PFAS sind weltweit verbreitet, biologisch kaum abbaubar und reichern sich im Körper an. Eine aktuelle Geburtskohortenstudie aus Finnland und Schweden zeigt, dass diese Stoffe möglicherweise nicht nur Stoffwechsel- und Immunsystemprozesse, sondern auch die Entwicklung des kindlichen Gehirns beeinflussen. Im Rahmen der FinnBrain Birth Cohort Study analysierten Forschende die Konzentration verschiedener PFAS im Blut schwangerer Frauen und verglichen diese mit strukturellen und funktionellen MRT-Daten der Kinder im Alter von fünf Jahren.
Die Ergebnisse sind eindeutig: Erhöhte PFAS-Belastungen während der Schwangerschaft stehen im Zusammenhang mit Veränderungen in wichtigen Hirnregionen des ungeborenen Kindes. Betroffen sind unter anderem der Balken (Corpus callosum), der die beiden Gehirnhälften verbindet, der Hinterhauptlappen (Okzipitallappen), der für die Verarbeitung von Seheindrücken zuständig ist, sowie der Hypothalamus, der zentrale Steuerungsfunktionen wie Hormone, Stoffwechsel und Stressreaktionen reguliert. Zwar beweist die Studie keine direkte Kausalität, jedoch zeigen die statistisch signifikanten Zusammenhänge ein ernstzunehmendes Risikopotenzial. Die Autoren betonen, dass langfristige Effekte auf die kognitive Entwicklung, die Lernfähigkeit und die neurologische Stabilität nicht ausgeschlossen werden können.
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