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So setzen Sie Hygienemanagement in die Praxis um

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Hygienemanagement

In allen pflegerischen und medizinischen Branchen ist der Übergang zwischen den Infektionsschutzgesetz, der Biostoffverordnung und dem Arbeitsschutz fließend. Hier gilt es nicht nur, den Arbeitnehmer zu schützen, sondern auch die Patienten und deren Besucher. Ein organisierte Hygieneamanagement hilft Ihnen, diese Ziel zu erreichen.

Schlechte Hygiene kann die Reputation einer Klinik oder einer Pflegeeinrichtung zerstören. Umso wichtiger ist es, Prozesse aufzusetzen, durch die Hygienestandards eingehalten werden. Dies gelingt mittels Hygienemanagement.

Ziel des Hygienemanagements

Hygienemangement hat die Aufgabe einen Maßnahmen- und Prozesse-Katalog zu entwerfen, der das Erkennen von Infektionskrankheiten beschleunigt und gleichzeitig deren Bekämpfung vereinfachen soll. Gleichzeitig sollen mithilfe der Ablauf- und Aufbauorganisation eventuelle Antibiotika-Resistenzen einfacher und vor allem schneller entdeckt werden.

Hygiene ist nicht nur in Krankenhäusern und Arztpraxen relevant. Denn auch in der Gastronomie und Lebensmittelindustrie legt das so genannte HACCP-Konzept Hygienestandards fest. Und auch bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen und Laborarbeiten sollte ein Hygieneplan aufgestellt werden, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen.

Hygiene hat also viele Facetten. Neben dem Gesundheitsschutz trägt ein hygienischer Arbeitsplatz auch zum Wohlfühlen bei. Eine saubere Kaffeecke, Teeküche, Sozial- und Sanitärräume sollten sich angenehm
für Auge und Nase präsentieren.

Diese Vorschriften beeinflussen das Hygienemanagement

Je nachdem, welche Facette von Hygiene betrachtet wird, müssen unterschiedliche Hygienevorschriften befolgt werden:

  • die Vorgaben des Centers for Disease Control und Prävention
  • Richtlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI-Richtlinien)
  • Infektionsschutzgesetz, kurz IfsG
  • Biostoffverordnung (BioStoffV)
  • Desinfektionsmittelliste des Verbunds für angewandte Hygiene
  • länderspezifische Hygieneverordnungen
  • bei Lebensmittelhygiene das HACCP-Konzept
  • Trinkwasserverordnung (TrinwV)
  • Deutsches Arbeitsschutzgesetz
  • Vorgaben der Berufsgenossenschaften (z. B. TRBA 250)
  • Medizinproduktegesetz (MPG)
  • Medizinproduktbetreiberverordnung

Darüber hinaus müssen Sie Anforderungen an Arbeitsräume und Arbeitsmittel (Werkzeuge, Geräte) beachten. Auch die korrekte Entsorgung von Abfällen ist ein Hygienethema.

Wie ist das Hygienemanagement aufgebaut?

Ein gutes Hygienemanagement lässt sich nur aufbauen, wenn alle beteiligten Personen ausreichend miteinander kommunizieren. Deshalb sollten Sie sich bewusstmachen, wie das Hygienemanagement aufgebaut ist und welche Personen beteiligt sind:

  1. Geschäftsführung/Ärztlicher Direktor: Er muss darauf achten, dass alle medizinischen und nicht-medizinischen Fachkräfte im Unternehmen, das von ihm erstellte und regelmäßig aktualisierte Hygienehandbuch kennen und die darin enthaltenen Arbeits-, Verfahrens- und Dienstanweisungen auch wirklich einhalten. Der ärztliche Direktor wird bei seiner Arbeit auch von der sogenannten Hygienekommission unterstützt und beraten.
  2. Krankenhaushygieniker: Welche genauen Aufgaben der Krankenhaushygieniker hat, hängt von den für ihn geschriebenen Arbeitsanweisungen in seinem Unternehmen ab. Diese wurden aber immer nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts verfasst. Seine Grundaufgaben liegen in der Beratung der Geschäftsführung bei hygienischen Fragen. Abhängig von der Größe der Klinik handelt es sich beim Krankenhaushygieniker um eine interne oder externe Kraft
  3. Hygienefachkraft: Pro Klinik und/oder Pflegeeinrichtung gibt es mindestens eine Hygienefachkraft. Diese ist entweder hauptamtlich tätig oder es handelt sich bei ihr um eine klinikexterne Fachkraft. Die Hygienefachkraft erstellt und pflegt das Dokumentationsverzeichnis in dem alle hygienisch-mikrobiologischen Qualitätskontrollen notiert werden müssen. Des Weiteren kümmert sie sich in enger Zusammenarbeit mit dem Krankenhaushygieniker, dem hygienebeauftragten Arzt und den involvierten Vorgesetzten der jeweiligen Stationen, um den Entwurf und die Umsetzung der Hygieneunterweisung. Die Teilnahme ist für alle Mitarbeiter der Klinik verpflichtend und muss jährlich wiederholt werden!
  4. Die Chefärzte der jeweiligen Stationen: Sie müssen die hygienischen Vorgaben einhalten.
  5. Pflegedienstleitung: Ebenso wie die Ärzte muss auch das Pflegeteam die Vorgaben erfüllen. Die Pflegedienstleitung klärt ihr Team entsprechend auf und kontrolliert die Befolgung der aufgesetzten Prozesse.
  6. Hygienebeauftragte: Die Anzahl der hygienebeauftragten Personen orientiert sich an die Zahl der organisatorisch getrennten Abteilungen der Klinik. Es empfiehlt sich aber, dass je Pflegeeinrichtung oder Klinik mindestens ein hygienebeauftragter Arzt oder Pfleger benannt wird.

