Brandschutz

Brandschutz im Büro: So vermeiden Sie Risiken und schützen Ihr Team

Zwischen 2010 und 2017 wurden der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) jährlich etwa 2.000 Arbeitsunfälle gemeldet, deren Ursache auf Brände und Explosionen zurückzuführen war. Nach einem größeren Brandschaden sind über 50 Prozent der betroffenen Betriebe insolvenzgefährdet, und gemäß den Angaben der Versicherungswirtschaft führt etwa jeder dritte Brand in der Industrie zu Sachschäden von über 500.000 Euro.
Oliver Kienzler

Oliver Kienzler

06.10.2025 · 3 Min Lesezeit

Dennoch werden insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen häufig selbst die grundlegenden Brandschutzanforderungen nur minimal erfüllt, da sie als komplex und mit erheblichem Aufwand und hohen Kosten verbunden gelten. Speziell in Unternehmen, in denen ausschließlich in Büros gearbeitet wird (z. B. Finanz- und Dienstleistungsbranche), wird das Thema betrieblicher Brandschutz oft sehr oberflächlich behandelt. Doch auch im „einfachen“ Büro lauern Brandrisiken, die es erforderlich machen, ergänzend zu den geltenden rechtlichen Anforderungen zusätzliche Maßnahmen im betrieblichen Brandschutz umzusetzen.

Zuständigkeiten im betrieblichen Brandschutz

Das Arbeitsschutzgesetz sowie die Arbeitsstättenverordnung verlangen ein Höchstmaß an Sicherheit im vorbeugenden Brandschutz. Diese Anforderungen stellen Betreiberpflichten dar und müssen eingehalten werden. Die Verantwortung für die Umsetzung liegt beim Unternehmer bzw. Arbeitgeber, und zwar unabhängig von der Branche und der Betriebsgröße.

Während bei Neubauten standardmäßig ein Brandschutzkonzept erstellt und genehmigt wird, müssen bei Bestandsgebäuden Auflagen durch Behörden und Versicherer im Rahmen des Genehmigungsverfahrens beachtet werden. Auch wenn reine Verwaltungsbereiche mit einer niedrigen Brandgefährdung eingestuft werden, müssen mögliche Brandrisiken bewertet und notwendige Brandschutzmaßnahmen definiert werden.

Häufige Brandursachen im Büro

In Büros bestehen zahlreiche Brandgefahren, die ernsthafte Risiken bedeuten. Häufige Ursachen sind elektrische Geräte, offenes Feuer, menschliches Fehlverhalten sowie unsachgemäß gelagerte Materialien. Es ist daher entscheidend, diese Risiken zu kennen und geeignete Vorkehrungen zu treffen, um Brände zu verhindern und im Ernstfall richtig zu reagieren.

Besonders kritische Bereiche sind dabei:

  • Elektronische Geräte

Defekte oder überhitzte Geräte, Mehrfachsteckdosen, die überlastet sind, oder schlecht isolierte Geräte können Kurzschlüsse und Brände verursachen.

  • Offenes Feuer und brennbare Stoffe

Kerzen, Zigaretten, aber auch feuergefährliche Arbeiten (z. B. Schweißen) können schnell zu Bränden führen, wenn sie nicht ordnungsgemäß beaufsichtigt oder durchgeführt werden.

  • Menschliches Fehlverhalten

Unachtsamkeit, falsches Verhalten im Umgang mit Feuer oder brennbaren Materialien können ebenfalls zu Bränden führen.

  • Unsachgemäße Lagerung

Papier, alte Ordner, Verpackungsmaterialien und andere brennbare Stoffe können Brände beschleunigen und Fluchtwege versperren.

Präventive Maßnahmen

Brandprävention im Büro umfasst Maßnahmen zur Vermeidung von Bränden und zur Minimierung von Schäden im Brandfall. Dazu gehören organisatorische, technische und bauliche Vorkehrungen sowie die Schulung der Mitarbeiter im Verhalten bei Bränden.

  • Regelmäßige Überprüfung und Wartung

PCs, Drucker und andere Hardware: Auch in Büros sind zahlreiche elektrische und elektronische Geräte im Einsatz. Überprüfen Sie alle Geräte sowie Installationen regelmäßig auf Defekte und lassen Sie diese ggf. reparieren.

  • Sicherheitsvorkehrungen

Vermeiden Sie die Überlastung von Mehrfachsteckdosen und stellen Sie sicher, dass alle Geräte ausreichend belüftet sind.

  • Verbot von offenem Feuer

Untersagen Sie das Rauchen und die Verwendung von Kerzen im Büro oder erlauben Sie es nur unter strengen Auflagen.

  • Brandschutzhelfer

Schulen Sie Brandschutzhelfer, die im Brandfall wichtige Aufgaben übernehmen können.

  • Lagerung von Materialien

Achten Sie auf eine ordnungsgemäße Lagerung von Papier, Verpackungsmaterialien und anderen brennbaren Stoffen, um Brände zu vermeiden. Halten Sie außerdem ausreichend Abstand zu Heizquellen und elektrischen Geräten ein, um das Risiko weiter zu minimieren.

  • Schulungen und Sensibilisierung

Führen Sie regelmäßige Schulungen für Mitarbeiter durch, um sie für Brandgefahren zu sensibilisieren und ihnen korrektes Verhalten im Brandfall zu vermitteln.

Fazit

Auch in Büros und Verwaltungsbereichen muss der betriebliche Brandschutz gewährleistet sein. Das müssen Büros und Praxen beim Thema Brandschutz sicherstellen:

  • das Aushängen der Brandschutzordnung Teil A,
  • die Unterweisung aller Mitarbeiter über das Verhalten im Brandfall,
  • ausreichende Ausstattung mit Feuerlöschern bzw. Löschsprays,
  • Kennzeichnung der Flucht- und Rettungswege,
  • Ausbildung und EInsatz von mindestens fünf Prozent der anwesenden Belegschaft als Brandschutzhelfer.

Unter bestimmten Voraussetzungen sind auch in Bürogebäuden regelmäßige Evakuierungsübungen sinnvoll. Sie helfen den Mitarbeitern, im Ernstfall schnell und sicher zu reagieren. Selbstverständlich sollte die Bereitstellung eines gut sichtbaren Flucht- und Rettungsplans sein. In besonders großen oder unübersichtlichen Gebäuden kann zusätzlich ein detailliertes Räumungskonzept erforderlich sein. Ergänzend sollten alle Mitarbeiter über die Fluchtwege informiert und regelmäßig geschult werden, um Panik zu vermeiden und die Evakuierung effizient zu gestalten. 

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Im Jahr 2001 als Entwickler von Seminaren für erklärungsbedürftige Produkte, technische Geräte sowie strukturierte Maßnahmen- und Handlungsabläufe gestartet, hat Oliver Kienzler in den vergangenen zwei Jahrzehnten den Schwerpunkt seiner Arbeit […]