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Psychische Belastung im Handwerk: In 3 Schritten wirksam vorbeugen

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Psychische Belastung im Handwerk

Stress bei Handwerkern? Manche können sich das kaum vorstellen, so ist doch körperliche Arbeit allgemein als Stressausgleich bekannt. Doch psychische Belastungen sind nicht nur Stress – auch Frustration, Existenzängste und schwierige Gespräche mit Kunden oder Lieferanten gehören dazu. 3 einfache Schritte können Handwerkern bereits dabei helfen, beginnende psychische Belastungen zu reduzieren – übrigens: nicht nur bei Handwerkern!

Schritt 1: Schon mein erster Vorschlag kann schnell umgesetzt werden: In Handwerksbetrieben kommt es auf der Seite der Auftraggeber und letztendlich auf der Seite der Handwerker oftmals zu Stresssituationen, da die Erwartung mit der Leistung nicht übereinstimmt. Folgende Umstände können Konflikte auslösen:

  • der Zeitraum der Leistungserfüllung verzögert sich
  • das Ergebnis stimmt nicht mit den Vorstellungen des Auftraggebers überein
  • es werden Mängel festgestellt
  • die Kosten haben sich für den Auftraggeber erhöht
  • es gibt Missverständnisse in der Kommunikation

Sorgen Sie daher für klare Regeln, die zukünftig für alle gelten: für den Ausführenden (z. B. Termintreue), den Kunden (Vertragstreue) und den Lieferanten (z. B. Lieferzeit). Kommunizieren Sie schriftlich, wer dabei welche Rechte und Pflichten hat, denn so vermeiden Sie später Missverständnisse.

Als zweiten Schritt planen Sie nicht mehr mit der Anfangs­, sondern mit der Endzeit. Überlegen Sie: Wie viel Zeit benötigen Sie für den jeweiligen Auftrag? Rechnen Sie 15 % dazu und legen Sie dann den Zeitpunkt fest, wann die Arbeit erledigt ist. Als Ergebnis werden Sie grundsätzlich eine andere Sicht auf Termine erhalten.

Mein dritter Schritt: Kommunizieren Sie ständig und rechtzeitig. Über unerwartete Verzögerungen, überraschende Material­ oder Fertigungsfehler und erst spät entdeckte Missverständnisse sollten Sie sofort Ihre Kunden informieren – so vermeiden Sie, dass die Probleme unnötig eskalieren. Mitarbeiter von Handwerksbetrieben wechseln in der Regel mehrmals in der Woche ihren Arbeitsplatz, bedingt durch
verschiedene Aufträge. Es fehlen somit ein vertrautes Arbeitsumfeld, eine kontinuierliche Pausengestaltung und ggf. sogar ein Rückzugsort. Als Arbeitgeber können Sie mit ein wenig Kontinuität einen positiven Einfluss auf den Arbeitsalltag ausüben.

Vorschlag 1: Sorgen Sie dafür, dass Mitarbeiter in Zweier­ oder Dreier­ Teams eingesetzt werden und sich miteinander einspielen können. Wenn auch die Anforderungen und das Umfeld häufig wechseln, so bleibt doch der Kollegenkreis gleich.
Vorschlag 2: Beginnen Sie den Tag mit einer kurzen Teambesprechung. Damit beginnt er strukturiert und routiniert.
Vorschlag 3: Stellen Sie sicher, dass für Ihre Handwerker ein Vorgesetzter telefonisch erreichbar ist. Rückfragen, die während der Arbeit auftauchen, können somit zeitnah geklärt werden. Sollte es zu Konflikten mit dem Auftraggeber kommen, muss der Monteur wissen, an welchen Mitarbeiter er aus seinem Betrieb vermitteln kann. Je früher eine transparente Kommunikation hergestellt werden kann, desto besser kann mit Konflikten und Missverständnissen aufgeräumt werden.

Warum ist es denn nun so wichtig gegen Betriebsblindheit anzugehen? Wenn Ihre Mitarbeiter vor lauter Arbeit gar nicht mehr erkennen, an welchen Stellen Optimierungspotenzial besteht, kann Sie ein externer Berater unterstützen. Mit Untersuchungen und Fragetechniken kann es für Außenstehende viel einfacher sein, in die Ursachenforschung einzusteigen. Psychische Belastung im Handwerk lässt sich vermeiden!

Autor: Jürgen Loga

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