Basiswissen

Arbeitsunfälle – Zahlen, die einordnen und wachrütteln

Setzen Sie Zahlen gezielt ein, um die Wahrnehmung Ihrer Teilnehmenden zu schärfen. Viele unterschätzen die Häufigkeit und die typischen Ursachen von Arbeitsunfällen. Klare, konkrete Werte helfen, diese Fehleinschätzung zu korrigieren.
Werner Böcker

Werner Böcker

11.06.2026 · 1 Min Lesezeit

  • In Deutschland werden jährlich rund 780.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle registriert (DGUV). Das entspricht rechnerisch mehr als 2.000 Unfällen pro Tag.

  • Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle liegt bei etwa 300 bis 350 pro Jahr (DGUV). Damit ereignet sich statistisch nahezu jeden Tag ein tödlicher Arbeitsunfall.

  • Männer sind deutlich häufiger betroffen. Laut Destatis liegt die Unfallquote bei etwa 2.000 Fällen je 100.000 männliche Beschäftigte, bei Frauen sind es rund 800 je 100.000.

  • Bei den tödlichen Arbeitsunfällen sind über 90 % der Verunglückten Männer.

  • Die häufigste Unfallursache sind keine technischen Defekte, sondern alltägliche Bewegungen. Stolpern, Rutschen und Stürzen gehört zu den häufigsten Auslösern von Arbeitsunfällen (DGUV). Diese Unfallursache ist auch in nahezu allen Branchen zu finden, denn gelaufen wird fast überall.

  • Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Branchen: Im Baugewerbe liegt die Unfallquote bei rund 5.000 bis 6.000 Arbeitsunfällen je 100.000 Beschäftigte (DGUV). Aber auch die Abfallentsorgung und die Land- und Forstwirtschaft weisen deutlich erhöhte Werte auf.

  • Im Vergleich dazu liegen typische Büro- und Verwaltungstätigkeiten bei etwa 300 bis 500 Arbeitsunfällen je 100.000 Beschäftigte (Destatis/DGUV). Das Risiko ist hier also um ein Vielfaches geringer, aber nicht null.

  • Auch das Alter spielt eine Rolle: Jüngere Beschäftigte verunglücken häufiger, während bei älteren Beschäftigten die Unfälle seltener auftreten, aber im Durchschnitt schwerere Folgen haben (DGUV).

  • Die Frage nach dem gefährlichsten Job überhaupt wird sehr unterschiedliche beantwortet. Aber Unterwasserschweißer, Holzfäller, Hochseefischer und Dachdecker stehen auf allen Listen ganz oben.

  • Mit 31,9 tödlichen Arbeitsunfällen pro 100.000 Beschäftigten ist Bhutan weltweit führend, zumindest unter den Ländern, bei denen Arbeitsunfälle gemeldet werden. Norwegen und Japan sind mit jeweils ca. 1,2 tödlichen Unfällen pro 100.000 Beschäftigten die sichersten Länder, was die Arbeitswelt angeht.

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