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Burnout: Wenn Erschöpfung krank macht

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Burnout

Die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen hat sich seit 2000 verdoppelt. Immer häufiger diagnostizieren Ärzte einen Burnout. Das „Ausgebranntsein“ wurde zum Schlagwort für Mitarbeiter, die vor Erschöpfung arbeitsunfähig sind.

Ob chronische Müdigkeit oder Erschöpfungsdepression: Ausgepowerte Mitarbeiter gab es schon immer. Neu ist das breite Auftreten der Diagnosen quer durch alle Branchen, Berufsbilder und Hierarchiestufen. Eine medizinisch eindeutige Definition von Burnout gibt es nicht, Burnout ist auch keine Berufskrankheit. Doch wer psychisch belastet ist, wird leichter zum Risiko für sich und andere. Somit ist Burnout auch ein Fall für den Arbeitsschutz, denn gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz sollen Sie nicht nur körperliche, sondern auch psychische Belastungen erkennen.

Anzeichen und Auslöser von Burnout

Als Auslöser von Burnout sind Überforderung, Leistungsdruck, Vereinsamung, zunehmende Anonymität und der Druck zur Selbstverwirklichung im Gespräch. Auch häufige Wechsel des Arbeitsplatzes oder der Vorgesetzten sowie die stetige Erreichbarkeit durch E-Mail und Handy können die Krankheitssymptome befördern.

Die ersten Anzeichen zeigen sich in einer anhaltenden körperlichen oder emotionalen Erschöpfung, die arbeitsbedingt ist. Motivationsverlust, Unruhe, Depression und Aggressivität können dazukommen. Außerdem ziehen sich die Betroffenen oft aus dem sozialen Umfeld zurück.

Typische Burnout-Symptome

Diese folgenden charakteristischen Warnsignale können Ihnen dabei helfen, eine Burnout-Erkrankung zu erkennen:

Körperliche Symptome in Form von psychosomatischen Beschwerden: schnelles Ermüden, aber auch Hyperaktivität, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, geringe Modulation in Mimik und Stimme

Physische Symptome in Form von Erkrankungen: gehäufte Infekte (Grippe, Erkältungen), Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, ständiges Schwindelgefühl

Psychische Symptome: nervöse Anspannung, Unruhe, Hyperaktivität, erhöhte Reizbarkeit (Wutausbrüche, Tränen), Zerstreutheit, Selbstmordgedanken

Symptome auf der Verhaltensebene (arbeitsbezogenes Verhaltensweisen): verminderte Effektivität, extrem verlangsamtes Arbeiten, zu viel/zu wenig Engagement, häufiges Zuspätkommen, keine/zu viele Pausen, Desillusionierung, Konzentrationsschwierigkeiten

Symptome auf der Verhaltensebene (individuelle Verhaltensweisen): erhöhte Aggressivität, exzessiver Tabak-/Kaffeegenuss, Konsum von Alkohol oder Beruhigungsmitteln, zunehmende Unterdrückung der eigenen Bedürfnisse

Soziale Symptome im Umgang mit Kollegen/Kunden: Über-Engagement, Isolierung, verminderte Empathie, Problemverdrängung, Zynismus, niedrige Reizschwelle, häufige Konflikte

Soziale Symptome außerhalb der Arbeit: Einsamkeit, Ehe- und Familienprobleme

Wichtig ist,  die Warnzeichen von Burnout frühzeitig zu erkennen. Gehen Sie in einem ersten Burnout-Gespräch behutsam vor. Orientieren Sie sich am Verhalten am Arbeitsplatz. Weitere Unterstützung gehört in die Hände von (Betriebs-)Arzt oder Therapeut.

Die Phasen des Burnout

Die Erkrankung verläuft stufenweise in mehreren Phasen. Doch auch wenn Ihnen die folgenden 7 Phasen helfen sollen, die Krankheit besser einzuordnen, so ist dennoch jeder Burnout-Fall sehr individuell zu betrachten. Es handelt sich um individuelle Prozesse, bei denen sich Phasen verschieben oder übersprungen werden können. Grundsätzlich können Sie sich an diesen 7 Phasen orientieren:

  1. Gesteigertes Engagement (freiwillig oder von außen gefordert) über einen langen Zeitraum hinweg führt zu überhöhtem Energieeinsatz und ersten Gefühlen der Erschöpfung.
  2. Die Einstellung zur Arbeit ändert sich. Aus Begeisterung wird Überdruss, das Engagement sinkt, der Rückzug von Kollegen, Familie und Freunden beginnt.
  3. Es kommt zu depressiven Reaktionen („Ich bin schuld“), Aggressionen und Schuldzuweisungen. An diesem Punkt sinkt bereits die Chance, das Burnout-Problem mit „Hausmitteln“ erfolgreich zu lösen.
  4. Motivation und Leistungsfähigkeit lassen nach.
  5. Das emotionale, geistige und soziale Leben verflacht zunehmend.
  6. Die psychosomatischen Beschwerden nehmen zu.
  7. Es kommt zu einer echten Depression.

Burnout Prävention

Beugen Sie Burnout-Fällen durch Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung wie Anti-Stress-Training, Entspannungsmethoden, Zeitmanagement vor. Hinterfragen Sie Ihre Arbeitsorganisation und Ihr Betriebsklima hinsichtlich Führungsstil, Transparenz, Kommunikationsstrukturen, Erreichbarkeit von Vorgesetzten und Fehlerkultur.

Das sozial unterstützende Verhalten von Vorgesetzten gilt als maßgeblich für das Belastungsempfinden eines Mitarbeiters. Burnout-Vorsorge
betreiben Sie durch

  • wertschätzendes Feedback: Anerkennung für geleistete Arbeit
  • klare Zuständigkeiten mit individuellen Handlungsspielräumen
  • gesunde Balance zwischen Über- und Unterforderung

Praxis-Tipp: Halten Sie eine Kontaktliste von Experten parat, auf die Sie bei Bedarf zurückgreifen bzw. verweisen können (Therapeuten, spezialisierte Ärzte, Coaches, Seelsorger).

Achten Sie in Ihrer persönlichen Burnout-Prävention auf einen Wechsel von Spannung und Entspannung, von Arbeit und Freizeit, von geistiger und körperlicher Arbeit.

Für Schreibtischarbeiter gut zu wissen: Sport setzt Glückshormone frei und baut das Stresshormon Cortisol ab. Also gehen Sie doch nach der Arbeit eine Runde laufen oder probieren Sie mit Kollegen oder Freunden einen neuen Sportkurs aus. Mit speziellen Rückentrainigs bauen Sie nicht nur Stress ab, sondern stärken gleichzeitig Ihre Wirbelsäule.

Auch Langeweile macht krank

Der Gegenbegriff Boreout steht für Unterforderung am Arbeitsplatz. Langeweile kann unzufrieden und krank machen. Lassen Sie  unausgelastete Mitarbeiter nicht die Stunden bis zum Feierabend absitzen. Delegieren Sie die Aufgaben, stecken Sie die Ziele neu und erwägen Sie flexible Arbeitszeitkontenmodelle. Mehr zum Thema: Boreout: 6 Anzeichen wie Sie Boreout erkennen

Autor: Dr. Friedhelm Kring & Uta Fuchs

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