreundliche Schreibtische, doch betriebliches Gesundheitsmanagement geht weit darüber hinaus. Es ist vielmehr eine strategische Ausrichtung auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter und umfasst auch Maßnahmen des Arbeitsschutzes, sowie die Wiedereingliederung von Arbeitnehmern (Betriebliches Eingliederungsmanagement), die nach einer Krankheit wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren.

Leider wird dem BGM oft vorgeworfen zu teuer zu sein. Doch wenn Sie die sinkenden Fehltage durch stressbedingte Krankheiten dagegen aufrechnen, haben Sie ein gutes Argument dafür, dass sich betriebliches Gesundheitsmanagement auch für Ihren Betrieb lohnt. Die 5 besten Argumente für die Einführung eines BGM habe ich für Sie aufgelistet.

1. Argument: Arbeitgeber haben eine Fürsorgepflicht

Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass die Arbeit ihre Beschäftigten nicht krank macht. Diese „Fürsorgepflicht“ ist eine Grundlage für jedes Arbeitsverhältnis und wird durch betriebliches Gesundheitsmanagement gewährleistet. Deshalb wird sie gleich in mehreren Vorschriften beschrieben:

  • im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG),
  • im Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG),
  • in der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und
  • in den Unfallverhütungsvorschriften.

Seit einigen Jahren sind die Anforderungen an Unternehmen und Einrichtungen auch im Präventionsgesetz festgeschrieben: Prävention und Gesundheitsförderung sollen in allen Lebensbereichen und für jede Altersstufe gestaltet werden.

Betriebliche Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz werden dabei enger verknüpft.

Danach müssen Arbeitgeber u. a. folgende Pflichten erfüllen.

betriebliches Gesundheitsmanagement
© Uta Fuchs

 

WICHTIG
Ein betriebliches Gesundheitsmanagement hilft, alle Maßnahmen zu Sicherheit, Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung zu bündeln. Damit verschaffen Sie sich einen Überblick und sorgen für Rechtssicherheit.

 

2. Argument: Psychische Belastungen müssen beurteilt werden

Entwicklungen der Arbeitswelt und Erkenntnisse aus Praxis und Forschung schlagen sich auch in den Vorschriften nieder: In der gesetzlich geforderten Gefährdungsbeurteilung geht es längst nicht mehr nur um die „klassischen“ Risiken wie das schwere Heben und Tragen oder Arbeiten in Zwangshaltungen. Heute müssen auch die psychischen Belastungen in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden. Denn zur steigendenden Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage tragen Ausfälle durch erhöhte psychische Beanspruchungen erheblich bei.

Kaum jemand hat heute seinen Arbeitsplatz auf Lebenszeit. Angst vor einem Verlust des Arbeitsplatzes ist also nicht selten. Dazu kommt der Druck, sich auch am vertrauten Arbeitsplatz immer wieder auf neue Anforderungen einzustellen.

Das kann auch unter Kollegen zu einer Wettbewerbssituation führen. Gesellen sich dazu noch überforderte Führungskräfte, unklare Anweisungen und Versagensängste, sind Ausfälle wegen zu großer psychischer Beanspruchungen vorprogrammiert. Doch nicht nur überforderte Mitarbeiter fallen aus. Auch die Leistungsträger laufen immer wieder in die „Überlastungfalle“: Burnout droht.

Andauernde Stresssymptome können Erkrankungen hervorrufen, die bis zur Arbeitsunfähigkeit führen. Diese Entwicklung spiegelt sich in einer wachsenden Zahl von Frühverrentungen wider, die ihre Wurzeln in psychischen Belastungen haben.

WICHTIG
Ein BGM hilft, die Verantwortlichen und die Beschäftigten der Einrichtung für psychische Belastungen zu sensibilisieren und vor allem präventive Maßnahmen umzusetzen.

 

betriebliches Gesundheitsmanagement
© Statistisches Bundesamt (Destatis), 2018

 

3. Argument: Der demografische Wandel hat Konsequenzen

Doch nicht nur weil der Gesetzgeber das so will, auch im eigenen (wirtschaftlichen) Interesse machen sich immer mehr Verantwortliche in Einrichtungen des Gesundheitswesens Gedanken über Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement.

Inzwischen nimmt der Anteil der Beschäftigten, die älter als 50 sind, in allen Branchen stetig zu. Seit 1990 ist er von 23 % auf heute schon 31 % gestiegen. Das Gesundheitswesen liegt deutlich über diesem Wert: Hier waren 2016 bereits 39 % der Beschäftigten über 50 Jahre alt.

