In der Praxis zeigt sich immer wieder: Belastungen werden häufig unterschätzt, weil Einzelereignisse besonders auffallen. Eine sachgerechte Gefährdungsbeurteilung benötigt daher objektive Kenngrößen. Bevor Schutzmaßnahmen diskutiert werden, muss daher geklärt sein, welche Größen bewertet werden, wie sie gemessen werden und welche gesundheitlichen Wirkungen typischerweise auftreten.
Gesundheitliche Wirkungen von Schall und Vibrationen
Lärm wirkt nicht nur auf das Gehör. Bereits bei vergleichsweise geringen Pegeln kann er ablenken, die Konzentration beeinträchtigen und die Leistungsfähigkeit reduzieren. Der Körper reagiert mit erhöhter Ausschüttung von Stresshormonen, Herzfrequenz und Blutdruck steigen. Diese Effekte treten oft unbemerkt auf und werden deshalb unterschätzt. Mit zunehmender Belastung steigt das Risiko für vorübergehende und dann für dauerhafte Hörschäden. Besonders kritisch sind hohe Pegel und Impulsschall, da sie das Innenohr direkt schädigen können.