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Grippeschutzimpfung: Deshalb sollten Sie vorsorgen

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Grippeschutzimpfung

Grippewellen können schon ab Anfang Dezember ausbrechen. Wenn für Ihre Mitarbeiter ein erhöhtes Ansteckungsrisiko gilt, sollten Sie spätestens jetzt eine Impfaktion zum Grippeschutz erwägen. Dies ist die einzige nachweislich effektive Maßnahme, um einer Influenza-Erkrankung vorzubeugen.

Sicherlich kennen auch Sie die alljährlich – meist in ASA-Sitzungen – aufkommende Fragestellung: „Sollen wir als Unternehmen über den Betriebsarzt eine Grippeschutzimpfung anbieten oder nicht?“ Oder gehört Ihr Betrieb schon zu den Unternehmen, die sich der positiven Aspekte bewusst sind und die Schutzimpfung bereits anbieten? Falls nicht, erfahren Sie in diesem Artikel, worauf es bei der Grippeschutzimpfung in Ihrem Unternehmen ankommt und welche weiteren Maßnahmen vor Grippe schützen.

Warum Sie in die Grippeschutzimpfung investieren sollten

Vor allem bei älteren oder chronisch kranken Menschen können Infektionen mit Grippeviren deutlich schwerere Auswirkungen haben, im Extremfall sogar tödlich verlaufen. Unabhängig vom Alter der Erkrankten führen Symptome wie Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen in der Regel zu Arbeitsausfallzeiten. Außerdem laufen bereits infizierte Bazillenherde durch Ihren Betrieb und infizieren weitere Kollegen. Die Folge ist ein ungeregelter und nicht kontrollierbarer Personalausfall.

Statistisch gesehen, kostet der Ausfall eines Mitarbeiters Ihr Unternehmen je nach Qualifikation und Tätigkeit zwischen 400 und 700 € pro Tag. Darin enthalten sind Lohnfortzahlung, Produktions-/Leistungsausfall, Einarbeitung von Ersatzmitarbeitern und deren Kosten. Dem stehen Ihrem Unternehmen Impfkosten in Höhe von weniger als 20 € je Mitarbeiter gegenüber. Bei Risikogruppen (Über-60-Jährige, chronisch Kranke und Personen mit erhöhter Gefährdung wie medizinisches Personal) übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die gesamten Impfkosten.

Wer kann die Impfung durchführen

Impfungen, bei denen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten übernehmen, kann der jeweilige Hausarzt durchführen. Bieten Sie als Unternehmen diese Zusatzleistung an, kann Ihr Betriebsarzt den Impfstoff besorgen und die Impfung vornehmen.

Wichtig ist: Die Impfung geschieht freiwillig. Sie können niemanden dazu zwingen! Wer sich nicht impfen lassen will, muss das auch nicht tun.

TIPP
Zeigen Sie den Beschäftigten durch Aushänge und interne Informationen oder im Rahmen von Unterweisungen, wie wichtig und wertvoll sie dem Unternehmen sind. Obwohl es nicht Aufgabe des Unternehmens ist, Mitarbeiter impfen zu lassen, bieten Sie diese Impfung aus Fürsorge völlig kostenlos an. In den Augen Ihrer Mitarbeiter zeigen Sie Wertschätzung und das kommt immer gut an. Damit haben Sie neben dem bereits erwähnten Kostenersparnis ein weiteres Argument für die nächste ASA-Sitzung und andere Diskussionen.

Das sollten Arbeits- und Gesundheitsschützer zur Influenza wissen:

  • Eine Grippeerkrankung ist nicht nur lästig, sondern auch gefährlich, besonders für Ältere, Schwangere oder Risikogruppen wie beispielsweise Diabetiker.
  • Schon wenige Stunden nach einer Ansteckung kann man die Kollegen anstecken, auch wenn man noch keine Symptome spürt.
  • Die Gefahr einer Infektion ist in vielen Berufen deutlich höher als im privaten Umfeld.
  • Erkrankte Mitarbeiter fallen meist ein bis 2 Wochen aus.
  • Die Schutzimpfung ist laut dem Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte die kosteneffektivste und wirksamste Maßnahme zur Prävention gegen Influenza. Mit einer hohen Impfrate im Betrieb beugen Sie Grippewellen vor.
  • 2 Wochen benötigt unser Immunsystem nach einer Impfung, um einen wirksamen Schutz vor Influenza-Viren aufzubauen.