Das ist an sich nicht schlimm. Zum einen können die Unternehmen von der Erfahrung der älteren Semester profitieren. Zum anderen sagt der bekannte Spruch „60 ist das neue 40“, dass Menschen, die noch vor einigen Jahren als Senioren galten, heute durchaus noch fit und leistungsstark sind und teilweise möglichst lange arbeiten wollen.

Doch während bei 30- bis 34-Jährigen im Durchschnitt 8,6 Tage pro Krankheitsfall zu verzeichnen sind, sind das bei den 60- bis 64-Jährigen bereits 21,6 Tage. Dies geht vor allem auf einen Anstieg der Herz-Kreislauf- sowie Muskel-Skelett-Erkrankungen zurück.

Fazit: Wenn alternde Belegschaften steigende Anforderungen im Arbeitsleben bewältigen sollen, drohen höhere Ausfallzeiten.

WICHTIG
Ein BGM hilft, weil Sie dabei Überlastung im Arbeitsalltag ganz systematisch mit präventiven Maßnahmen vorbeugen können. Dieser systematische Ansatz verspricht mehr Erfolg als sporadische Einzelaktivitäten.

4. Argument: Personal wird knapp

Der demografische Wandel führt nicht nur zu durchschnittlich älteren Belegschaften, sondern auch dazu, dass Personal knapp wird. In den nächsten Jahren sinkt das Potenzial an Erwerbsfähigen im Land: Standen dem Arbeitsmarkt im Jahr 2013 noch ca. 45 Millionen Personen zur Verfügung, werden es 2030 bereits 5 Millionen Personen weniger sein. Das kann dazu führen, dass Arbeitsplätze nicht mehr besetzt werden und die Mehrarbeit auf den Schultern des vorhandenen Personals verteilt wird. Denn gleichzeitig wird z. B. der Bedarf an Angeboten zur Pflege in nächster Zeit noch steigen.

Der Wandel in unserer Arbeits- und Lebenswelt sorgt zusätzlich dafür, dass das Bedürfnis nach „gesunder Arbeit“ immer stärker in unser Bewusstsein rückt und im Arbeitsalltag eine immer wichtigere Rolle spielt.

WICHTIG
Ein BGM hilft, gutes Personal zu gewinnen, denn Aktivitäten zur Gesundheitsförderung steigern die Attraktivität des Arbeitgebers.

 

5. Argument: Krankheiten verursachen direkte und indirekte Kosten

Personalkosten machen in Einrichtungen des Gesundheitswesens einen Großteil der Ressourcen aus – und Ausfälle durch Krankheit verursachen Kosten für

  • Entgeltfortzahlungen und Krankengeld.
  • die Problembeseitigung bei den beeinträchtigten Mitarbeitern (z. B. die Unterstützung für gesundheitsfördernde Maßnahmen) oder Unfallkosten und
  • Ersatzkräfte/Überstunden.

Außerdem hat eine steigende Zahl von Krankheitstagen weitere Folgen:

  • Sinkende Motivation bei den gesunden Kollegen, wenn ein Mitarbeiter häufig fehlt,
  • Wettbewerbsfähigkeit der Einrichtung sinkt bei einer überdurchschnittlich hohen Krankheitsquote.

Mit einer mitarbeiterorientierten Führung, mit optimierten Arbeits- und Organisationsprozessen sowie einer gesundheitsorientierten Kultur können Einrichtungen des Gesundheitswesens wesentlich dazu beitragen, ihre Mitarbeiter gesund und leistungsfähig zu erhalten.

Denn es ist erwiesen, dass sich eine gesundheitsorientierte und wertschätzende Unternehmenskultur positiv auf die Gesundheit der Mitarbeiter auswirkt.

Ein funktionierendes Betriebliches Gesundheitsmanagement sorgt dafür, dass aus Einzelmaßnahmen ein gut abgestimmtes, funktionierendes System von Aktivitäten wird, die sich gegenseitig verstärken und stets an die aktuellen Bedingungen angepasst sind.

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist eine Form der Mitarbeiterbindung

Die 5 Argumente zeigen es, BGM ist längst mehr als ein Anti-Stress-Kursangebot. Stattdessen hilft es, weil Maßnahmen zur Gesundheitsförderung nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Zufriedenheit und die Motivation der Mitarbeiter steigern. Das verstärkt die emotionale Bindung an die Einrichtung und verringert die Fehlzeiten messbar.

Autor: Uta Fuchs

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