- Schweißen ist älter als viele denken: Bereits vor über 3.000 Jahren wurden Metalle durch Schmieden und frühe Schweißtechniken verbunden. Archäologische Funde zeigen geschweißte Eisenwerkzeuge aus der Antike. Das moderne Lichtbogenschweißen entwickelte sich erst Ende des 19. Jahrhunderts – mit völlig neuen Gefährdungen durch Strom und Strahlung.
- Extremtemperaturen beim Schweißen: Beim Lichtbogenschweißen entstehen Temperaturen von bis zu 6.000 °C im Lichtbogen. Zum Vergleich: Die Oberfläche der Sonne hat etwa 5.500 °C. Diese extremen Temperaturen erklären, warum Funkenflug, Metallspritzer und optische Strahlung auch für unbeteiligte Personen gefährlich sind.
- Unfälle entstehen oft im Umfeld: Viele schwere Schweißunfälle betreffen nicht den Schweißer selbst, sondern auch andere Personen im Arbeitsbereich – etwa durch Brandübertragung, Funkenflug oder Rauchgase. Ein bekanntes Beispiel ist die Brandkatastrophe am Düsseldorfer Flughafen im Jahre 1996, bei der vorausgegangene Schweiß- und Trennarbeiten als Auslöser eine zentrale Rolle spielten. 17 Menschen verloren dabei ihr Leben.
- Sauerstoff ist nicht brennbar – aber brandgefährlich: Sauerstoff selbst brennt nicht, fördert jedoch Brände massiv. Schon ein geringfügig erhöhter Sauerstoffanteil kann dazu führen, dass sich Materialien entzünden, die normalerweise als schwer entflammbar gelten. Fett oder Öl in Verbindung mit Sauerstoff kann sich sogar selbst entzünden.
- Stromschlag – die unterschätzte Gefahr: Die eigentliche Schweißspannung liegt meist im Bereich der Kleinspannung. Unter ungünstigen Bedingungen kann es dennoch kritisch werden: Wird z. B. ein Körperwiderstand von etwa 1 kΩ angenommen und eine Leerlaufspannung von 50 V, ergibt sich bereits eine Stromstärke von 50 mA – ein Bereich, der lebensgefährlich sein kann.
- Gleichstrom-Schweißgeräte gelten grundsätzlich als weniger gefährlich als Wechselstromgeräte. Beim gleichzeitigen Betrieb dieser Geräte an einem Werkstück kommt jedoch ein zusätzlicher Risikofaktor hinzu: Sind die Geräte gegensinnig gepolt, addieren sich die Spannungen. Dadurch steigt das Risiko gefährlicher Körperdurchströmungen, denn die Leerlaufspannung eines einzelnen Geräts liegt oft schon im Grenzbereich.
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