Sprechen Sie die Optionen für eine betriebliche Impfaktion mit Ihrem Betriebsarzt bzw. betriebsärztlichen Dienst ab. Dessen Aufgabe ist es, Ihre Belegschaft zu beraten und aufzuklären, die Durchführung der Impfung zu organisieren und zu dokumentieren. Eine Impfung ist weder pauschal vorgeschrieben, noch dürfen Sie Ihre Mitarbeiter zur Teilnahme verpflichten.

Empfohlen wird eine Grippeschutzimpfung an Arbeitsplätzen

  • in Krankenhäusern, Praxen und Pflegeeinrichtungen
  • an denen viele Menschen einen Raum teilen wie Großraumbüros, Schulen, Ausbildungsstätten
  • mit hohem Publikumsverkehr, z. B. an Kassen, am Empfang, im Kundendienst, beim Verkauf
  • an denen man mit vielen Personen zu tun hat wie Busfahrer, Polizisten, Security-Personal, Außendienst

Übrigens: Sie bekommen die Impfstoffkosten in aller Regel von den Krankenkassen erstattet.

Wann die Grippeschutzimpfung zu den Pflichten Ihres Unternehmens gehört

Unter bestimmten Umständen gehört das Grippeschutzangebot zu den Pflichten des Unternehmers gegenüber seinen Beschäftigten. Immer dann, wenn sich aus der Gefährdungsbeurteilung ein erhöhtes Infektionsrisiko für die Mitarbeiter ergibt, muss der Unternehmer auch Schutzmaßnahmen treffen. Zu den Schutzmaßnahmen, die sich aus der Gefährdungsbeurteilung ergeben können, kann auch das Angebot der Grippeschutzimpfung gehören. Besprechen Sie also mit Ihrem Betriebsarzt, ob es Gründe für ein solches Angebot gibt, und weisen Sie Ihr Unternehmen entsprechend darauf hin.

3 Tipps für einen einfachen, aber effektiven Grippeschutz

Weisen Sie die Mitarbeiter in einer mündlichen oder schriftlichen Unterweisung auf folgende sinnvolle Schutzmaßnahmen hin.

  1. Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig und halten Sie sie vom Gesicht fern
    Viren werden in aller Regel über die Hände, also beispielsweise durch Händeschütteln, übertragen. Über den Kontakt mit Auge, Nase und Mund geraten die Erreger dann in die Schleimhäute und gehen auf den Betroffenen über. Häufiges und gründliches Händewaschen bietet daher einen wichtigen Schutz vor Virusinfektionen. Säubern Sie dabei die Hände etwa 30 Sekunden sorgfältig mit Seife, auch zwischen den Fingern. Vermeiden Sie es, mit den Händen ins Gesicht zu fassen.
  2. Husten und Niesen Sie hygienisch
    Husten Sie nicht in die Hände, sondern in den Ärmel. Halten Sie außerdem beim Husten und Niesen Abstand zu umstehenden Personen. Entsorgen Sie gebrauchte Papiertaschentücher sofort und reinigen Sie danach die Hände gründlich.
  3. Lüften Sie geschlossene Räume regelmäßig
    Verringern Sie die Zahl der Viren in geschlossenen Räumen, indem Sie diese regelmäßig lüften. So verhindern Sie auch ein Austrocknen der Mund- und Nasenschleimhäute und damit deren erhöhte Anfälligkeit.

