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Ausbruchsmanagement als wichtige Hygieneaufgabe

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Ausbruchsmanagement

Das Ausbruchsmanagement ist ein weiterer Aufgabenbereich, an dem das Hygienemanagement beteiligt ist. Es umfasst einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur Verhinderung und der Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Wissenswert dabei ist, dass es „das eine Ausbruchsmanagement“ nicht gibt, da es immer mehrphasig aufgebaut ist. Abhängig vom Befund werden nämlich jeweils andere Prozesse abgerufen.

So beginnt das Ausbruchsmanagement

Sobald der Verdacht einer Kolonisation oder nosokomialen Infektion besteht, wird der Maßnahmenkatalog des Ausbruchsmanagements abgerufen. Der erste Schritten bei allen Befunden sollte immer sein, alle im Hygienehandbuch vorgegebenen Personen (Reinigungs- und Hygienemanagement, hygienebeauftragter Arzt usw.) zu informieren

Die Arbeit beginnt vor dem Ausbruch

Tatsächlich liegt die Kunst des Ausbruchmanagements darin, schon bei der Erstellung des Maßnahmenkatalogs alle möglichen Ausbruchsszenarien zu simulieren. Nur so können Sie entsprechende Arbeits-, Verfahrens- und Dienstanweisungen entwickeln, die einen Ausbruch verhindern bzw. dessen Ausbreitung unterbinden sollen. Im Falle eines Ausbruchs müssen möglichst schnell die Ursache, die Übertragungswege und/oder die Infektionsquelle ermittelt werden.

Achtung, sobald Erreger auftauchen, die nicht im Ausbruchsmanagement erfasst wurden, ist sofort der Krankenhaushygieniker zu informieren. Dieser hat jetzt die Aufgabe abhängig vom Erreger neue Hygienemaßnahmen zu entwickeln. Diese haben neben dem Schutz des medizinischen Personals nur einen Zweck und zwar die aktive Phase schnellst möglich zu beenden.

WICHTIG
Der hauseigene Pandemieplan und das Infektionsschutzgesetz schreiben vor, sobald in der Nähe der Einrichtung lebende Anwohner in Gefahr sind, ist das zuständige Gesundheitsamt in das weitere Ausbruchsmanagement mit einzubeziehen.
Bestimmte Erkrankungen und/oder Infektionen müssen dem Gesundheitsamt gemeldet werden (§6 Abs. 3 Infektionsschutzgesetz). Halten Sie unbedingt die Meldefristen ein!

 

Aus welchen Mitgliedern besteht das Ausbruchsmanagement?

Zur Reduzierung des Infektionsrisikos ist es erforderlich, alle relevanten Personen umgehend über den Ausbruch zu informieren. Dies sind normalerweise:

  • das medizinische Personal der betroffenen Station oder des Fachbereichs
  • das Hygienemanagement
  • falls notwendig noch weitere Mitarbeiter
  • der ärztliche Direktor
  • die Geschäftsführung.

Ausbruchsmanagement schrittweise kontrollieren

Im Ernstfall sollten Sie folgende 4 Punkte beachten:

  1. Das schriftliche Zusammenstellen einer Liste, auf der alle Personen stehen, die informiert werden müssen.
  2. Informieren Sie wenn nötig auch das zuständige Gesundheitsamt.
  3. Entwurf einer internen und externen Kommunikationsstrategie, um bei einer Krise optimal arbeiten zu können und dabei reaktionsfähig zu bleiben.
  4. Kommt es zu einer Bestätigung eines Epidemie-Ausbruchs, sind weitere Maßnahmen zu treffen, um die wichtigsten Fragen zu klären.
  • Was für eine Infektion ist das? Handelt es sich um einen bekannten Erreger?
  • Wurde der Erreger isoliert?
  • Haben die betroffenen Personen Gemeinsamkeiten?
  • Gab es zeitliche oder räumliche Zusammenhänge?
  • Was käme als Übertragungs- oder Infektionsquelle infrage?

Um die Ursache bei einem krankenhausinternen Ausbruch auf die Spur zu kommen, müssen Sie einen IST-SOLL-Abgleich durchführen. Nur so können Sie sicherstellen, dass weder technische noch bauliche Mängel die Ursache sind.

Interventionsmaßnahmen umsetzen: Das ist wichtig!

Die vom Hygienemanagement entwickelten Sofortmaßnahmen sind zeitnah umzusetzen. Derartige Interventionsmaßnahmen wären zum Beispiel:

  • das sofortige Beseitigen technischer und struktureller Mängel.
  • Schließung von OPs, Funktionsabteilungen oder Stationen.
  • verlegen oder entlassen Sie infektionsanfällige Patienten.
  • Desinfektionsmaßnahmen außerhalb der üblichen VA (Hände-, Instrumenten- und Flächendesinfektion)
  • gezielte Untersuchung der Umgebung
  • neue Schulungen und Information der Mitarbeiter

Überprüfen Sie die veranlassten Maßnahmen  regelmäßig auf ihre Wirksamkeit. Zeigt sich ein deutlicher Rückgang der Infektion, ist davon auszugehen, dass Sie den Erreger korrekt identifiziert und die richtigen Schutzmaßnahmen getroffen haben. Andernfalls müssen Sie weitere Schritte einleiten.

Ausbruch beendet und jetzt?

Mit Beendigung des Ausbruchs können Sie die Maßnahmen und die Voraussetzungen festlegen, wann wieder zum Alltag übergegangen werden kann. Auf jeden Fall sollten trotzdem eine Zeit lang nach dem Ausbruch die jeweiligen Kontrollprogramme weiterlaufen und die überwachende Vorsichtsmaßnahmen gelten.

Vernachlässigen Sie nicht die Dokumentation

Ergebnisse und Verlauf des Ausbruchsmanagement werden nur intern dokumentiert. Die gewonnenen Daten dienen zur Verbesserung des Hygienehandbuchs und sollen in Zukunft dazu beitragen ein erneutes Ausbruchsrisiko zu vermeiden.

Mehr zum Thema: So setzen Sie Ihren Hygieneplan in die Praxis um

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