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Zweitbildschirm ist gesundheitlich unbedenklich

zweitbildschirm

Der Trend geht zum Zweitbildschirm. Dies kann man jedenfalls an vielen Büroarbeitsplätzen beobachten, an denen die Beschäftigten auf ihrem Schreibtisch nicht mehr nur einen, sondern 2 oder sogar mehr Bildschirme stehen haben. Von verschiedenen Seiten geäußerte Befürchtungen, dass ein zusätzlicher Bildschirm auch zu höheren Belastungen für die daran arbeitenden Beschäftigten führen könnte, wurden durch eine aktuelle Studie nicht bestätigt.

Die Ergebnisse der Untersuchung des Instituts für Arbeitsschutz ( IFA) der DGUV wurden im Juli unter dem Titel „Nutzung von einem oder zwei Bildschirmen an Büroarbeitsplätzen –  Auswirkungen auf physiologische Parameter und Leistung ( IFA Report 5/2016)“ veröffentlicht.

3 Varianten von Bildschirmarbeitsplätzen

Im Rahmen dieser Studie wurde ein herkömmlicher Arbeitsplatz mit einem einzigen, waagerecht aufgestellten Bildschirm (Variante 1) mit 2 Varianten eines Doppelbildschirm-Arbeitsplatzes verglichen. Bei der einen waren beide Bildschirme waagerecht (Variante 2), bei der anderen jeweils einer waagerecht und der andere senkrecht (Variante 3) angeordnet. Alle Bildschirme wiesen eine Diagonale von 22 Zoll auf. Ziel der Studie war es, Hinweise auf mögliche Gesundheitsgefährdungen zu finden und daraus gegebenenfalls erforderliche Präventionsempfehlungen zu entwickeln.

Die vergleichende Studie umfasste Versuche mit 10 Versuchspersonen, von denen 5 männlich und 5 weiblich waren. Alle Probanden hatten sich vorher einer augenärztlichen Untersuchung unterzogen, bei der u. a. die Sehschärfe im Fern- und Nahbereich, das zentrale Gesichtsfeld und der Farbsinn ermittelt wurden. Außerdem wurden in einer ärztlichen Befragung mögliche Vorbelastungen hinsichtlich des Muskel-Skelett-Systems erhoben, um eine Verfälschung der Untersuchungsergebnisse auszuschließen.

Der Versuchsaufbau

Die Probanden hatten an 3 aufeinander folgenden Tagen über einen Zeitraum von jeweils 135 Minuten 3 unterschiedlich Arbeitsaufgaben zu bewältigen, nämlich Texte abzuschreiben, Texte zu vergleichen und Daten zu sortieren. Dabei wurden erstens mittels EMG (Elektromyographie – ein Verfahren, bei dem durch die Muskelaktivität entstehende elektrische Signale aufgezeichnet werden) die Aktivität der Muskeln im Nacken-/Schulterbereich gemessen. Zweitens erfassten die Forscher mit einem „Eyetracking“-System die Bewegungen der Augen und zeichneten diese auf. Drittens maßen sie schließlich jeweils vor und nach den Versuchen die Sehschärfe der Versuchsteilnehmer. Als weitere Parameter wurden u. a. Körperhaltung und -bewegung, der Bildschirmabstand sowie das subjektive Empfi nden der Versuchspersonen mithilfe verschiedener Messmethoden erfasst. Ergänzend fanden Untersuchungen zur qualitativen und quantitativen Leistung statt.

Unter dem Strich leichte Vorteile durch Doppelbildschirme

Im Ergebnis zeigten sich bei den Körper- und Nackenbewegungen nur gering ausgeprägte und nicht signifikant unterschiedliche Aktivitäten für alle untersuchten Konstellationen. Der Großteil der Bewegungen erfolgte je nach Bildschirmkonstellation mit dem Kopf (Drehung und Beugung) oder den Augen. Drehbewegungen des Bürostuhls gab es jeweils nur in sehr geringem Umfang.

Im Gegensatz dazu zeigte sich eine signifikante Veränderung der Muskelaktivität im Schulter-/Nackenbereich in Abhängigkeit vom Aufgabentyp, nicht aber von der Bildschirmkonstellation.

Auch eine Veränderung der Sehschärfe war bei den „Vorher-Nachher“- Messungen nicht festzustellen, ebenso wenig ein Zusammenhang zwischen dem Bildschirmabstand und der Bildschirmkonstellation. Subjektiv bevorzugten die Versuchspersonen mehrheitlich 2 waagerecht aufgestellte Bildschirme. Bei dieser Konstellation konnte auch eine leicht höhere Leistung bei den Aufgaben „Text abschreiben“ und „Daten vergleichen“ gemessen werden.

FAZIT: DGUV-Information 215-410 bleibt auch für Doppelbildschirmarbeitsplätze gültig.

Insgesamt kann man resümieren, dass gesundheitliche Bedenken bei Arbeitsplätzen mit Doppelbildschirmen nicht zu befürchten sind. Im Gegenteil: Bei vielen typischen Büroaufgaben sind Zweitbildschirme sogar zu bevorzugen. Auch bei Doppelbildschirmen sollten Sie sich daher weiterhin an die Empfehlungen der DGUV-Information 215-410 „Bildschirm und Büroarbeitsplatze: Leitfaden für die Gestaltung“ halten, um die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der „Bildschirmarbeiter“ in Ihrem Betrieb optimal zu erhalten.

So einfach geht Gesundheitsschutz im Betrieb!

Autor: Rafael de la Roza

 

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