11 Tipps für eine erfolgreiche Mitarbeiterunterweisung

Wie Mitarbeiter ihre Ansteckungsgefahr minimieren können

Keimschleudern lauern meist dort, wo wir sie nicht vermuten: am Schreibtisch im Büro und in der Kaffeeküche. Untersuchungen zeigen, dass Tastaturen oft um ein Vielfaches stärker mit Keimen belastet sind als Toilettensitze. Ein guter Grund für Sie als Sicherheitsfachkraft, die Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen darauf aufmerksam zu machen und gleichzeitig auf korrektes Verhalten hinzuweisen.

Den Arbeitsplatz sauber zu halten ist sicherlich eine lästige Arbeit, die gerne vergessen oder ignoriert wird. Aber Hygiene am Schreibtisch und in der Teeküche ist wichtig. Denn infolge von ungewaschenen Händen oder Essensresten tummeln sich beispielsweise auf der Tastatur Ihres Computers schnell die Bakterien.

Halten Sie Schreibtisch und Tastatur sauber

Treffen Sie konkrete Regelungen zur hygienischen Arbeit. Sprechen Sie das Thema in der nächsten ASA-Sitzung an. Denn Tastatur und Maus oder auch andere Arbeitsmittel auf Ihrem Schreibtisch können von jedem Mitarbeiter oder dem Reinigungspersonal gereinigt werden. Dazu eignet sich ein in Alkohol getränktes feuchtes Tuch. Auch Glasreiniger kann verwendet werden. Wenn Sie ganz sichergehen wollen, setzen Sie auf einschlägige Reinigungssets des Fachhandels.

TIPP
Nutzen Sie die jährliche Unterweisung dazu, dieses Thema anzusprechen. Zeigen Sie im Rahmen der Unterweisung die praktische Durchführung der Reinigung, so wie sie in Ihrem Unternehmen umgesetzt werden soll.

Die Kaffeeküche als Brutkasten

Ein beliebter Sammelplatz für Keime ist in vielen Unternehmen auch die Kaffeeküche mit ihren Küchenzeilen und Kühlschränken. Deswegen hilft hier nur eines: Lassen Sie Arbeitsflächen, Schränke und Kühlschrank immer wieder vom Reinigungspersonal oder von dafür abbestellten Mitarbeitern reinigen. Schränke und Kühlschränke müssen regelmäßig entrümpelt und von innen gereinigt werden. Bewährt hat sich hier der Einsatz von Essigreiniger. Aber auch desinfizierende Küchenreiniger sind in Ordnung.

  • Diese Punkte sollten dabei in der Küche beachtet werden:
  • Schränke wöchentlich von innen und außen reinigen.
  • Arbeits- und Tischflächen sowie Türklinken täglich abwischen.
  • Mikrowelle täglich von innen und außen abwischen.
  • Kaffeemaschine und Wasserkocher monatlich entkalken.
  • Heißwasserboiler über der Spüle regelmäßig reinigen und wenigstens alle 2 Monate entkalken.
  • Fußboden täglich feucht aufwischen.

Sagen Sie mit einem Reinigungs- und Desinfektionsplan den Keimen den Kampf an!

TIPP
Sammeln Sie im Laufe einiger Monate Fotos von Kühlschränken in Ihrem Unternehmen, die so richtig gammelig sind. Machen Sie Bilder von verdreckten Mikrowellen und verkalkten Kaffeemaschinen. Zeigen Sie die Beispiele in der nächsten Unterweisung. So erreichen Sie einen Aha-Effekt und bewegen die Mitarbeiter dazu, mehr auf diese Dinge zu achten.

Fazit

Sie können mithilfe einer guten Unterweisung dazu beitragen, dass Ihre Mitarbeiter das Thema Hygiene ernst nehmen. Dadurch bleibt das Infektionsrisiko bei Grippewellen oder ähnlichen Krankheiten sehr gering. Gerade am Arbeitsplatz sollten Sauberkeit und Hygiene zu den wichtigsten Faktoren gehören.

Passend dazu: So setzen Sie Ihren Hygieneplan in die Praxis um

Autoren: Friedhelm Kring, Holger Kück

 

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