Chefsache Gefahrstoffmanagement

Blind bestellt – und beinahe explodiert: Ein Fall, der alles verändert hat

In einem mittelständischen Industriebetrieb wurde aus Kostengründen ein lösungsmittelhaltiger Kaltkleber eingeführt – ohne Einbindung von Arbeitssicherheit, Technik und Entsorgung; das Sicherheitsdatenblatt blieb ungeprüft. Der scheinbar harmlose Wechsel führte beinahe zu Brand, Betriebsstilllegung und behördlichem Verfahren. Erst danach wurde klar, wie viele sicherheitsrelevante Schritte übersehen wurden – und dass der Lebenszyklus eines Gefahrstoffs nicht mit der Bestellung endet.
Georg Popa

Georg Popa

19.03.2026 · 2 Min Lesezeit

Wenn ein Klebstoff beinahe den Betrieb lahmlegt – ein Fall, der zeigt, warum Gefahrstoffmanagement Chefsache ist

Am ersten Einsatztag traten stechende Gerüche auf; zwei Beschäftigte entwickelten binnen Stunden Kopfschmerzen und Atemwegsreizungen. Die technisch einwandfreie Absaugung war nicht die Ursache – sondern der neue Kleber: niedriger Flammpunkt (< 23 °C), höher konzentrierte Lösungsmittel mit starker Dampfentwicklung und ein als SVHC (REACH) gelisteter Stoff laut SDB. Es bestand Entzündungsgefahr durch Funken oder elektrostatische Aufladung; zudem war die Absaugung nicht für diese Stoffparameter ausgelegt. Die Kanister wurden außerdem falsch gelagert (Verstoß gegen TRGS 510).

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