Dieses Organigramm ist Grundlage Ihres Hygienemanagement. Zusammen legen Sie fest, wer welche Aufgaben übernimmt und stellen einen Hygieneplan auf.

WICHTIG
Beachten Sie, dass alle am Hygienemanagement beteiligten Personen nur in beratender Funktion tätig sind. Die Verantwortung trägt die Geschäftsführung.

 

Hygienefachkraft als Verbindungsglied

Bei der Hygienefachkraft handelt es sich sozusagen um das Verbindungsglied zwischen den Funktionsbereichen, der Station und dem Hygienemanagement. Des Weiteren ist sie der direkte Ansprechpartner für das medizinische und nicht-medizinische Personal ihrer Abteilung sollten Fragen zur Hygiene auftauchen. Sollten für das Hygienemanagement relevante Probleme auftreten, werden diese von der Hygienefachkraft sofort gemeldet.

Des Weiteren ist die Hygienefachkraft bei den jährlichen Treffen des Hygienemanagements dabei, um sich mit den anderen Teilnehmern über die aktuelle Hygienesituation in der Einrichtung auszutauschen. Hier werden vor allem auch die Ergebnisse der letzten Hygieneuntersuchung und/oder Begehung besprochen. Ein weiter Aufgabenbereich der Hygienefachkraft ist es, die Ergebnisse von Weiterbildungen und Sitzungen usw. den entsprechenden Fachbereichen und den Stationen mitzuteilen.

Natürlich hat die Hygienefachkraft auch darauf zu achten, dass alle Vorgaben des Hygieneplans und eventuelle Verbesserungsvorschläge eingehalten werden. Das tut sie, in dem sie die Mitarbeiter im Bereich der Hygienestandards und des Infektionsschutzes unterweist. Die Unterweisungen sind natürlich entsprechend zu dokumentieren. Die Hygienefachkraft ist auch dazu verpflichtet, an den Hygienebegehungen teilzunehmen. Natürlich gehört dazu auch die Pflicht, selbst regelmäßig Weiterbildungen zu absolvieren.

Was ist das Hygienehandbuch?

Das Hygienehandbuch oder auch Hygieneplan genannt, enthält alle für das Krankenhaus und das Personal wichtigen und verbindlichen Dienst- und Verfahrensanweisungen, wie auch alle Arbeitsanweisungen. Für die Erstellung des Hygienehandbuchs spielen die verschiedenen, oben genannten Hygienevorschriften eine wichtige Rolle. Definieren Sie also die für Ihr Unternehmen relevanten Vorschriften und setzen Sie auf deren Basis Prozesse und Standards auf. Diese halten Sie dann schriftlich in einem Hygienehandbuch fest.

Wichtig, das Hygienehandbuch muss für alle medizinische und nicht-medizinische Mitarbeiter der Klink abzurufen sein. Somit ist der Begriff Handbuch oder Hygieneplan etwas irreführend. Denn Sie können die definierten Verfahren auch digital ablegen.

Diese Inhalte müssen in Ihrem Hygienplan stehen

Hygienebegehung zur Qualitätssicherung

Um ein konstant hohes Niveau der Krankenhaushygiene sicherzustellen erfolgen in regelmäßigen Abständen sogenannte Hygienebegehungen, welche die Einhaltung des Hygieneplans überprüfen.

Vor der geplanten internen Hygienebegehung werden die Hygienefachkraft und/oder der hygienebeauftragte Arzt über die anstehende Begutachtung informiert. Zu unangekündigten Begehungen kommt es immer dann, falls es ein Ausbruchsgeschehen gab, nosokomiale Infektionen auf der Station oder dem Fachbereich auftragen bzw. Baumaßnahmen in der Klinik stattgefunden hatten.

Die Hygienebegehungen müssen mindestens jährlich, je nach Infektionsrisiko eines Bereiches aber öfter erfolgen.

Die Ergebnisse einer Hygienebegehung müssen dokumentiert werden.

Mehr zum Thema: Hand- und Hautschutzplan: Das gilt es zu beachten!

 

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