Aktuelles

E-Scooter für den Betrieb? Was Sie über die Vibrationsbelastung wissen sollten

E-Scooter finden zunehmend auch in Betrieben Einsatz. Doch wie hoch ist die Belastung durch Vibrationen? Messungen der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) lieferten überraschende Ergebnisse: In bestimmten Situationen werden gesetzliche Grenzwerte schnell erreicht. Das wirft Fragen zum Arbeitsschutz auf. Der Experte der BGHW, Sebastian Gedak, hält E-Scooter für den regelmäßigen betrieblichen Einsatz nur eingeschränkt geeignet. Warum, erfahren Sie hier.
Dr. Robert Kaufmann

Robert Kaufmann

07.07.2026 · 1 Min Lesezeit

Verglichen wurden zwei Modelle (ungefedert/gedämpft) auf Teststrecken (fünf/neun km) mit verschiedenen Böden. Die Ergebnisse fallen deutlich aus: E-Scooter verursachen insgesamt hohe Vibrationsbelastungen. Relevant sind vor allem Untergrund und Dämpfung. Besonders stark wirken die Ganzkörper-Vibrationen, sie übertreffen die Hand-Arm-Belastungen deutlich. Kritisch ist besonders das Fahren auf Beton mit Dehnfugen. Beim ungefederten Modell wurde der von der Arbeitsschutzverordnung vorgegebene Auslösegrenzwert bereits nach elf Minuten erreicht, der Expositionsgrenzwert nach 25 Minuten. Modelle mit Dämpfung schneiden zwar besser ab, überschreiten die Grenzwerte jedoch ebenfalls nach 22 bzw. 52 Minuten. Gefederte E-Scooter reduzieren die Belastung spürbar, grundsätzlich bleibt sie jedoch hoch. Wird der untere Auslösewert erreicht, hat der Arbeitgeber Maßnahmen zur Vibrationsminderung umzusetzen, die Mitarbeiter zu unterweisen und eine medizinische Vorsorge anzubieten. Beim Überschreiten des Expositionsgrenzwerts sind Sofortmaßnahmen zu ergreifen, zudem ist eine arbeitsmedizinische Vorsorge Pflicht.

Sie haben noch keinen Zugang?

Testen Sie ‚Arbeitssicherheit & Gesunheitsschutz aktuell‘ 30 Tage GRATIS und profitieren Sie von:

  • Updates zu rechtlichen Änderungen, Verordnungen und Normen, sodass Sie immer genau wissen, ob sich Anforderungen auf Ihren Betrieb auswirken.
  • Impulsen der Fachexperten, die ihre Erfahrungen aus der Praxis mit Ihne teilen. So fällt es Ihnen leicht, Argumente zu formulieren, um Ihre Arbeitsschutzmaßnahmen intern durchzusetzen.
  • Praktischen Checklisten, Mustern und Vorlagen, die Ihnen Sicherheit geben, dass Sie bei wichtigen Aufgaben an alles gedacht haben.