Basiswissen

Eines der schnellsten Werkzeuge überhaupt

Der Winkelschleifer wirkt auf den ersten Blick unspektakulär: ein handgeführtes Elektrowerkzeug mit rotierender Scheibe. Tatsächlich entstehen beim Arbeiten extreme physikalische Bedingungen. Drehzahlen, Temperaturen, Funkenflug und Lärmbelastung erreichen Werte, die vielen Beschäftigten nicht bewusst sind. Einige Zahlen zeigen, welche Kräfte beim Arbeiten mit einem Winkelschleifer wirken.
Werner Böcker

Werner Böcker

20.04.2026 · 1 Min Lesezeit

  • 80 m/s Umfangsgeschwindigkeit: Trenn- und Schleifscheiben für Winkelschleifer sind meist für eine maximale Umfangsgeschwindigkeit von 80 m/s zugelassen. Das entspricht etwa 290 km/h. Am äußeren Rand der Scheibe bewegt sich das Material daher mit enormer kinetischer Energie.

  • Bis zu 12.000 Umdrehungen pro Minute: Kleine Winkelschleifer mit 115 mm oder 125 mm Scheibendurchmesser erreichen häufig 10.000 bis 12.000 U/min im Leerlauf. Schon kleinste Beschädigungen an der Scheibe können bei diesen Drehzahlen dazu führen, dass sich Teile lösen und mit hoher Geschwindigkeit weggeschleudert werden.

  • Funken mit über 1.000 °C: Beim Trennen von Stahl entstehen Funken aus glühenden Metallpartikeln. Diese können Temperaturen von über 1.000 °C erreichen. Treffen diese Partikel auf brennbare Materialien oder Staubablagerungen, können leicht Brände oder Schwelbrände entstehen.

  • Lärmbelastung weit über 100 dB(A): Schon beim regulären Schleifen und Trennen entstehen häufig Schallpegel von 100 bis 105 dB(A). In der Praxis können deutlich höhere Werte auftreten. Besonders beim Trennen dünner Bleche oder Profile beginnen diese oft stark zu schwingen. Dabei sind auch Pegel über 110 dB(A) möglich. Zum Vergleich: ein Presslufthammer kommt etwa auf 100 dB(A), eine Kettensäge schafft 110 dB(A). Ohne Gehörschutz kann bereits eine kurze Tätigkeit zu einer schädlichen Lärmbelastung führen.

  • Funkenflug über mehrere Meter: Die beim Schleifen entstehenden Partikel werden mit hoher Geschwindigkeit weggeschleudert. Der Funkenflug kann mehrere Meter weit reichen. Dabei werden nicht nur Funken, sondern auch kleine Metall- oder Schleifpartikel verteilt, die Augenverletzungen verursachen oder Maschinen und Anlagen beschädigen können.

  • Bruchteile einer Sekunde entscheiden: Durch die hohe Drehzahl und die damit verbundene große Umfangsgeschwindigkeit wirken beim Kontakt mit der Scheibe enorme Kräfte. Bereits Bruchteile einer Sekunde können ausreichen, um schwerste Verletzungen zu verursachen. Gerade deshalb sind eine sorgfältige Vorbereitung der Arbeit, geeignete Schutzmaßnahmen und die konsequente Nutzung der persönlichen Schutzausrüstung entscheidend.

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