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Dem Schimmel keine Chance!

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Schimmel

Im Frühling erwacht nicht nur die Natur zu neuem Leben – der zurückliegende Winter bringt oft auch in Betriebsgebäuden eine Lebensform zum Vorschein, die für viele Probleme sorgen kann: Feuchtigkeitskondensation an Kältebrücken der Außenwände oder Wassereintritt an schadhaften Gebäudehüllen ist die beste Grundlage für Schimmelbefall, der eine Gesundheitsgefahr für Ihre Beschäftigten darstellt.

Schimmel stellt eines der häufigsten Probleme in betrieblichen Räumlichkeiten dar. Denn er kann bei den Beschäftigten Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Asthma auslösen oder verstärken und zu allergischen Reaktionen führen.

Leider keine Ausnahme: Schimmelbefall ist ein verbreitetes Problem

Unsere Erfahrung zeigt, dass jedes dritte bis vierte Betriebsgebäude in Deutschland schon einmal von Feuchteschäden mit Schimmelbildung betroffen war. Vor allem mangelhafte Industriehallen oder Produktionsgebäude sind betroffen, da sie eine perfekte Basis für Feuchtigkeitskondensation und damit Schimmelbildung darstellen. Schimmel ist mit bloßem Auge nur dann leicht zu erkennen wenn er als schwarze, grüne oder bräunlich verfärbte Flecken an Wänden und Möbeln auftritt. Doch in vielen Fällen wächst Schimmel auch im Verborgenen, beispielsweise in Hohlräumen von Fußböden und Leichtbauwänden oder hinter ausgebauten Dachgeschossebenen. Dieser Schimmelbefall ist mit bloßem Auge nicht zu sehen. Bestenfalls deutet er sich durch einen muffigen Geruch an. Auch kann der Schimmel durch raumlufttechnische anlagen (RLT-Anlagen) wie Klimaanlagen und Lüftungssysteme bei schlechter Wartung von Mikroorganismen besiedelt werden. Diese verteilen die Bakterien und Schimmelpilzsporen dann ganz unauffällig in sämtlichen angeschlossenen Räumen.

Achten Sie deshalb darauf, dass Ihre raumlufttechnischen Anlagen

  • dem Stand der Technik entsprechen
  • bestimmungsgemäß betrieben werden.
  • regelmäßig kontrolliert und gewartet werden (inkl. Filterwechsel) gemäß den Angaben des Herstellers und durch fachkundige Personen.

Die Reinigung und Wartung gewerblicher Küchenabluftanlagen (Dunstabzugssysteme) sind darüber hinaus auch aus Sicht des Brandschutzes unverzichtbar.

Feuchtigkeit ist die Lebensgrundlage für Schimmel

Die Hauptursache und wesentliche Basis für Schimmelwachstum ist in jedem Fall zu hohe Feuchtigkeit. Doch nicht immer ist die Kondensationsfeuchte im Innenraum wegen fehlender oder falsch angebrachter Wärmedämmung Schuld. Gerade an älteren Industriegebäuden bilden sich vor allem im Winter Undichtigkeiten, die einen Wassereintritt von außen ermöglichen, der wiederum zu versteckten Schimmelnestern führen kann.

Wenn bereits ein Schimmelbefall vorhanden ist, hilft nur noch eine fachgerechte Sanierung, die oft nur von Fachfirmen durchgeführt werden kann.

Bei kleineren Schimmelflächen können Sie aber auch durchaus selbst erfolgreich tätig werden. In jedem Fall muss zunächst die Ursache für das Schimmelwachstum geklärt werden, um das weitere Vorgehen planen zu können.

Nützliche Tipps gegen Schimmelpilzprobleme

Lassen Sie sich bei Schimmelbefall an Gebäudeteilen oder betrieblichen Einrichtungen nicht auf die Argumentation ein, man könne wenig machen, der Schimmel käme sowieso wieder. Schimmelbefall bringt stets ein Gesundheitsrisiko mit sich. Neben baulichen Sanierungen können Ihre Mitarbeiter sowie externes Reinigungspersonal dazu beitragen, das Schimmelproblem in den Griff zu bekommen.

Schimmelpilze benötigen Feuchtigkeit. Mit den folgenden Maßnahmen beugen Ihre Mitarbeiter daher Schimmelbefall vor:

  • Für Bioabfälle nur Behälter mit geschlossenem Deckel verwenden, diesen an kühlen Stellen positionieren und das regelmäßige Entleeren und Reinigen organisieren.
  • Stets für einen ausreichenden Luftaustausch und Luftzirkulation sorgen. Auch Nebenräume, Lager usw. regelmäßig lüften, auch im Winter.
  • Sofern möglich, beim Erhitzen von Flüssigkeiten oder Kochvorgängen stets den Deckel auf dem Topf lassen.
  • Auch bei kleineren Dampfmengen, z. B. durch einen Wasserkocher o. Ä., den Dunstabzug einschalten, um entstehende Wasserdämpfe sofort nach draußen zu leiten.
  • Böden und andere Flächen besser nebelfeucht wischen als mit reichlich Wasser.
  • Feuchte Textilien wie Putztücher oder andere feuchte Gegenstände nach Möglichkeit nicht im Raum, sondern an der frischen Luft trocknen.
  • Möbel und Gegenstände nicht direkt an eine Außenwand platzieren, sondern einige Zentimeter Abstand halten, damit die Luft zirkulieren kann.
  • Auch bei kühler Witterung ausreichend lüften, aber nur so lange, bis die feuchte Luft ausgetauscht wird. Überlanges Lüften kühlt auch Innenwände und Nachbarräume aus, wodurch sich Luftfeuchte auch dort niederschlägt und Schimmelwachstum begünstigt.
  • Erste Anzeichen, wie muffigen Geruch oder kleine Schimmelflecken nicht ignorieren, sondern dem Vorgesetzten melden.
TIPP
Vorsicht mit Essig!
Für eine Schimmelbekämpfung wird häufi g zum Hausmittel Essig geraten. Doch Vorsicht! Bei kalkhaltigen Wänden oder Anstrichen reagiert der Essig mit dem Kalk und die dadurch entstehende Schicht bildet zusammen mit organischen Stoffen aus dem Essig dann erst einen optimalen Nährboden für „Schimmelpilzplantagen“!

Weitere Hilfe vom Umweltbundesamts

Wie Sie sichtbaren oder verdeckten Schimmelbefall zuverlässig aufspüren, was Sie vorbeugend und zur Beseitigung tun können und wie Sachverständige an das Problem herangehen, beschreibt ausführlich der neue „Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden“ des Umweltbundesamtes (UBA).

Der überarbeitete und aktualisierte Schimmelleitfaden zeigt Ihnen den richtigen Umgang mit Schimmel auf: vorbeugen, aufspüren und was bei Schimmelbefall im Gebäude zu tun ist.

WICHTIG
Nutzen Sie den Leitfaden, um jetzt die Schimmelschäden des Winters zu entdecken und zu beseitigen. Der Leitfaden richtet sich zwar vor allem an Fachkreise, bietet damit aber auch besonders zuverlässige und praktisch umsetzbare Informationen für Ihre Nutzung.

Den Leitfaden finden Sie unter www.umweltbundesamt.de/schimmelleitfaden

Autoren: Christian Schweizer und Stefan Küst, Friedhelm Kring

 

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